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Magermodel-Debatte
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From size-zero to hero? |
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Das Frauenmagazin Brigitte macht es vor: Professionelle (Mager-)Models in eigenen Fotostrecken sollen ab 2010 der Vergangenheit angehören. Dabei sind nicht die eigenen Models das Problem sondern die Models der Werbekunden. |
| Geschrieben von: Michael Stepper |
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Katrin statt Keira: Ob die Kunden da mitspielen? © Ferdinand Haschner / Philibuster
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Als Stadtmensch erfährt man Erdung am ehesten, indem man einen Ausflug in ländliche Gefilde unternimmt. Dort, im beschaulichen Idyll ticken die Uhren anders und werden Trends, die in der hippen Großstadt obligatorisch sind, noch müde belächelt. Wenn in Sachen Stilbewusstsein überhaupt der Begriff „normal“ existiert, dann hat er in eben dieser Beschaulichkeit seinen Ursprung. Fragen Sie mal Frauen auf dem Land nach ihrer Einstellung zur aktuellen Magermodel-Debatte, die die Zeitschrift Brigitte gerade wieder neu entfacht hat. Neben viel Zustimmung werden Sie hier auch jede Menge Unverständnis ernten für eine Diskussion, die man allerhöchstens beim gut informierten Dorf-Coiffeur anbringt – zwischen Strähnchen-Gang und Augenbrauen-Reduktion. Denn hier treffen sich Frauen aller Altersgruppen, die bei Latte Macchiato und Lavendelkur die Wintertrends in Sachen Frisuren, Handarbeit und Diäten lebhaft bequatschen. Marktforschung am lebenden Objekt, die aussagekräftiger nicht sein könnte. PR-Coup oder mutige Entscheidung? Nicht die Magermodels seien das Problem, so sagt man mir, sondern die Zeitschriften an sich, die als pure Werbebroschüren den jungen Dingern gar keine Wahl lassen, als sich dauerhaft dem Genuss zu entsagen. Jetzt verwundert es nur, dass ausgerechnet die "Brigitte" den (Mager-)Models den Kampf ansagt, wo das Blatt ja nicht gerade durch Haute-Couture-Strecken glänzt, sondern auch jetzt schon vornehmlich "normale" Models ablichtet. Ist dieses Bekenntnis am Ende nur als PR-Coup anzusehen, der die Neuausrichtung der Zeitschrift in einem hart umkämpften Marktsegment beschleunigen soll? Als mutig und revolutionär wird die Entscheidung der Chefredaktion momentan in den Medien gefeiert, dem Magerwahn ein Statement entgegenzusetzen. Eigentlich eine gute und lobenswerte Idee, wären da nur nicht so viele offene Fragen. Der Hunger lauert auf der nächsten Seite Ist es wirklich mutig, eigene Fotostrecken mit Frauen von der Straße zu versehen, die sich nur dadurch von den Models unterscheiden, dass sie statt der Konfektionsgröße 34 eine 38 zur Schau tragen? Wer auch nur ein paar Ausgaben von Germany's Next Topmodel verfolgt hat, weiß wie schnell durch geschicktes Styling, gute Beleuchtung und eine Prise Photoshop ein Mauerblümchen zum verführerischen Vamp oder zur verträumten Elfe erblühen kann. Wie weit ist man bei der Brigitte gewillt zu gehen, wenn man von "normalen Frauen" spricht und vor allem: Welche Zugeständnisse macht man an seine Werbekunden? Denn bereits jetzt fällt auf, dass die Brigitte wie viele Frauenzeitschriften, die sich betont nah an der Leserin bewegen, mit einer deutlichen Bild-Bild-Schere zu kämpfen hat. Wo auf Seite 26 der aktuellen Brigitte das Strick-Modell Nummer 18 noch verträumt und mit natürlicher Sommersprossen-Pracht aus dem Fenster blickt, lockt auf der gegenüberliegenden Seite der verführerische Hungertod: Keira Knightley, die Hollywood-Schönheit, die immer wieder als Negativbeispiel in Sachen Magerwahn dient, wirbt mit dürrem Oberkörperchen und gerade so verdeckter Minibrust für ein neues Chanel-Parfum. Sagt die Brigitte diesem Magermodel (in den eigenen Fotostrecken entdeckt man ja keines) auch den Kampf an? Hat man den Mut, auf die Werbeeinnahmen aus dem Hause Chanel zu verzichten, oder versucht man heldenhaft den Luxusartikel-Hersteller vom neuen Konzept zu überzeugen und liefert das passende Nicht-Model gleich mit? Wo doch laut eigens eingerichtetem FAQ auf der Brigitte-Webseite deutlich darauf hingewiesen wird, dass die Werbekunden sich bereits begeistert zeigen von der neuen Marschrichtung. Das wäre mal wirklich revolutionär ... Lesen sie hier Brigitte Streubels Meinung zum Thema Magermodels. Das Ex-Model hatte sich für seine Karriere selbst auf kleinste Konfektionsgrößen heruntergehungert. Kommentare zu diesem Artikel:
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