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Mein Philibuster
Deck +++ Alte Welt +++ "Missbrauch erzeugt Missbrauch"
Donnerstag, 18.02.2010
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Katholische Kirche
 

"Missbrauch erzeugt Missbrauch"

Der Augsburger Bischof Walter Mixa macht die sexuelle Revolution mitverantwortlich für die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche. 68er Rainer Langhans hat diesen Vorwürfen einiges entgegenzusetzen.
Geschrieben von:   
Das Zölibat ist das eigentliche Problem © Flickr / Kaptain Kobold / Philibuster


Mein Gott, Herr Bischof,
immer wieder die alte Tour: die Schuld auf andere abwälzen. Nicht die 68er, IHRE Priester haben sich an Schutzbefohlenen vergriffen.

In einem Punkt aber gebe ich Ihnen Recht, die „Sexuelle Revolution“ fand auch in die Kirche Eingang, damals.
Und das nach der Rekatholisierung oder „Moralischen Aufrüstung“ der BRD, nach dem Wertevakuum, das die Nazis hinterlassen hatten: Adenauer und die bleiernen 50er-Jahre. „Saubere Leinwand“, überhaupt Sauberkeit, „nicht sauber, sondern rein“ mussten die Waschmittel waschen. Ja, alles abschrubben und weißwaschen, was da an höllischem Dreck der Massenmorde an uns klebte.

Das Problem: Ihre sexualfeindliche Tradition

Da wollten wir 68er lieber „dreckig und ungewaschen“ sein.
Auch sexuell, denn diese brutale und gewalttätige Unterdrückung der Sexualität war unter anderem ein Antrieb zu morden. Da hat die Kirche eine 2ooo-jährige Geschichte.

Und jetzt, wo sich herausstellt, dass selbst unter Ihren erziehenden Priestern etwas angekommen war, zeigt sich, dass sie das nicht immer richtig hinbekamen - wie die Gesellschaft ja auch. Es waren ja die Erzieher Ihrer Kirche, die da manches falsch machten. IHRER sexualfeindlichen Tradition wegen? Missbrauch ist, die kindliche Sexualität zu unterdrücken und zu verbieten.

Zölibat kann Missbrauch sein

Und daher kommt doch die Gewalt Kindern gegenüber - in der Gesellschaft und bei Ihren Priestern. Missbrauchte werden selbst missbrauchen. Zölibat kann ein Missbrauch sein, der Missbrauch erzeugt. Verhindert wird er durch eine Sexualerziehung, die Kinder anleitet, mit Sexualität richtig umzugehen. Sie hinken dem noch immer hinterher.

Ja, Sie hinken ...

Kommentare zu diesem Artikel:
geschrieben von Ronald, Februar 19, 2010

...
"Zölibat kann ein Missbrauch sein, der Missbrauch erzeugt?" Wenn das heißen soll, dass das Zölibat (eventuell) zu Pädophilie führt, ist das doch ein genau so großer Quatsch wie die Aussage von Herrn Mixa. Wenn ich sexuell einigermaßen normal orientiert bin, und wegen dem Zölibat never ever Sex haben darf, dann vergehe ich mich doch deswegen noch lange nicht heimlich an kleinen Jungs. Das klassische Ventil für einen katholischen Priester, der es nicht mehr aushält, ist doch: die Haushälterin. Oh Mann.

geschrieben von Michael G. Symolka, Februar 23, 2010

Katholon - Augsburgs Bischof Mixa hat revolutionäre Thesen zu 68 und den Folgen
Bischof Mixa weiß zu jedem gesellschaftlichen Thema Stellung zu beziehen – und das wirkt oft so, als ob ein Blinder versucht Farben zu beschreiben! Alle Dekadenz, Degeneration der Moral und sexuelle Perversion entspringt dem dionysischen (gottlosen) Treiben der verkommenen 68-er, diesem hedonistischen Quell der Ekstase! Und das nur, weil die 68-er das Alltägliche versucht haben zu entkriminalisieren! (siehe z. B. § 175)

Allerdings - man darf ja nicht vergessen, dass die Jesuiten fast völlig freiwillig gerade mit sich und der Sexualität ins Gericht gehen - und zwar "streng"! - Also waren diese Jesuiten alles "Achtundsechziger" reinsten Wassers (ein bisschen Polemik darf schon sein, oder? – Auch wenn ich mich damit fast in den gleichen Niveauabgrund stürze) - Es ist nur noch lachhaft – nicht redikulös (Oeconomische Encyclopädie 1858 von J. G. Krünitz), was seine Exzellenz von sich gibt, wäre es nicht so beklemmend mittelalterlich und historisch auch noch hochgradig inkompetent. Das ist nicht mal Zynismus, denn der ist wenigstens oft verzweifelt intelligent und präzise! Aber nun gibt es ja den Ombudsmann (unabhängiger Schiedsrichter, mehr wird´s wohl nicht werden!) für „sexuelle Schuld“ in der katholischen Kirche.

Wer oder was zeichnet denn in erster Linie für Seelenverstümmelung durch rigide Zwangsmoral verantwortlich? - Ich hoffe das wird als die rhetorische Frage verstanden und ich kann mir die Antwort sparen...? Ich habe durchaus noch unter der Pestilenzglocke des Sündenfalls gesessen und den miasmatischen Gestank der allgegenwärtigen Schuld gerochen! Allein der "Fakt" der Erbsünde ist ja schon ein sadistisch quälerischer Moment, der seinesgleichen sucht - das kann man keiner Naturreligion begreiflich machen, was wir hier im Namen eines blutenden, gequälten Gottes für Salti schlagen, freihändig in der Luft oder besser noch in der Transzendenz! Ich hatte als Kind Angst für diesem armen aus allen Löchern blutenden Mann an diesem Kreuz – kein sehr versöhnliches Symbol für die Religion der Brüderlichkeit! (und die armen Schwestern standen natürlich immer schon am Herd oder lagen im Bette um zu gebären!)

