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Deutsche Befindlichkeit
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Der Fight Club der German Angst |
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| Paketbomben im Kanzleramt, Rassismus-Tiraden und Kollektivschelte: Ein kuscheliger Start in den Herbst sieht anders aus. Bleibt nur das Wärmen an der Gewohnheit mieser Nachrichten. |
| Geschrieben von: Nadia Shehadeh |
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Auf der Flucht vor Negativmeldungen © Flickr stuant63
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Keine guten Zeiten für Schissbuchsen: „Gewalt! Gewalt! Gewalt“, so tönt es derzeit aus allen Medienkanälen. Alle Formen sind vertreten, und zuverlässig wie das Schnitzel den Fleischklopfer kriegen seit Wochen symbolisch und psychisch ganze Kollektive auf die Fresse. Die Migranten sind blöd und die Arbeitslosen stinkfaul (und wehe dem, der ein arbeitsloser Migrant ist!), und überhaupt, die Rockerbanden, die Asozialen, die Sponti-Demonstranten hier und dort, das Jungvolk, das keinen Nachwuchs produziert und das Land aussterben lässt – alles Pack, von dem nichts Gutes zu erwarten ist! Ein Europa der letzten Dinge? Fast schon wurde es langweilig, all diesen immer gleichen Tiraden zu lauschen, doch dann brachten die „Pakete“ der Linksextremen aus Griechenland zum Glück mal wieder ein bisschen „Bums“ in die Berichterstattung. Ha, nein, zum Glück ja nicht, denn die explosive Ware, die Angela Merkel erreichen sollte, konnte noch im Kanzleramt entschärft werden. Dennoch, wie hübsch sich diese neuen Ereignisse einfügen in den Informationsbusinessplan der Medialanstalten! Islamistischer Terrorismus (ach was: Islam!), Rockerkriminalität, Links- und Rechtsextremismus und durchgeknallte Kriminelle, die so unfähig sind, dass sie Bagatelldiebstähle nur in Verbindung mit Mord und Totschlag hinbekommen – man könnte meinen, man lebe in einem Europa der letzten Dinge. Und diejenigen, die auf`s Maul kriegen, verschießen ihr Gehirn an Defensivberichterstattung: „Wir doch nicht! Wir sind doch ganz arm dran! Seht doch her, wir sind ganz angepasste, liebliche, leistungsbereite Elemente unserer Gesellschaft! Und jetzt bitte nicht mehr böse sein!“, schallt es aus deren Kanälen, ganz so, als herrsche derzeit eine Allgemein-Ermangelung interessanter Themen vor. Das Gefängnis deutscher Erde Man versucht sich zu fangen und die ganzen Hiobsbotschaften zu verkraften, die da täglich auf einen eintrommeln, aber mitunter klappt das ganze kolportieren nicht mehr. „Wo sind denn jetzt nun mal wieder die schönen Verheißungen des Lebens und der Berichterstattung?“, jammert man in sich rein, aber wahrscheinlich bedeutet Verheißung in Wochen und Monaten wie diesen nur, dass irgendwann Schluss ist (von einer anderen Verheißung auf jeden Fall ist nichts zu spüren). Man könnte ja das Land verlassen oder besser noch den Planeten, denn eigentlich ist es ja kaum zu ertragen, unter den aktuellen Bedingungen eingesperrt im Gefängnis deutscher Erde verharren zu müssen, aber um dem demographischen Wandel nicht noch mehr Negativkurven zu bescheren, lässt man es dann doch bleiben. Und so hört man also den PolitikerInnen zu, die aber dummerweise heutzutage immer so aussehen und reden, als hätten sie etwas ganz ekelhaftes verspeist, das sie mit ganz viel Wasser runterspülen müssen, so dass auch da nicht wirklich Freude aufkommt. Pathologie, oh ja, ein bisschen davon braucht jede funktionierende Gesellschaft, aber im Moment ist es doch ein bisschen zuviel des Bösen. Doch was kann die Lösung sein? Vielleicht Gegenöffentlichkeit durch Gegeninformation? Vielleicht aber haben wir derzeit auch nichts anderes als die mythische Überhöhung derartiger Phänomene, verursacht durch gefühlt unerwartete Ausbrüche, das von den Massenmedien vermittelte Gefühl der Gleichzeitigkeit und das Ineinandergreifen politischer und kultureller Momente. Und vielleicht sind wir mir diesem Beitrag dem ganzen Kuddelmuddel da draußen dann auch selbst auf den Leim gegangen. Sei`s drum, und schließen wir für den runden Abgang mit Theodor W. Adorno: Mit der Idee nämlich, dass Radikalität nicht in einer Tat, sondern nur in der des Gedankens liegen kann. Kommentare zu diesem Artikel:
geschrieben von RodTheMod,
November 04, 2010 In der Tat
... fragt man sich, warum das Päkchen Berlin ausgerechnet jetzt erreichte. Brauchen wir mal wieder einen Vorwand? Wofür? Um endlich in Griechenland einmarschieren zu können? Vergesst den Irak, vergesst Iran. Griechenland sitzt auf riesigen Ölvorkommen und die wachsen sogar auch noch nach. Auf Bäumen. Unsere Berufsarmee aus Zivildienstleistenden steht dazu ja seit Jahren bereit. Nein, wir versohlen den Hellenen nicht die Hintern, wir pudern sie und wickeln sie ein - in wattig weiche Windeln. Heureka!
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