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Walter Mixa
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ErsguterBischof |
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Warum der in Verruf geratene und jetzt abgetretene Bischof Walter Mixa mehr mit Gangster-Rapper Bushido gemein hat, als ihm eigentlich lieb sein dürfte. |
| Geschrieben von: Nadia Shehadeh |
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Personifizierter Kirchen-Machismo: Walter Mixa © Ferdinand Haschner / Philibuster
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Vor kurzem in der Bildzeitung: Das Foto eines älteren Mannes. Er fläzt in den Sitzen eines dicken Autos, trägt eine überdimensionale Goldkette um den Hals und eine dunkle Sonnenbrille auf der Nase. Wochenlang erregte dieser Herr die Gemüter, da er sich wie ein Rowdy benommen hat.
Pikanterweise handelt es sich aber dabei weder um einen Zuhälter noch um einen klauenden Skandal-Hip-Hopper wie Bushido, sondern um einen hochrangigen Vertreter der katholischen Kirche: Willkommen in der Welt des Walter Mixa! Blicken wir weiter zurück und erinnern uns an die „skandalösen“ Vorfälle um die Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche Margot Käßmann: Alkoholfahrt (und das auch noch mit einem Mann auf dem Beifahrersitz, dessen Identität noch immer nicht geklärt ist), blitzschneller Rücktritt, Affäre sauber beendet. Ganz wie man es von einer Person des Kirchen-Establishments erwartet. Oder vielmehr so, wie man es von einer Frau erwartet? Keine Aussicht auf Einsicht Der Augsburger Bischof Mixa hingegen stürzte sich im „Glauben“ an seine unhinterfragbare Autorität in eine derbe Peinlichkeitsspirale. Nicht einmal Gehörgangspülungen sind so unerträglich wie Walter Mixas verbale Fehltritte: Die 68er hätten den Grundstein für sexuellen Missbrauch an Kindern gelegt und die Personen, die ihn der Anwendung körperlicher Gewalt beschuldigten, seien quasi fehlgeleitete Irre, für die er aber auf jeden Fall „beten“ wolle. Erst als bekannt wird, dass Mixa als Ratsvorsitzender der Waisenhausstiftung Schrobenhausen Gelder in beachtlichem Umfang veruntreut hat, wird die Luft für den Bischof dünn. Mixa soll unter anderem die Anschaffung eines Solariums und – trotz Alkoholverbot - Unmengen Wein für ein Kinderheim abgesegnet haben. Als obendrein der Erwerb zahlreicher überteuerte Kunstwerke den Monsignore in höchste Erklärungsnot bringt, zieht sich Mixa zurück. Gemäß des Sinnspruchs „Ist der Ruf erst ruiniert …“ kann man dann ja noch „die ein oder andere Watschen“, die man Heimkindern verpasst hat, zugeben. Von Emanzipation keine Spur Nach so viel geballter Wahrheit entschwand der Bischof erst einmal in den Urlaub – Ort unbekannt -, um „zur inneren Ruhe zurück zu finden“. Jedoch sollte diese nicht wirklich gestört sein, wartet doch auf den in Ungnade gefallenen Hirten künftig eine durch den Steuerzahler üppig finanzierte Pension von monatlich 5600 Euro. Stilvoller könnten nicht einmal Gangster-Rapper ihren Skandalen entfliehen. Die Fälle Käßmann und Mixa sind ein Lehrstück, wie Konflikte kirchlicher Autoritäten elegant (Käßmann) oder fremdbeschämend (Mixa) gelöst werden können. Darüber hinaus weisen sie aber auch auf den nach wie vor massiven Paternalismus kirchlicher und sozialer Strukturen hin, die sich in dem Irrglauben, so etwas wie weibliche Emanzipation sei unserer Gesellschaft bis heute nahezu formvollendet gelungen, weiter zementieren. Am Ende setzt sich der katholische Machismo durch, der mit den Grundwerten der Gangster-Rapper erstaunlich viel gemein hat. Es geht wie bei Bushido um „Respekt“, verbale Gewaltausbrüche, die jeden Ansatz rationaler Argumente gegen begangene Fauxpas kleinreden und als Lüge oder bloße Spinnerei abtun. Steht doch zu viel „Street Credibility“ auf dem Spiel. Ein Ruf, der bei den Anhängern mit jedem Fehler noch zu wachsen scheint. Seien es „nur“ geklautes Liedgut oder zerstörte Kinderseelen. Bushidos Credo lautet trotz zahlreicher Fehltritte ja noch immer "ErsguterJunge", für Walter Mixa müsste analog dazu gelten "ErsguterBischof". Kommentare zu diesem Artikel:
geschrieben von Marion,
Mai 16, 2010 Vorbild Käßmann
Wer in den letzten Wochen Frau Käßmanns Verhalten beobachtet hat, kann dieser Frau nur gratulieren. Alles richtig gemacht. Sauber zurückgetreten und jetzt wieder gut im Geschäft. Der Vorteil ihrer Amtslosigkeit: So schnell kann ihr jetzt keiner mehr den Mund verbieten.
Und zu Mixa: Wer war das doch gleich noch? ;-) Kommentar schreiben:
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Schade nur, dass die Käßmann selbst der Emanzipations-Illusion aufgesessen ist. Ja, schöne Geschichten, und das 2010!