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Deck +++ Alte Welt +++ Ein Quantum Trost bei Umweltfrust
Montag, 02.05.2011
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Umweltforschung
 

Ein Quantum Trost bei Umweltfrust

In Sachen Umweltschutz sieht es nicht ganz so finster aus, wie uns Politik und Medien gerne weismachen wollen. Denn während Deutschland noch um die Glaubwürdigkeit seines Biosprits E10 kämpft, haben Forscher in den USA Erstaunliches herausgefunden.
Geschrieben von:   
Es gibt noch Hoffnung für den Umweltschutz © Flickr GUS314159


Wenn es um das Thema Umwelt geht, dann möchte man sich eigentlich in permanenten Hasstiraden mal wieder ordentlich den Frust von der Seele reden. BP verseucht den Golf von Mexiko, Fukushima verstrahlt Meer und Boden, Chemie- und Tankerunfälle vermiesen einem auch das letzte bisschen Fischgenuss und es ist sowieso alles total blöd. Dazu kommen die Bilder von amerikanischen Weißkopfseeadlern, die zu Hunderten über riesigen Müllkippen kreisen, weil sie überall woanders bedroht sind und sich dort leichter Futter finden lässt. Man könnte kinderleicht zahlreiche Seiten füllen und kommt doch zu keinem sinnträchtigen Schluss, wie man selbst irgendetwas an diesen Szenarien ändern kann. Und doch gibt es immer wieder einige wenige Lichtblicke, die beweisen, dass nicht alles schlecht ist. Zum Beispiel wurde herausgefunden, dass es Pilze gibt, die Plastik zersetzen können. Und Algen, die in der Lage sind, Biodiesel zu erzeugen.

Addicted to plastic

Plastik ist weltweit gesehen ein größeres Problem, als es sich der deutsche Durchschnittsbürger vielleicht vorstellen kann. Hier nimmt man einfach seine Joghurtbecher, Tetrapacks und die zahlreichen Tüten, die sich nach dem Einkaufen in so großer Fülle angesammelt haben, wirft sie in den gelben Sack und damit ist das Problem dann auch erledigt. In anderen Regionen der Welt wirft man Plastikmüll auch einfach weg, gerne auch ins Meer, wo sich im Pazifik mittlerweile eine Müllinsel von der Größe Texas‘ angesammelt haben soll. Meerestiere fressen davon und verenden oder aber sie verheddern sich im Abfall menschlicher Zivilisation. Doch nicht nur im Meer, auch auf dem Festland ertrinken manche Staaten im Müll, wie beispielsweise Bangladesch oder manche Bundesstaaten Indiens, in denen Plastiktüten mittlerweile verboten sind. Im Gegensatz zu vielen anderen Abfällen verschwindet der Plastikmüll in der Natur nicht einfach, da Mikroorganismen nicht in der Lage sind, ihn abzubauen. Darüber hinaus setzen viele Plastiksorten Gifte wie beispielsweise Bisphenol A frei, das unter dem Verdacht steht krebserregend zu sein. In Anbetracht dieser traurigen Tatsachen ist die Entdeckung von Forschern des Indian Institute of Technology in Madras umso erstaunlicher: Trishul Artham und Mukesh Doble konnten drei Pilzarten identifizieren, die in der Lage sind, Polycarbonat-Kunststoffe abzubauen. Zwei von ihnen konnten aus dem Boden isoliert werden. Der Abbau von Plastik gelingt umso besser, wenn der Kunststoff zuvor mit UV-Licht behandelt wurde. Innerhalb eines Jahres zersetzten die Pilze so fünf Prozent des zur Verfügung gestellten Kunststoffes und das, ohne dabei Bisphenol A freizusetzen.

Es ist ein kleiner Schritt und doch bewegt man sich in die richtige Richtung. Das Hauptproblem besteht jedoch sicherlich darin, dass überhaupt solche großen Mengen an Plastikverpackungen hergestellt werden, obwohl pflanzliche Alternativen, z.B. durch stärkehaltige Verpackungsmaterialien oder Stoffbeutel statt Tüten zur Verfügung stünden. An dieser Stelle muss sich einfach auch jeder selbst fragen, ob man jede Tomate in eine extra Plastiktüte packen muss und ob man einen Einkauf nicht auch mit Mehrwegverpackungen oder dem guten alten Einkaufskorb bestreiten kann.

Der wirklich grüne Sprit aus Grünalgen

Ein anderes Ärgernis sind dieser Tage wohl vor allem die horrenden Spritpreise, die selbst einem optimistischen Autofahrer die Tränen in die Augen treiben können. Und das Damoklesschwert schwingt über unseren Köpfen, denn selbst wenn man sich nicht gerade mit dem Diktator eines Öl-fördernden Staates anlegt, steht fest: Irgendwann ist es alle und dann muss man sich gemäß der Grundregel der Chemiker „Was weg ist, ist weg“ mit dem Gedanken auseinandersetzen, dass man eine adäquate Alternative benötigt. Diese Alternative könnte beispielsweise aus Algen gewonnen werden. Der Texaner Glen Kertz nutzt mit seiner Firma aus, dass Algen während der Photosynthese Kohlendioxid und Wasser in Zucker verwandeln, die dann weiter in Proteine und Öle umgewandelt werden. Das von den Algen gespeicherte Öl macht ca. 50 % ihrer Trockenmasse aus und bildet den Grundstoff für Biodiesel. Die mit den Algen betriebenen Bioreaktoren benötigen nur sehr wenig Energie und Wasser und kommen ohne den Einsatz von Pestiziden oder Düngemitteln aus. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Verwendung von Algen für die Biodieselherstellung nicht mit der Nahrungsmittelproduktion konkurriert, wie dies beispielsweise beim Rapsanbau der Fall ist.

Früher war alles besser? Na, wer weiß …


Natürlich ist vieles nicht in Ordnung und jeder der über die weltweite Umweltverschmutzung und Ausbeutung von Ressourcen meckert, hat in gewisser Weise Recht. Aber all die Umweltnörgele tragen selbst meist reichlich wenig zu einer Verbesserung der Situation bei. Oder verzichtet ihr aufs Autofahren und Verreisen, auf Lebensmittel in Plastikverpackungen und Früchte, die mit dem Flugzeug importiert werden? Es ist immer leicht, sich zu beschweren, viel schwieriger ist es zu handeln, denn man kann nicht erwarten, dass jemand anderes den Anfang macht.
Algen und Pilze, na vielleicht liegt in ihnen die Lösung unserer Probleme. Auf jeden Fall ist es ein ausgezeichneter Ansatz um neue Technologien zur Erschließung alternativer Energiequellen einzusetzen, sowie nach unschädlichen Möglichkeiten der Abfallentsorgung zu suchen. Nichts desto trotz muss in der Weltbevölkerung ein Bewusstsein für die Umwelt geschaffen werden und auch für das Erbe, das die nächste Generation mit den von ihren Vorfahren geschaffenen Problemen antreten wird. Doch solange die Menschen ein Jahr nach der größten Ölkatastrophe aller Zeiten wieder völlig unbedarft im Golf von Mexiko planschen, scheint die allgemeine Aufklärung wohl noch einen langen und steinigen Weg vor sich zu haben.

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