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Deck +++ Videos +++ Tunesien, marbrouk!
Freitag, 14.01.2011 Kommentare (1)
 
Weekender Woche 2
 

Tunesien, marbrouk!

Und dann kam er doch glatt diese Woche: Der Tag, an dem der wahrscheinlich meist gehasste Mann Tunesiens Zine el-Abidine ben Ali – seines Zeichens nun unehrenhaft verjagter Ex-Präsident – das Handtuch schmeißen und seinen Hintern in ein Flugzeug zwecks Landesflucht verfrachten musste.
Geschrieben von:   
Tunesien erlebt die Jasmin-Revolution © Philibuster


Tags zuvor hatte er bekannterweise ja noch in seiner Arschkriecher-Ansprache versucht, sich bis 2014 im Sattel zu halten. Doch auf dieses gehaltlose Blabla gaben die Tunesier glücklicherweise nichts, und es dauerte keine 24 Stunden, um die Mitte Dezember gestartete „Jasmin-Revolution“ zur Vollendung zu bringen. Kurz zuvor hatte bereits die Hälfte des ben Ali-Schmarotzer-Clans – bestehend aus Präsidenten-Gattin Leila Trabelsi und Co. – die Flucht ergriffen. Wie es heißt, residiert dieser Part der „La Familia“ nun in Disneyland Paris um sich vom Schrecken des Machtverlusts zu erholen und ein bisschen zu chillen. Ben Ali derweil wurde von Saudi-Arabien willkommen geheißen, da Frankreich die Einreise des Dummspackens nicht gestattet - aber darüber muss man sich ja nicht wundern. Gleich und gleich gesellt sich halt gern.

Eine schlechte Woche für Despoten

Die Tunesier hingegen erholen sich nun grad vom Schrecken der letzten 23 Jahre. Die Meldungen konzentrieren sich derzeit auf die eher anarchistischen Zustände, und man sollte hoffen, dass die Übergangsregierung in der Lage ist, schnellstmöglich wieder für ein gut funktionierendes Sozialgefüge zu sorgen. Zudem bleibt den Tunesiern zu wünschen, dass die Nachfolger ben Alis nicht genauso scheiße sind wie die Vorgängerschaft. Da weiß man aber noch nichts genaues, also Daumen drücken, dass bald wieder alles auf Vordermann ist. Wir gratulieren Tunesien, dem einzigen arabischen Land, das derzeit die Chance hat, demokratische Strukturen zu etablieren. Und wir beglückwünschen die Schnarchmedien Deutschlands, die jetzt, wo das Gröbste geschafft ist, endlich mal mit der Berichterstattung starten. Zuvor hatten die Verlagshäuser ja wochenlang taten- und berichtslos vor sich hingeträumt, während die Tunesier unter Ausschluss des Blicks der Weltöffentlichkeit gegen die jahrzehntelange Unterdrückung auf die Straße gegangen sind. Aber was soll`s, man kennt es ja nicht anders - bis jetzt profitierte ja schließlich noch jedes stehende Auto von der hohen Wahrscheinlichkeit, von einem Hund angepinkelt zu werden.

Wir fassen zusammen: Eine gute Woche für Tunesien, eine schlechte für alle Despoten Arabiens. Die können sich nämlich wahrscheinlich schon mal warm anziehen oder ein Flugzeug bestellen. Wir hören derweil solange Musik und senden die besten Grüße an die Chartspitze der Revoluzzer-Länder 2011. Tunesien ist aufgestanden und hat den vielleicht wichtigsten Part im Kampf für mehr Freiheit schon mal hinter sich. In diesem Sinne: Marbrouk!



Themen: Facebook Protest Revolution Tunesien Zensur
Kommentare zu diesem Artikel:
geschrieben von Hannibal, Januar 16, 2011

...
Die herrschende Anarchie in den Strassen Tunesiens ist von der ehemaligen Ben Ali Sippe zu verschulden. Ehemalige Presidentengarde fahren mit Fahrzeuge mit gefälschten KEnzeichen durch die Gegend und schiessen herum, marodieren und plündern. Natürlich nutzen auch Verbrecher die Situation und beteiligen sich an dem Chaos.
Doch die Bevölkerung hat sich mit dem Militär zusammen getan und machen sich auf die Jagd. In meiner Umgebung wurden heute Nachts 3 Plünderer von Nachbarn und der Polizei verhaftet. Es stellte sich heraus daß es sich um ehemalige Zivilpolizisten handelt die geplünderte Lebensmitteln mit sich führten.

Aber es herrscht auch kollektive Freude und Euphorie. Die Menschen können es kaum mehr erwarten daß sie nun eine demokratische Regierung wählen können und endlich in Freiheit leben.
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