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Deck +++ Alte Welt +++ Wo die Wilden Koffer kennen
Montag, 18.11.2013
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Peinliche Foto-Motive im Rimowa-Katalog
 

Wo die Wilden Koffer kennen

Da staunt der australische Buschmann, wenn der forschungsfreudige Weiße mit Flugzeug und teuren Flightcases an seinen Gestaden landet! Nicht das einzige befremdliche Motiv im aktuellen Katalog des Kofferherstellers Rimowa.
Geschrieben von: Marko Pfingsttag   


Wer etwas auf sich hält, hält sich Koffer von Rimowa. Unkaputtbar – allerdings beschädigt ein Kauf das eigene Konto merklich. Was dem Celebrity fürs Gala-Event das Prada-Handtäschen ist, das ist dem Reisenden das Rimowa-Case. Weswegen sich die Company auf ihrem Facebook-Profil auch der Schnappschüsse von eben solchen Prominenten rühmt, die an den internationalen Airports dieser Welt mitsamt ihrem mit namhaftem Aluminum umhüllten Krempel gesichtet werden.

"Something special in the air: Das innovative Design und die enorme Stabilität des Aluminium-Gepäcks werden in kürzester Zeit zum Statussymbol der Weltreisenden. Denn die glänzenden Koffer verkörpern den höchsten Entwicklungsstand in der Technologie der modernen Gepäckproduktion."

Wie setzt man solch statussymbolige Produkte in Szene? Man photographiert sie für den Katalog, huiuiui, in den wilden Naturlandschaften Australiens. Uiuiui! Das heißt: Man montiert Fotos zusammen, deren Anblick auch dem unkundigen Betrachter die Augen verbiegt sowie die Reiselust vergällt. Alleine schon handwerklich. Und inhaltlich? Man möchte meinen, in Rimowa-World gebe es nur gelackte und gescheitelte Mannsbilder, Globejetter und Trendsetter, die Leistung bringen und Erfolg sowie ein schnuckeliges Weibchen an ihrer Seite haben. Stöckel-stöckel-äugel-quiek, "Kuck' mal Schatz, ein Kooaalaa! Ist der nicht niedlich?" - "Ja, jetzt komm wieder ins BMW Cabriolet! Es nieselregnet mir sonst noch auf die Alligatorledersitzbezüge!"
 
"Menschen mit Rimowa-Koffern sind Menschen, die viel unterwegs sind. Sei es beruflich, sei es aus Faszination für fremde Welten und Kulturen, für neue und manchmal auch außergewöhnliche Erfahrungen. Unabhängig davon, ob sie im australischen Buschland oder in Köln, im Wüstensand oder auf dem Wasser unterwegs sind."

À propos Buschland: Dort landen auf einem Motiv die zwei Wilderness-Exploratoren, Typ "Der englische Patient", also straight outta Empire. "Da, schau! Zwei aboriginesische Ureinwohner! Dunkelbraun und buckelig, wie die Natur sie eben schuf!" Die Aborigenes wiederum blicken befremdet und skeptisch drein, angesichts der Erscheinung der zwei Weißhäute und ihres blechernen Flugapparates.
 
Man muss weiterblättern, um die Hintergrundgeschichte dieses Motivs zu erfahren: 1923 mussten zwei Kölner Piloten auf ihrem Weltflug mit ihrer Junkers W33 (auf dem Foto abgebildet, besteht aus dem selben Material wie die Koffer) notwassern. 40 Tage und zahlreiche "Fluchtversuche" später werden sie von zwei Aborigines entdeckt und gerettet.

Eigentlich eine schöne Geschichte. Aber Rimowas Bilder erzählen irgendwie nur Blech.


Hier kann man sich selbst von den Fotos überzeugen, und hier die Rimowa-equipten Stars bestaunen.

 
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