Schließen

Kostenlos registrieren!

  • Vertiefen und Erweitern Sie Ihr Netzwerk
  • Profile ansehen und neue Freunde hinzufügen
  • Teilen Sie Fotos und Videos mit der Community
  • Erstellen Sie eigene Gruppen und werden Sie Mitglied bei anderen Gruppen


Mein Philibuster
Deck +++ Alte Welt +++ Trendige Leichentücher
Sonntag, 03.11.2013
(4 Bewertungen)
Kommentare (0) Drucken
 
Sweater-Motive erinnern der Textilfabrik-Toten von Bangladesch
 

Trendige Leichentücher

Der Künstler Manu Washaus führt die Mode- und Textilbranche ad absurdum: Er druckt Fotos der Unglücksorte, an denen TextilarbeiterInnen zu Tode kamen, auf Sweater. In China ließ er 15 Exemplare produzieren.
Geschrieben von: Marko Pfingsttag   
Until sweaters do us unite (Foto: Anna K.O.)


Es ist bereits Washaus' zweite "Study of the Possible", Studie des Möglichen und Machbaren. Und wenn man so will, dann ist Bangladesch das Land der unbegrenzt drückbaren Produktionskosten: Über 1.000 Menschenleben kostete der Einsturz eines Textilfabrik-Komplexes im April, da nicht nur an Gehältern, sondern an den Gebäuden gespart wird, von Sicherheitsvorkehrungen ganz zu schweigen.

Auch Elend braucht ein wenig Ästhetik
 
Besonders ein Bild ging durch die Medien und um die Welt: Ein Paar, in einer letzten Umarmung und im Tod vereint. Ein "dankbares" Motiv, denn es entbehrt nicht nur einer gewissen Ästhetik, für das die Medien dankbar sind, sondern erzählt auch noch ein Geschichtlein romantischer Art. Der Katastrophe wird dann doch noch reichlich "Schönes" abgetrotzt. Der gängigen Praxis in den Textilfabriken tat das freilich keinen Abbruch, es wird dort praktisch wie eh und je produziert, das Thema ist für die Öffentlichkeit nicht mehr von Interesse.

Die Toten: ready to wear


Manu Washaus ließ nun in Zusammenarbeit mit dem Modelabel Bobby Kolade fünf solcher Nachrichtenbilder, Fotos von den Trümmern des Unglücksortes, auf Pullover drucken – nach einigem Hin-und-Her gelang es ihm, in der "Foxcon"-Stadt Shenzhen 15 Exemplare anfertigen zu lassen.
 
Untragbar, unerträglich und unmöglich, möchte man da meinen. Was von Washaus als Kunst im Kunstkontext gedacht war, reicht nun ganz konkret in die Mode hinein und bildet eine logische und schmerzhaft entlarvende Schleife. Die Zeit wird zeigen, wieviele der Exemplare auf Oberkörpern landen - und wieviele in Exhibitions und Museen.


Kommentare zu diesem Artikel:
Kommentar schreiben:

kleiner | groesser
Bitte den folgenden Code eintragen
security code
busy
 

REKLAME

FOLGT UNS

Philibuster bei FacebookPhilibuster bei TwitterPhilibuster RSS FeedE-Mail-Abonnement

Philibuster-Fan werden

REKLAME

Meistgelesene Artikel

Ähnliche Artikel


Neueste Beiträge

Meistgelesen