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Deck -> Breitseite -> Alkohol ist auch keine Lösung
Montag, 07.03.2011
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Biosprit E10
 

Alkohol ist auch keine Lösung

Tanken oder nicht tanken? Was den neuen Kraftstoff E10 angeht, sind die Bürger immer noch stark verunsichert. Unterdessen kommen immer mehr Details eines Biosprit-Skandals ans Licht, für den aller Voraussicht nach auch K. T. zu Guttenberg über die Klinge springen musste.
Geschrieben von: Saskia Schäfer   
Kommt in Kürze: Das E10-Auto © zentapher.com


Die öffentliche Debatte über den neuen E10-Kraftstoff hat in der vergangenen Woche deutlich an Dramatik gewonnen. Während die Regierung weiterhin an der bundesweiten Einführung des Biosprits und der damit verbundenen Desinformationskampagne festhält, sind die deutschen Autofahrer zutiefst verunsichert. Bislang ist völlig unklar, welche Autos E10 vertragen, welche Höchstgeschwindigkeiten mit dem neuen Öko-Kraftstoff zu erzielen sind und wie die Beschleunigungsleistung einzuschätzen ist, wenn man mit seinem BMW M5 einen Porsche Cayenne bei 200km/h mit einem Minimalabstand von 20cm vor sich hertreibt. Die Deutschen sind vorsichtig und tanken vorsichtshalber lieber gleich Super Plus, um kein Risiko einzugehen.

Während sich an den Tankstellen Motoren und Gemüter erhitzen, versucht man in Berlin abzuwiegeln: Die Schuld für die Fehlinformation liege schließlich bei den Automobil- und Mineralölkonzernen und die hohen Preise seien zu einem Großteil der Profitgier Einzelner zuzuschreiben. Eine Stellungnahme Muammar al-Gaddafis hierzu stand zu Redaktionsschluss noch aus.

Aus Regierungskreisen war währenddessen zu vernehmen, man wolle weiterhin den Anschein einer ökologisch-innovativ ausgerichteten Wirtschaft in Deutschland wahren. Tatsächlich aber verdichten sich die Hinweise, dass die schwarz-gelbe Koalition vor allem die Automobilindustrie, sowie die Landwirtschaft mit dieser Maßnahme unterstützen will, auch wenn dies aus der Summe der Schuldzuweisungen nur bedingt hervor geht. Immerhin sei davon auszugehen, dass ein erhöhter Motorenverschleiß nicht nur das Ersatzteil-, sondern vor allem auch das Neuwagengeschäft ankurbelt. Gleichzeitig sei mit einer rapiden Verknappung der Rohstoffe für Lebensmittel zu rechnen, klagen Verbraucherschützer. Grund dafür sei ein höherer Preis für Getreide zur Ethanolgewinnung als für die Herstellung von kohlenhydratbasierten Lebensmitteln. Der Bauernverband nennt diese Argumente haltlos und spricht von „geringfügigen Margenunterschieden von nicht mehr als 80%“.

Die Automobilindustrie reagierte mit der Meldung, dass E10 vermutlich bei allen Motoren zu einem erhöhten Verschleiß führen könne, was weiteres Wasser auf die Mühlen der E10-Gegner goss. Die Meldung wurde in weiten Teilen der Bevölkerung mit Beunruhigung aufgenommen.

Regierungskomplott gegen zu Guttenberg?

Inzwischen erhärtet sich der Verdacht, dass die Plagiatsaffäre um zu Guttenberg Teil einer groß angelegten Vertuschungsaktion ist, die das Ziel hatte, die Bürger lange genug vom Benzinpreis abzulenken, bis nur noch E10 und Super Plus an den Zapfsäulen verfügbar ist. Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, wäre dies der erste Fall in der jüngeren deutschen Geschichte, in der ein (Lügen-)Baron zum Bauer(-nopfer) wurde.

Der Redaktion liegt ein Interview mit einer anonymen Quelle vor, die zu diesem Thema mit den Worten zitiert wird: „Der wird kein Bundeskanzler! Jetzt sägt er endlich nicht mehr an meinem Stuhl.“

Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums wehrte sich gegen den Vorwurf des Lobbyismus: „Natürlich […] muss allen […] bewusst sein, dass […] die Bekämpfung des […] Klimawandels […] unser oberstes Ziel […] ist. Anderslautende Meinungen […] sind völlig abstrus. Darüber hinaus sind wir den Wählern verpflichtet und Lobbyisten sind auch Wähler.“

Weiterhin sagte er, er habe auch nichts gegen höhere Steuereinnahmen, sollten die deutschen Autofahrer den Konsum des deutlich teureren Super Plus dauerhaft bevorzugen und verwies damit an das Bundesfinanzministerium. Auf die Frage, warum die Bundesregierung nicht stärker in erneuerbare Energien und den Ausbau der Infrastruktur für Elektrofahrzeuge investiere, zuckte er mit den Schultern und erinnerte an die Debatte zur Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke, denn da habe es ja auch funktioniert.

Über das soziale Netzwerk Facebook riefen die zu Guttenberg Anhänger unterdessen zu Demonstrationen an allen Tankstellen des Landes auf, um auf den vermeintlichen Regierungskomplott aufmerksam zu machen. Die zu Guttenberg Gegner hingegen lehnen eine Rehabilitierung des ehemaligen Verteidigungsministers ab; Ohne ordentliche Promotion könne man nicht (re-)habilitieren.

Regierung nennt E10 „alternativlos“

Kurzfristig muss nun die Frage geklärt werden, ob E10 wieder vom Markt genommen werden soll. An einer Alternative, die rückständig anmutenden Autos der 80er und 90er Jahre aus dem Straßenbild des Wirtschafts- und Innovationsstandorts Deutschland zu entfernen, mangelt es jedoch bislang.

Ein Insider vermeldete, man plane derzeit eine flächendeckende Marketingkampagne in Zusammenarbeit mit der Bild-Zeitung, um das Image des Biokraftstoffs E10 positiver zu gestalten. Es sei schließlich erstrebenswert alle zwei Jahre ein neues Auto zu fahren. Bereits heute würden sich die meisten Menschen dies wünschen.

Kommentare zu diesem Artikel:
geschrieben von MaxMucke, April 07, 2011

Der dumme Autoaugust
Fraglich bleibt, wer am Ende für den Schaden aufkommt, wenn die Karren dann doch nicht so recht mit dem E10 harmonieren. Die Hersteller bürgen zwar für die freigegeben Autos, haben aber sicherlich wieder ganz klein im Text einen Asterisk platziert, der auf ein noch winzigeres Kleingedrucktes verweist. So zahlt der dumme Autoaugust dann wie immer doppelt ... Schön auch, dass sich dadurch die Intervalle für einen KFZ-Neukauf weiter verkürzen: "Was, schon wieder kaputt?"
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