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Der Phili-Vollpfosten
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WM Tag 9 -Wo ist Béla Réthy? |
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Es war auf die Sekunde 13:30 Uhr als der ZDF-Livestream seinen Dienst verweigerte. Eine Ersatzquelle musste her und wir erfuhren: Deutschlandspiele ohne öffentlich-rechtlichen Kommentar sind anders, aber nicht weniger unterhaltsam. |
| Geschrieben von: Timm Saalbach |
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Und plötzlich ist alles ganz anders © Flickr GoSo
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Es kann nur an der plötzlichen Überlastung gelegen haben, als pünktlich zum Anpfiff das wohl deutschlandweit ausgerufene Public Viewing mit Kollegen und Chefs das Fernsehbild aus dem Internet zum Erlahmen brachte. Nach zahlreichen Versuchen – das Spiel war bereits zehn Minuten alt – endlich ein Signal von einer anderen Website. Das einzige Manko: es moderierte nicht ZDF-Ikone Béla Réthy, sondern einer seiner britischen Kollegen. Oft wünscht sich der seelisch involvierte Fan den Ton weg oder den Kommentator zum Teufel, in diesem Fall hätte man einfach gerne in seiner Muttersprache gebangt, gehofft und gelitten. So sind die Kollegen von der Insel doch recht unberührt von deutscher Empfindsamkeit während eines Länderspiels. Ihre oft zwar treffenden, aber martialischen Kommentare rammen den Fans ganze Torpfosten ins geschundene Fußballerherz.
Frustrierender Nachmittag Mittlerweile zwar recht geschult im Einordnen von Spielszenen und Taktik – wenn gar nichts mehr hilft, dann greift man eben zu den allseits bekannten Floskeln – sehnt sich der Seher doch nach öffentlich-rechtlicher Unterstützung beim gemeinsamen Analysieren. Stattdessen Presseschau in der Halbzeitpause, kurzes Amüsieren bei den Kollegen von der Süddeutschen, die Jogi Löws Outfit friedlich nennen und sich entfernt an Michail Gorbatschow erinnert fühlen. Bei Bild werden wir aufgefordert zu kämpfen und weiter geht’s mit dem Herrn aus England, der unseren Holger Badstuber ausspricht, als wäre er das aktuellste Modell des Staubsaugerherstellers Vorwerk. Auch Schweinsteiger und Mertesacker klingen englisch irgendwie fremd. Dagegen erweisen sich Nationalspieler mit Migrationshintergrund durchaus einer britischen Aussprache würdig: Özil, Gomez, Marin, Cacau – herrlich international. „A frustrating afternoon“ soll Lukas Podolski gehabt haben, erklärt der Reporter. Das hatte er sicherlich, aber ob er wirklich „guilty“ ist, diese Bemerkung möchte man dem britischen Kollegen selbst in seiner unbeteiligten Offenheit nicht zugestehen. Der jedoch setzt noch einen drauf und bezeichnet Deutschland als „crash-landed“. Scheint internationale Härte zu sein. Wir allerdings haben Deutschland personell dezimiert unermüdlich rackern sehen. Wo ist nur der Optimismus von Béla Réthy? Kommentare zu diesem Artikel:
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