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Deck +++ Der Phili-Vollpfosten +++ WM Tag 13 - Let’s talk about football!
Mittwoch, 23.06.2010
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Der Phili-Vollpfosten
 

WM Tag 13 - Let’s talk about football!

Wer den Fernseher anschaltet, sieht: Experten. Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern zur WM gar im Zweischichtbetrieb. Die Analyse-Teams jedoch liefern häufig eine recht durchwachsene Performance und präsentieren vor allem: sich selbst.
Geschrieben von:   
Oliver Kahn moderiert heute ein wenig gelassener © Flickr Madybyr.de


Was bereits vor der WM in Probeläufen zu sehen war, sucht uns nun jeden Tag in deutschen Wohnzimmern heim. Zu je einem Moderator gesellt sich ein ehemaliger Spieler bzw. Trainer und nun unterhalten sie das fußballsüchtige Publikum von ihren Stehpulten aus mit haarscharfen Analysen und viel überflüssiger Show. Auch wenn eine Fußballübertragung im Ersten seit jeher unter der Etikette „Sportschau“ firmiert, die Kollegen auf RTL überstrapazieren den Begriff doch allzu sehr. Fernseh-Ikone Günther Jauch und der durchaus wortgewandte Jürgen Klopp touren mit dem WM-Truck durch Deutschland. Doch sie bringen nicht nur Public Viewing unters Volk, sondern präsentieren allzu häufig eher sich selbst. So kommen die Fans hinter der Gitterabsperrung tatsächlich in den Genuss, das Analyse-Duo anfassen zu dürfen. Sogar der Spiel-Tipp gerät schließlich zum Show-Akt. Wie Popstars lassen sich die beiden feiern. Schade auch, dass der smarte Trainer – sichtlich genervt – seine treffenden Analysen doch allzu oft zwischen zwei Werbeblöcke pressen muss – die Krux des privaten Fernsehens eben.

Die Mittagsschicht – der zweite Anzug?

Bei den Öffentlich-Rechtlichen gibt zur Mittagsstunde Reinhold Beckmann in seiner gewohnten Manier den Denker und philosophiert sich schwerfällig durch die Sendung. Jeder Satz, jedes Wort scheint eigens für diese Moderation seinen Gehirnwindungen zu entspringen, gequält und aufgesetzt jung wirkt seine Art, sich auszudrücken. Erfrischend taucht Mehmet Scholl an seiner Seite auf, aufgeweckt und spitzfindig wie man ihn aus Interviews kennt. Ein Team bilden die beiden eher nicht. Die Gegenseite vom ZDF schickt an Nachmittagen Allzweckwaffe Rudi Cerne ins Rennen – ein Profi durch und durch – doch gemeinsam mit dem Schweizer Ex-Schiedsrichter Urs Meier im Kampf um die Gunst eines kritischen Fernsehpublikums eher geschmacksneutral.

Oliver Kahn analysiert dann später mit Katrin Müller-Hohenstein für den Sender mit den orangen Unternehmensfarben. Auch wenn KMH, wie die Moderatorin des aktuellen Sportstudios senderintern auch genannt wird, kürzlich in einem Interview preisgab, sie empfinde Oliver Kahn als einen extrem entspannten Menschen, der zudem immer sehr „gechillt“ wirke. Den Seher erschleicht doch ständig das Gefühl, zwischen den beiden sei etwas Unangenehmes vorgefallen. Ein wenig steif, vielleicht zu perfektionistisch, präsentiert Oliver Kahn seine frisch erworbenen – doch zugegeben beeindruckenden – Sprecherqualitäten.

Zurückhaltung im WM-Palaver

So bleibt einzig das Gespann, das nach der WM nicht mehr gemeinsam vor der Kamera stehen wird: Gerhard Delling und Günter Netzer. Auch wenn die verbalen Sticheleien der beiden mittlerweile abgegriffen sind und etwas zu sehr gewollt daher kommen, in ihrer Gelassenheit und mit der Gewissheit, niemandem mehr etwas beweisen zu müssen, überzeugen die beiden Veteranen doch immer noch. Nur aus dem Mund von Legende Netzer klingt die Beschimpfung eines Schiris als „kleinlicher Heini“ charmant. Nur er äußert sich offen mit einem „von dem halte ich nicht viel“ beispielsweise über den brasilianischen Star Robinho. Dass er ihn für einen Selbstdarsteller ohne Durchschlagskraft hält, das konnte der Zuschauer ohne Probleme heraushören. Und wenn er mal keine Meinung hat, dann sagt er das eben genauso oder stimmt Herrn Delling einfach nur zu.

Was bleibt also nach knapp zwei Wochen WM-Palaver? Es sind nicht die großen Gesten und Aktionen, nicht die Show zur Schau, die den Zuschauer begeistern. Im Mittelpunkt steht der Sport und sympathisch ist der, der im Kampf um die Zuschauergunst eine gelungene Mischung aus eigener Zurückhaltung und Lässigkeit findet. Nicht ohne Grund geistern zahlreiche Youtube-Videos von Netzer und Delling durch den Social-Media-Äther, eben immer noch begehrte Fundstücke eines Duos auf Abschiedstournee.

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