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Weihnachten 2010
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Dunkel war’s, der Mond schien helle |
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| ... schneebedeckt die grüne Flur, als die Schnellbahn blitzeschnelle, stehend durch die Landschaft fuhr. Drinnen saßen frierend Leute, schweigend ins Gespräch vertieft, als der Räumdienst ohne Streusalz auf der Straße Schlittschuh lief. |
| Geschrieben von: Saskia Schäfer |
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Besinnung vs. Besinnlichkeit © Flickr h.koppdelaney
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Wenn uns Weihnachten 2010 im Gedächtnis bleibt, dann wahrscheinlich nicht wegen unpassender Geschenke, Streitereien mit den lieben Verwandten und angebranntem Essen. Das Schneechaos hat Deutschland so fest im Griff, dass sich selbst über weiße Weihnachten keiner mehr so richtig freut. Beliebtester Satz des letzten Jahres: „Seit Beginn der Wetteraufzeichungen gab es noch nie so viel Neuschnee / so eine Bullenhitze / so viel gottverdammtes Hochwasser.“
An den Flughäfen saßen in den letzten zwei Wochen viele Fluggäste fest, auch nicht zum ersten Mal in diesem Jahr. Ob Vulkanausbruch oder Wintereinbruch, die Bahn war in diesem Jahr der Gewinner und trumpft mit rekordverdächtigen Umsatzzahlen. Allerdings auch mit jeder Menge schlechter Presse. Für ein paar Stunden Sauna bzw. Iglu irgendwo zwischen Pampa und Walachei auch noch viel Geld zu bezahlen, hat wohl bei den wenigsten Bahnreisenden seelische Gelassenheit erzeugt. Wenn die Bahn selbst schon von Reisen mit derselben abrät, wähnt man sich in einer verkehrten Welt. Harmoniesucht bis zur Besinnungslosigkeit Ob Papst oder Bundespräsident, alle wünschen sich zum Feste mehr Menschlichkeit und ein harmonischeres Miteinander. Schade nur, dass der Transfer zwischen Extremwetterlage und Klimakatastrophe bei der Lage zur Nation unter den Teppich gescharrt wird. Ein bisschen Selbstbeweihräucherung hilft, um der Wahrheit nicht ins Gesicht blicken zu müssen. Nach uns die Sintflut ist leider nicht mehr angesagt. Die Sintflut wird so lange nicht warten. Aber Harmonie und Besinnlichkeit haben noch niemanden zur Besinnung gebracht. Das Klima spielt verrückt und das nicht erst, seit Jörg Kachelmann hinter schwedischen Gardinen mit seinem Staranwalt kokettiert. Heiß diskutiert werden da die vom Wetter verursachten Kosten für die Wirtschaft. Also investieren wir in K+S Aktien und verteufeln den Ölpreis. Waren bleiben im wahrsten Sinne auf der Strecke, gerne auch auf mehrere Quadratmeter Autobahn verteilt. Den Kommunen geht im Dezember schon das Streusalz aus und der Winter hat noch gar nicht richtig angefangen. Da drohen schon die ersten Gewerkschaften mit Streik beim Winterdienst im Februar. Ja, streikt ruhig. Merkt ja eh keiner, wenn es jetzt schon kein Streusalz mehr gibt. Ganz nebenbei hat die CDU einen neuerlichen Spendenskandal, diesmal in Rheinland-Pfalz. Das haut allerdings keinen mehr so richtig vom Hocker; Fast macht sich so etwas wie Politikverdrossenheit breit. Vielleicht ist es aber auch einfach nur das Sommerloch, das klimabedingt jetzt im Winter auftaucht. Spannend bleibt’s auch 2011 an der politischen Front. Schafft die FDP negative Prozentpunkte? Können Angela Merkels Mundwinkel noch tiefer sinken? Erhebt sich die SPD noch mal aus der Bedeutungslosigkeit und annektieren die Grünen Greenpeace? Wir werden es sehen. Kommentare zu diesem Artikel:
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