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Deck +++ Videos +++ Joaquín Phoenix aus der Asche
Freitag, 19.11.2010 Kommentare (0)
 
Weekender Woche 46
 

Joaquín Phoenix aus der Asche

Terror-Warnungen, Irland-Bankrott  – das alles interessierte uns in der letzten Woche auch, aber die faszinierendste Person dieser Tage bleibt: Joaquín Phoenix. Ebenfalls aus der Asche aufgetaucht sind die Emo-Popper von "My Chemical Romance".
Geschrieben von:   
War doch alles nur gespielt © Flickr david_shankbone


Gehen wir zurück ins Jahr 2008: „Ich habe keine Lust mehr, Joaquín Phoenix zu spielen“, verkündete der Schauspieler, der bis dato eine beachtliche Karriere hingelegt hatte, in die eigentlich kaum künstlerische Fehltritte eingebaut waren. Keine Filme, keine Rollen, kein gar nichts mehr – stattdessen die absolut hanebüchene Verkündung, trotz absoluter Talentfreiheit als Rapper durchstarten zu wollen.

Die Welt hinter einem Zottelbart

„Bescheuert!“, dachte man sich, aber was sollte man sonst auch denken, der Mann lebte ja schließlich in Hollywood, und das dort viel Dachschadenpotential verbuddelt liegt, war auch vor zwei Jahren schon bekannt. Trotzdem, man war leicht betrübt, aus dem Phoenix hätte ja vielleicht noch mal was Großes werden können, aber nun ja, dann eben die neue Rolle als peinlicher Idiotenversager mit Hang zu Drogen und sonst was. Irgendwie arrangierte man sich mit dem neuen Phoenix-Bild und war dann aber zwischendurch immer wieder negativ schockiert darüber, wie stark der Mann abbaute. Peinlicher Höhepunkt: Der Auftritt bei David Letterman im letzten Jahr - mit Zottelbart, Sonnenbrille und Übergewicht und in einem Zustand geistiger Verwirrtheit. Spätestens danach war klar: Phoenix hatte sich in einen Vollspasten verwandelt, in einen Versager, der im Hollywood-Dream völlig untergegangen war und in seiner eigenen kranken Welt rumkroch.

Nun erschien „I´m still here“, und das Geheimnis um die unheimliche Verwandlung Phoenix wurde gelüftet: Alles nur gespielt, zwei Jahre lang, mit einer Handvoll Personen, die in den Spuk eingeweiht waren – darunter Regisseur Casey Affleck, Benn Stiller und „musikalischer Ziehvater“ P. Diddy. Heraus kam eine Mockumentary, also Fake-Doku, mit dem Ziel, das sich auf folgende Formel bringen lässt: Die detaillierte Ergründung zwischen Medien, Konsumenten und „Stars“, und zwar so authentisch wie möglich. Das Ergebnis ist monumental, mit einer Inszenierung, die so erschreckend real ist, das man selbst teilweise nicht sicher ist, was Fiktion und was Realität ist. Der Entwurf des Zusammenbruchs zeigt in genauester Chronologie, was einen fallenden Star in Hollywood erwartet: Medien sind entsetzt, Comedians machen sich lustig, Fans drehen sich ab - ein einst gefeierter Mensch versumpft – paranoid, drogenabhängig, verwahrlost - im Trümmerhaufen seiner Karriere.

„I´m still here“ ist das Paradebeispiel unterhaltender Verachtung und offenbart Phoenix unfassbares Talent – eine Meisterleistung, die in seinem Fall absolut genügen wird, um ab sofort wieder an vorderster Front mitzumischen. Ein Experiment, das sich gelohnt hat.

My Chemical Romance - Danger Days: The True Lives Of The Fabulous Killjoys

Der körperliche Verfall, den uns Joaquín Phoenix in den letzten Monaten so schön vorgespielt hat, war das vorherrschende Thema auf dem letzten Album von „My Chemical Romance“. Ein Konzeptalbum über die Vergänglichkeit, genauer gesagt: eine stellenweise morbide Rock-Oper die den schleichenden Tod eines Krebspatienten dokumentiert.  „The Black Parade“ warf die Frage in den Raum, die jeden Musikfreund erschaudern lässt: „Seid Ihr EMO - und wenn ja, wie viele?“ Wir entgegneten: „Emo? Null! Aber Eure Mischung aus Green-Day-Harmonien und Queen-Soli gefällt uns ausgesprochen gut!“

Für My Chemical Romance geriet "The Black Parade" zum doppelten Erfolg. So traf das Album einerseits genau den Nerv der EMO-Jugend, die sich – auch wenn Leitfiguren wie Pete Wentz uns gegenüber den Begriff nicht eindeutig definieren wollen (oder können) – gerne in romantischem Selbstzweifel verliert. Zudem schafften "My Chemical Romance" etwas, das in Zeiten von iTunes unmöglich schien: sie eroberten mit einem Konzeptalbum die Charts.

Kein Wunder also, dass der Druck, einen würdigen Nachfolger zu produzieren, immens war. "Danger Days: The True Lives Of The Fabulous Killjoys" ist nun kein weiteres Konzeptalbum geworden. Zwar führt der fiktive Charakter “Dr. Death“ immer wieder in kurzen Sequenzen durch’s Programm, der Stilmix gerät allerdings kunterbunt, vereint Punk-Pop, Synthesizer-Klänge und klingt an vielen Stellen wie eine Mischung aus Green Day, Billy Talent und MGMT. Doch genug der Worte. Macht Euch selbst ein Bild, nachfolgend das komplette Album als Zuckerl für das Wochendende:



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