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Mein Philibuster
Deck -> Serien -> Guerilla Media -> Mama is a Rolling Stone
Montag, 04.07.2011
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Teil IV
 

Mama is a Rolling Stone

Zeit, ein neues und absolut lesenswerte Sternchen am Bloghimmel zu begrüßen: Auf „mutterseelenalleinerziehend“ weist Maike von Wegen knallhart auf die prekäre Lage alleinerziehender Frauen in Deutschland hin.
Geschrieben von: Redaktion Philibuster   
© Maike von Wegen


Anlass für uns, an dieser Stelle eine warme Empfehlung auszusprechen und Auszüge aus dem frisch gestarteten Blogprojekt zu veröffentlichen: Maike hat uns nämlich die Genehmigung erteilt, Ihren ersten Blogpost nochmal bei uns zu veröffentlichen. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und sagen: Spread the Word!

Das fängt ja gut an!

Am Anfang waren ein paar Worte und die Worte sollten Fleisch werden.

„Sie sind schwanger!“

Schwanger? Ich?


Ich war zwanzig Jahre alt. Genau so alt, wie die Frauen meiner Familie schon seit Generationen immer waren, wenn sie ihr erstes Kind empfingen. Ich reihte mich also ein in die Tradition, von welcher ich immer geschworen hatte, dass ich sie durchbrechen würde.
Schwanger! Ich!

Das erste, was ich tat, war um eine Krankschreibung zu bitten. „Krank?“, die Ärztin, die diesen Job einzig aus dem Grund gewählt hatte, um Schwangerschaften zu begleiten sah mich misstrauisch an. „Sie sind nicht krank. Sie sind schwanger!“ Ich konnte nicht recht erkennen, wo da genau der Unterschied liegen sollte. Nicht umsonst sind es doch Ärzte, die diesen Zustand bestimmen und begleiten. Es war nicht leicht, doch schließlich bekam ich eine Krankschreibung mit dem Kürzel F32.1. Das steht für mittelgradige depressive Episode. Na schön.

Ich fuhr nach Hause und wartete, dass der Vater heimkehren würde. DER Vater. Der Kindsvater. Der Mann, den ich bis dato einen Jungen genannt hatte. Der Mann, dessen liebste Freizeitbeschäftigung der Rock ‘n’ Roll war. Als er am Abend endlich kam, war er erstaunt, dass ich bereits zu Hause war.

„Ich bin krankgeschrieben.“
„Krank? Wieso? Was hast Du denn?“
„Wir“
„Wie wir?“
„Was haben wir? ist die Frage!“
„Was haben wir denn?“
„Wir haben eine Schwangerschaft!“


Der zukünftige Vater musste sich setzen. Das tat er. Er schnaubte, seine Augen verdrehten sich für einen Augenblick so heftig, dass ich dachte, er fiele gleich um. Doch im nächsten Augenblick saß er schon, klammerte sich an die Lehne seines Stuhls und sagte den Satz, von dem ich dachte, nur Drehbuchautoren seien dazu fähig, derlei Dinge zu erfinden. „Das machst du weg!“, forderte er.
Ich schüttelte den Kopf. „Ja doch, Entweder dieses Kind oder ich!"

Der Rest war hässlich. Es flossen Tränen, es flogen Beschimpfungen und Schuldzuweisungen – wieso hast DU nicht verhütet? – Wieso ich – wer soll das denn bezahlen – Wie kannst DU mir das antun … usw. Es war ein harter Kampf, jedoch nichts im Gegensatz zu dem, was mich noch erwartete: Seine Mutter.

Nachdem ich den Vater davon hatte überzeugen können, dass nur Arschlöcher oder eben Drehbuchautoren zu solchen Sätze in der Lage seien, rafften wir uns irgendwie zusammen. Hin und wieder fragte er mich, ob ich ganz sicher sei, aber weiter wagte er sich dann auch nicht mehr vor. Schließlich besuchten wir seine Mutter, um ihr zu verklickern, dass sie nun bald Oma würde.
Es geschah im Auto, auf dem Weg zum Supermarkt. „Wir müssen dir etwas sagen.“

Ihre Reaktion war gewaltig. Unsere Gurte drohten uns zu strangulieren, als sie mit einer Vollbremsung hielt. Es hupte überall, in ihrem Gesicht bildeten sich tiefe Falten und sie drehte sich zu mir um, um ebenfalls einen Satz vom Stapel zu lassen, den ich keinem echten Menschen jemals zugetraut hätte: „Du zerstörst mein Leben! Warum tust du das?“

Es dauerte eine Stunde, bevor sie weiter fuhr. In der Zwischenzeit parkte sie am Straßenrand, schlug auf ihr Lenkrad ein, bewarf mich mit allem, was sie zu fassen bekam und heulte.So begann mein Leben als Mutterseelenallinerziehende.