Wer zwingt Menschen, die seelsorgerisch tätig sein wollen, in den Zölibat - und wie sagte dieser Gesichtsclown Bischof Jaschke bei "Hart aber fair" in der ARD: "Dann muss (die Betonung liegt auf muss und folgendem...) er eben eine freiwillige Entscheidung treffen, ob er Priester werden will!“ - Der Katholizismus konterkariert sich selbst und beschädigt damit noch unzählige Menschen - und Papst Benedikt spricht angeblich bei Opfern sexueller Gewalt nicht mehr von denselben (nämlich Opfern), sondern bezeichnet sie als "Überlebende" - welcher kluge Medienmann hat ihm denn das ins Brevier der Empathie geschrieben....? Übrigens Herr M, ich darf die prä-68-er „empirische Theorie“ wieder hervorholen: "Onanie erzeugt Rückenmarkskrebs und eventuell auch Blindheit, manche gehen auch von progressiver Imbezilität aus!" (Bis auf letzteres zitiere ich hier meine Eltern wörtllich) - Mit solchen Schuldgranitsteinen wurde man noch in den 50-er und 60-er Jahren des letzten Jahrhunderts erschlagen, im Sinne des selbstbestimmten Menschenkindes mit eigener Seele! „Gottseidank“ haben die 68-er mit diesem hanebüchenen Geisterspuk und dieser tiefkranken Mentalität wenigstens partiell Schluss gemacht. Unbelehrbare und Fanatiker gibt es immer und in progressiver Kontinuität - "erstaunlicherweise" findet man sie gerade in ausschließlich hierarchisch strukturierten Religionslehren! Was uns wiederum lehrt, der Mensch kann bequem ohne Gott leben, aber anscheinend nicht ohne Religion, um sich seiner Endlichkeit und Erbärmlichkeit nicht stellen zu müssen.

Welch eine Hybris: Die Krone der Schöpfung, der Mensch! - Ich empfehle Gottfried Benn - Morgue - frühe Gedichte. - Da fällt der Krone so mancher Zacken und vor allem Edelstein aus dem majestätischen Rund! – Herrgott im Himmel, kann man da nur noch ausrufen, lass Verstand auf das Bistum Augsburg regnen! Amen.
geschrieben von Michael G. Symolka, März 13, 2010

Zölibat und Mißbrauch
Lieber Ronald,
nur es ist belegt, dass sich Männer mit diesen Neigungen gerne Männerbünden anschließen, da sie glauben in hermetischer Abschottung besser mit ihrem Dämon zurechtzukommen - oder, im schlimmen Falle, da diese Männerbünde Nähe zu Kindern implizieren (Lehrer, Kirche, Internate etc.) diesem Dämon Zucker zu geben, da die Voraussetzungen ein Höchstmass an Geheimhaltung gewährleisten und man bei formbaren Menschen sehr leicht Schuld, Mitschuld, Selbstverständlichkeit, sogenannte Liebe, Nähe und das leider auch in dieser pathologischen Form suggerieren kann und die Scham der Opfer ein weiteres Bollwerk gegen Auseinandersetzung mit der wirklichen Realität ist. Es ist allerdings nicht belegt, dass der Zölkibat Pädophilie befördert - die Neigung bildet sich in der späten Adoleszenz und stellt die Betroffenen vor die Option eines inneren Ganges nach Canossa - den Mut zu finden die Neigung behandeln zu lassen oder sich in einem hervorragenden Versteck unter Männern einzurichten. Oft wird der 2. Weg gewählt.
geschrieben von bolbol, April 05, 2010

Es gibt Kindesmissandlungen, Kriege, Vergewaltigugen, ...- Warum?
... ist eine große Schweinerei.

Aber waum sind wir Menschen so komisch.

Es gibt Kindesmissandlungen, Kriege, Vergewaltigugen, ...

Sind einige von uns so machtsüchtig?
Was haben wir Menschen davon?
Ist es die Macht über andere, die uns so gut tut, dass sie zur Sucht wird.

Was meint Ihr dazu?
geschrieben von Nur ich, Juni 16, 2010

...
Es sollte nicht heißen Missbrauch erzeugt Missbrauch, sondern: missbrauchende Menschen erzeugen weitere missbrauchende Menschen um ihre Taten zu decken und zu verschleiern.

Das beschränkt sich nicht auf die Opfer (die werden dann zu Trauma-Überlebenden oder suizidal), sondern schliesst Kollegen, Angestellte oder Zeugen ein. Wer nicht mitmacht wird fertig gemacht. Und da sehe ich die sogenannte "Macht", die oben angeführt wird. Einfach nur dreckige Geheimnisse "erzeugen" oder herbeiführen und dann für sich ausnutzen.

Das ist nicht mal speziell für die katholische Kirche, das findet sich in jeder Organisation in irgendeiner Größenordnung wieder. Es dringt aber immer nur dann an die Öffentlichkeit wenn es gerade für irgendeinen praktisch ausnutzbar ist. Das alte Regime, die unliebsame Konkurrenz oder der argumentative Opponent wird so medial aufbereitet.

Sollte jemand auf die Idee kommen den jeweiligen Machthaber auch nur zu verdächtigen macht er sich unweigerlich zum Aussenseiter, denn Abwegiges tun ja immer nur die anderen.

Einfach mal drüber grübeln, wird man meistens schlauer von.
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