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Deck +++ Videos +++ Die Woche des Politik-Tourette
Freitag, 17.09.2010 Kommentare (2)
 
Weekender Woche 37
 

Die Woche des Politik-Tourette

Herrlich war die letzte Woche, ganz nach dem Motto: Krawall und Remmi-Demmi! Und bevor uns Nicolas Sarkozy und Angela Merkel mit ihrer Zigeuner-Schelte weiter in den Ohren liegen, flüchten wir uns mit The Coral lieber in die Swinging Sixites.
Geschrieben von:   
Den Roma leis zum Abschied winken © Flickr france.diplomatie


Was war das ein Battle zwischen unserer Kanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy. Der Sarkozy hatte nämlich einen wirren Masterplan ausgeklügelt: Zigeuner aus dem Franzen-Land schmeißen! Man weiß nicht, welcher Teufel (oder welche Frau?) Sarkozy geritten hat, als er beschloss, dass Menschen aus Frankreich (immerhin Mitgliedstaat der europäischen Union) entfernt werden sollen, weil sie einer ethnischen Minderheit angehören. Das erinnert ein bisschen an … Ihr wisst schon, damals und so (hust). Wobei Frau Merkel ja auch schon gleich den Zeigefinger erhob, dass man „nicht immer den Vergleich zum zweiten Weltkrieg ziehen muss!“

Bitches and Witches

Allgemein bekannt ist ja, dass auch aus Deutschland Roma zurückgeschickt werden, und zwar in das beschauliche Kosovo. Findet der Sarkozy total fresh, weil er dann nämlich glaubte sagen zu dürfen: „Frau Merkel hat mir gesagt, dass sie beabsichtigt, in den kommenden Wochen Lager räumen zu lassen.“ Ja, ihr habt richtig gehört! Dieses Verbal-Bonmot, das einem wahrlich in den Ohren zergeht, sonderte er ab! Und überhaupt ereiferte sich der Nicolas dann weiter, die allerwerteste Deutschland-Angie habe ihm ja vollste Unterstützung für seine Menschenschieberei-Pläne zugesichert. Word! Konterte die Angie wahrscheinlich zumindest innerlich: „Auf`s Maul, oder was? Nie im Leben habe ich so spinnertes Zeug erzählt!“ Gesagt hat sie`s dann doch nicht – aber sie ließ ähnlich anmutendes über Regierungssprecher Steffen Seibert verlauten. Was war wohl Sarkozy`s Plan bei der ganzen Sache? Ablenken von den Eskapaden seiner rumludernden Frau Carla? Über die ist ja eine neue Biographie erschienen in diesen Tagen, die laut Inhaltsangabe auch unter der Rubrik „Bitches and Witches“ in irgendeinem Lifestyle-Verlag sonstwo hätte gedruckt werden können. Vielleicht also riet der Paartherapeut der Bedarfsgemeinschaft Sarkozy-Bruni zu Ventilen irrationaler Ausbrüche außerhalb des Bereichs der Paarbeziehung? Wenn es so gewesen sein sollte, applaudieren wir erfreut: Mission gelungen!

Auch kaum zu toppen ist in diesen Tagen mal wieder die CDU-Tante Erika Steinbach. Über den Deutschland-Beauftragten Polens Wladyslaw Bartozewski wusste sie im ARD-Morgenmagazin wertschätzend und sachlich zu berichten: „Bartoszewski hat einen schlechten Charakter. Das sage ich ohne Wenn und Aber.“ Den intellektuellen Gehalt dieser Aussage habe sie intensiv geprüft – aufgrund eigener „persönlicher Erfahrungen, die dahinterstecken“ habe ihre These jedoch jedweder empirischer Prüfung standgehalten. Wahrscheinlich glaubte sie mit diesem Ausrutscher ihre Behauptung der letzten Woche, die Polen wären die eigentlichen Erfinder des zweiten Weltkriegs, mehr Profil verleihen zu können. Können wir nur zu sagen: Nein, das hat nicht geklappt! Aber, liebe Erika, immerhin bist du derzeit die lustigste Tourette-Madame in der deutschen Politik. Das ist doch auch schon mal was! Und jetzt direkt und ohne elegegante Überleitung zu dem, was uns nach der politisch-akustischen Belastung unserer Ohren direkt weiterhelfen könnte: Musik!

The Coral – Butterfly House

Nachdem Angela Merkel und Erika Steinbach den Altweibersommer politisch bereits eingeläutet haben, fehlt jetzt noch der Soundtrack zu dieser meteorologischen Singularität. Und was käme da gelegener, als die Abkehr von der sterilen 80er-Jahre-Synthetik, die momentan sämtliche Genres wie ein Geschwür durchzieht? Kula Shaker haben erst kürzlich vorgemacht, wie sich auch noch 2010 ein großartiges Album ganz ohne synthetische Klangerzeuger  produzieren lässt. Und genau diesen Weg haben jetzt auch The Coral erneut eingeschlagen. Was so nicht ganz stimmt, denn eigentlich haben sie diesen Weg wohl einfach nie verlassen. Ihr neuestes Werk, das den leicht psychedelischen Namen „Butterfly House“ trägt, kann wohl zu Recht als Hommage bezeichnet werden. Eine Hommage an die seligen Sechziger.

So erinnert nicht nur das Cover an Musterbeispiele aus dieser Ära – Parallelen zu Creams „Disreali Gears“ sind sicherlich nicht zufällig. In Sachen Sound orientieren sich The Coral nach wie vor stark an der glorreichen Epoche des Mersey Beat. Und gerade dieser löbliche Schritt wird den sieben Engländern leider immer wieder zum Verhängnis. Streiten sich doch Musikredakteure seit Jahren darüber, ob bei The Coral überhaupt eigenes kreatives Potenzial auszumachen ist, oder ob die Jungs einfach schamlos bei ihren Idolen abkupfern. Interessant, dass sich eine Band dieses Formats solch eine Unterstellung gefallen lassen muss. Sind doch sämtliche Gewächse des aktuellen Popgeschehens allesamt Kopien irgendwelcher „Ikonen“ – und seien es nur Madonna oder Cindy Lauper. Also Schluss mit den leidigen Diskussionen. Man sollte froh sein, dass diese Band gute Musik so zeitgemäß konserviert und in Songs wie „More  Than A Lover“, „Butterfly House“ oder das sensationelle „1000 Years“ verpackt. Da ist es fast schon eine Schande, die Jungs auf eine Tour durch Deutschlands Kleinstclubs zu scheuchen. Für Musikliebhaber aber DIE Gelegenheit die Band in intimer Atmosphäre zu erleben.



Hier noch die aktuellen Tourdaten:

27.10.10 Köln, Luxor
28.10.10 Berlin, Frannz Club
31.10.10 München, 59:1

Kommentare zu diesem Artikel:
geschrieben von Bless Pascal, September 17, 2010

Monsieur Sarkozy ...
... sollte mal aufpassen, dass er da langsam nicht einen Bürgerkrieg anzettelt. Wie man nur so ein blasierter Schnösel sein kann, wirklich unglaublich. Aber Deutschlands neokonservatives Elitendenken ist da ja auch kein besseres Beispiel. Nach den "gated communities" kommen dann wohl bald die "gated nations". Prost Mahlzeit!
geschrieben von philzinated, September 17, 2010

...
Kann Euch gar nicht sagen wie oberbekloppt ich Euch finde! Michael Stepper, trink ein Bier mit mir, Nadia Shehadeh, heirate mich! Sage ich jetzt einfach so ohne elegante Überleitung! Prost! Und Bless gebe ich auch recht!
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