Und das war erst der Anfang …

Wie es weitergeht erfahrt Ihr direkt bei Maike von Wegen. Und zwar auf ihrem Blog mutterseelenalleinerziehend

Kommentare zu diesem Artikel:
geschrieben von B. Logleser, Juli 22, 2011

...
Ja, fing ganz gut an, inzwischen stellt sich aber heraus, dass die Autorin ganz einfach überfordert ist mit ihrem Leben und dafür Gott und die Welt anklagt - aber an keiner Stelle überlegt, ob sie irgendetwas an ihrem eigenen Verhalten ändern könnte um die beschriebenen Zustände zu verbessern.
Schuld sind immer und ausschließlich die anderen - von der eigenen Mutter über den Kindsvater bishin zu den Ämtern und der Politik. Eigeninitiative scheint da zu enden, wo man mal was anderes machen müsste, als Leistungen anderer einzufordern.

Anlass für diesen Kommentar ist vor allem der heutige Artikel - "Sommerloch" - in dem sie beklagt, dass es in Berlin regnet und sie deswegen NICHTS mit ihrer Tochter, die erst gestern von einem mehrwöchigen Aufenthalt bei ihrem Vater zurückgekehrt ist, unternehmen kann. Sie schreibt allen Ernstes, sie hätte deswegen beim Jugendamt angerufen und erwartet, dass sie von dort gute Vorschäge bekommt - und klagt dann (mal wieder) dass die Vorschläge ja wohl unbrauchbar wären... Und weil die vom Jugendamt ihr nicht geholfen haben, muss sich ihre Tochter jetzt weiter langweilen (Klar, sie muss ja BLOG-Einträge verfassen...).
Im Ernst: je mehr man da liest, desto mehr lässt sich erahnen, warum der rest der Familie nichts mehr mit ihr zu tun haben möchte und das Kind in die eigene Obhut nehmen will (die Oma).
Lest das auf jeden Fall mit dem nötigen Abstand und mit Objektivität - und man muss ja auch in Betracht ziehen, dass sie nicht die ganze Wahrheit schreibt, also ruhig skeptisch bleiben - dann zeichnet sich unter Umständen ein ganz anderes Bild, als von der Autorin beabsichtigt...
geschrieben von Vera Haseloff, Juli 24, 2011

"Mama is a Jammerlappen" - sorry4
@B.Logleser Ich gebe zu, ich dachte zuerst "Mensch, schon wieder so ein Wichtigtuer, der kein Leben hat über das er schreiben könnte und deshalb einfach mal schlecht macht, was er im Internet liest". Allerdings scheinst du auch nicht alles oder Bild zu lesen, denn immerhin findest du dich hier im Feuilleton der Netzkultur ein und findest offenbar auch diese Lesetipps so interessant, dass du ihnen Folgst. Wie auch immer, ich habe deinen Kommentar gelesen und zur Kenntnis genommen.

Ich selbst bin "Mutterseelenalleinerziehend". Ich selbst stehe immer wieder vor diversen Schwierigkeiten, die bewältigt werden wollen. Ich selbst habe geglaubt, nachdem ich diesen Vorschlag und ersten Blogeintrag gelesen habe: Ja! Die Frau versteht mich! Und begierig nehme ich jedes Wort auf, dass ich über "Mütter wie mich" finden kann.
Und nun?
Ich wünschte mir von Herzen, ich hätte die Zeit, einen selbstinzinierenden Blog zu erstellen und jeden Tag meinem (Kinder-) Sorglosen Leben hinterher zu trauern und die ganze gemeine verregnete Welt da draußen dafür verantwortlich zu machen.
Es ärgert mich, dass ich keinen Kommentar im Blog selbst hinterlassen kann, weil meine "Kritik" nicht erscheint. Obwohl ich "Zielgruppe" bin, vertrete ich offensichtlich nicht die "Zielmeinung" und das macht mich stutzig. Es unterstreicht das "ganz andere Bild, dass sicher nicht von der Autorin beabsichtigt ist".
Vorerst inhaltlich wirklich mitreißend, floppt der Blog mit den Beiträgen "Panik" bis hin zu bereits bemängeltem "Sommerloch". Der Vater meines Sohnes kümmert sich gar nicht. Auch nicht für ein paar Tage im Jahr und trotzdem möchte er auch bei Schlechtwetter draußen und im Geldbeutel bespaßt und beschäftigt werden. Ich arbeite nicht zu Hause und kämpfe jeden Tag um Zeit für mich (UND uns).
Schade, aber irgendwie muss jeder selbst entscheiden, ob er das gut findet oder nicht. Die Entscheidung ein schlechtes Buch (oder in diesem Falle Blog) zu Ende zu lesen oder einfach zur Seite zu legen. Ich selbst lege diesen Blog zur Seite und suche mir ein stattdessen ein Gutes Buch in der Hoffnung, die Zeit zum Lesen zu finden.
Mit Dank zurück,
Vera
geschrieben von Von Wegen Freund, September 24, 2011

Na
Unglaublich - es gab erst einen richtig guten Blogeintrag auf "Mutterseelenalleinerziehend" und das ist der über Jeanette Bardua. Eine bewundernswerte Frau - das kann man über Frau von Wegen wirklich nicht sagen. Hat sie doch nicht mal den Mum, ihren eigenen Kommentar als solchen zu kennzeichnen.
Liebe Frau von Wegen. Machen Sie mal lieber "Wahlkampf" und überlassen sie das "Mutterseelenalleinerziehen" denjenigen, die es wirklich müssen.
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