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Deck +++ Videos +++ Moslem-Wochen bei McDeutschland
Freitag, 10.09.2010 Kommentare (2)
 
Weekender Woche 36
 

Moslem-Wochen bei McDeutschland

Eine Woche ganz im Zeichen der gelebten Demokratie und Meinungsfreiheit! Hach, was sagen wir: Ganze Wochen! Irgendwie musste den in Deutschland lebenden Muslimen ja der Ramadan versaut werden. Da hören wir lieber auf Lisbee Stainton.
Geschrieben von:   
Bitteschön, einmal McArab im Maxi Menü © Flickr Scott Koch


Während der Fußball-WM hatte man noch einträchtig mit der einheimischen Restbevölkerung Deutschland-Flaggen in die Autofenster gefriemelt, alles war so kuschelig und so multikulti und so folkloristisch – und dann kam ein gewisser Thilo Sarrazin auf die Idee, ein „Opus Magnum“ zum Thema Herkunft, Genetik und Intelligenz auf den Buchmarkt zu schmeißen. Drohte nun das Ende der liebevollen Harmonie?

„Zum Donnerdrummel“, mag sich der ein oder andere Orientale gedacht haben, „da bleibt mir doch die abendliche Harira im Halse stecken! Jetzt müssen wir also mal wieder als marginalisierte Randgruppe fungieren, weil Sarrazin in seiner Vorstufe zur Altersdemenz meint, er müsse sich als Wissenschaftler betätigen! Dabei hat er noch nicht mal ein Mindestmaß an Sozialstrukturanalyse-Kenntnissen inkorporiert! Nicht mal für Grundbegriffe reicht es! Mash'allah, und er liefert nichts anderes, als peinliche essentialistische Kategorien wie „die Deutschen“ und „die Moslems“! Aber das darf ich ja alles gar nicht denken und wissen, da ich ja aufgrund meiner durch Inzucht verursachten multiplen Gendefekte an Minderintelligenz leide!“

Gedisst wird niemals im Kollektiv

So wird es vielleicht gewesen sein in manchen Denkstuben des ein oder anderen in morgenländischen Haushalten ansässigen Menschen, und es bleibt die Grundfrage: Was generell hatte Sarrazin sich eigentlich erhofft? Dass „wir alle“ (ja, wer sind wir denn jetzt überhaupt?) uns nun an dem von ihm imaginär geschaffenen Kollektiv neuer alter Nationsarschlöcher erfreuen würden? Hatte er übersehen, dass er es stattdessen erfolgreich schaffen würde, unintendiert ein anderes Kollektiv zu mobilisieren, und zwar das einer Solidargemeinschaft des Lesens mächtiger Menschen, die sein Buch scheiße und seine Thesen verachtenswert finden?

Wir lernten in dieser Woche aber auch folgende Lektion: Über Politiker wird sich niemals im Kollektiv aufgeregt. Da werden immer nur Einzel-Ausreißer gedisst. Wie in dieser Woche Erika Steinbach (wer?) aus dem CDU-Vorstand (aha!). Nur rudimentär bis gar nicht hatte man vorher von dieser Dame gehört, aber Gehirnaussetzer sorgen ja in der Politik-Szene für Trash-Ruhm über Nacht. Ihr Anfall geistiger Umnachtung artikulierte sich in der Aussage, die Polen hätten den Zweiten Weltkrieg gestartet, weil die blöden Boleks ja zuerst „mobil gemacht“ hätten. Auweia. Da wurde ihr Hintern direkt erstmal dem parteikollegialen Arschtritt geopfert. Auch eine schöne Geschichte!

Wir resümieren: Gewinner der Woche ist die SPD. Weil sie sich nämlich jetzt wie Bolle freuen kann, nicht die einzige Partei mit einem rotzdoofen Mitglied (Sarrazin) zu sein. In diesem Sinne: Allen ein schönes Zuckerfest und dazu unser von Hand verlesenes Album der Woche:

Lisbee Stainton – Girl On An Unmade Bed

Nichts ist für eine musikalische Karriere schädlicher als das Prädikat „Singer/Songwriter“. Gerade was musizierende Frauen angeht. Inzwischen zwar zum Genre avanciert, sagt dieser Stempel nämlich nichts anderes als: Verhuschtes Mädel mit riesigen Augen begleitet selbstgeschriebene, nette (also völlig belanglose) Songs auf einer Gitarre oder am Klavier. Kennste eine, kennste alle! Fällt dann der erste Vergleich mit Norah Jones, ist Schicht im Schacht. Nichts gegen Norah Jones, aber wer will Nachfragen zum eigenen musikalischen Schaffen schon so beantworten: „Klingt in etwa wie dieses Zeug, das bei Mitnahmekaffeeketten in der Endlosschleife leiert." Nun also Lisbee Stainton, bitteschön. Schon die Gitarre der jungen Dame aus England entspricht nicht gerade dem gängigen Klischee. Über ganze acht (!) Saiten verfügt das Instrument. Eine handelsübliche Klampfe kommt gerade mal auf sechs.

Und auch die Musik von Lisbee Stainton entspricht - oh Wunder - so gar nicht der typischen Fräuleinwunder-Erscheinung. Für die heutige Zeit eher selten, zieht einen "Girl On An Unmade Bed" (das Album erscheint in Deutschland offiziell am 1. Oktober) vom ersten Song an in seinen Bann. Was vielleicht auch an der Kombination der beiden ersten Lieder liegt. "Red" und das namensgebende "Girl On An Unmade Bed" sind - und verzeiht unsere Euphorie - schlicht fantastisch. Ob man will oder nicht schon ein Grund, das Album immer und immer wieder von vorne zu hören.



Wer Lisbee Stainton zudem live erleben will, sollte sich folgende Termine vormerken:

23.10.10 Stemwede Lifehouse
24.10.10 Oberhausen Zentrum-Altenberg
25.10.10 Bonn Harmonie
26.10.10 Frankfurt Ponyhof
28.10.10 Hamburg Logo

Kommentare zu diesem Artikel:
geschrieben von mickaela, September 10, 2010

...
Was raucht die Schreiberin?
Und wo kann ich das Zeug kaufen?
geschrieben von Nadia Shehadeh, September 10, 2010

...
liebe mickaela,

gerne empfehle ich dir einen guten shisha-tabak: grundsätzlich sollte man wert auf import-ware aus ägypten legen. meiner bescheidenen meinung nach lohnt nur die geschmacksrichtung "doppel-apfel". 5% feuchtegrad ist ideal. dir ein schönes wochenende! ;)
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