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Deck +++ Breitseite +++ Deutschland, Deine Opfer
Montag, 07.06.2010
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German Angst
 

Deutschland, Deine Opfer

Schwarz-Rot-Gräuel, Null-Bock-Gehabe und Status-Angst: Sind wir Deutschen tatsächlich eine Nation jammernder Opfer?
Geschrieben von:   
Selbst unsere Tugenden werden uns zur Last © flickr x-ray delta one


Wir sind oft schlecht drauf. Wir haben ständig Angst, unseren Job zu verlieren. Wenn wir einen sicheren ergattern, haben wir ständig Angst, in diesem ausgebeutet zu werden. Wenn es uns mal gut geht, fallen uns sofort neue Probleme ein, die unser Wohlbefinden bedrohen könnten. Eigentlich haben wir auf nichts Bock, weil ja eigentlich sowieso alles „scheiße“ ist. Und manchmal ist man so bocklos, dass man am liebsten alles hinschmeißen möchte. Das tut bei uns, wer es sich leisten kann. Zum Beispiel Horst Köhler, unser bisheriger erster Mann im Staate.

Selbst unsere Tugenden sind mit Last verbunden

Stress, schlechtes Wetter und die Angst vor Arbeitslosigkeit sind unsere Lieblingsprobleme. Und damit wir uns das Rumgestöhne auch bloß nicht abgewöhnen, sind unsere Lieblingstugenden direkt mit Anstrengung verbunden: Arbeitsmoral, Tüchtigkeit, Pünktlichkeit. Diese Sittenhaftigkeit ist natürlich gebunden an den uns immer noch geißelnden Marionetten-Arm der protestantischen Ethik, die uns den Hungertod an jeder Ecke wähnen lässt. Da ist es auch völlig überflüssig zu erwähnen, dass Statistiken zeigen, dass es uns materiell gesehen eigentlich noch nie besser ging als jetzt.

Getreu dem Motto „Ist das Leben nicht scheiße?“ wird generationenübergreifend gemeinsam das Tal des Jammers durchwandert. Es gibt die zwanzig bis dreißigjährigen Opfer, denen in den 90ern im Zuge der Sozialisierung durch das Musikfernsehen vermittelt wurde, dass Aussehen und Schlanksein Garanten des Erfolgs sind. Einem Großteil ist mittlerweile klar geworden, dass dem nicht so ist. Der nicht einsichtige Rest dieser Altersgruppe bewirbt sich derweil weiter bei „Germany`s Next Top Model“. Die Älteren hingegen jammern zumeist dem „Damals“ hinterher. Und wenn das „Damals“ auch für die Tonne war, kann man noch immer über die Jugend stöhnen. Oder über die Malaisen des körperlichen Verfalls.

Das Leben als Reha-Projekt

Ein Leben voller Verwirklichung, Spaß und Leichtigkeit, ein geschützter Rahmen wie in einem Reha-Projekt, in dem alles bequem und schön ist: Das wünschen sich die meisten. Glücklicherweise bleibt uns ein Licht am Ende des Tunnels: Nachdem Lena Meyer-Landrut Deutschland zu Europas Musiknation Nummer 1 gemacht hat, naht bereits die Fußball-WM. Für ein paar Wochen können wir also ganz nah dran sein an Verwirklichung, Spaß und Leichtigkeit. Selbstredend zumeist im Sitzen – genauso wie es sich für richtige Opfer gehört. Wenn das Leben sonst schon keine Reha ist.

Kommentare zu diesem Artikel:
geschrieben von Finn, Juni 08, 2010

Alles so bequem hier
Gerade bin ich bei YouTube auf den Trailer zu "The Age of Stupid" gestoßen http://tinyurl.com/2u6zdt2 und dessen Untertitel lautet ja: Warum tun wir nichts?

Ja, warum eigentlich nicht? Gerade die Deutschen beschweren sich ja lieber im stillen Kämmerlein, anstatt ihrem Frust öffentlich Luft zu machen. Sei es jetzt bei Protestmärschen gegen geplante Gesetze oder im kleineren Rahmen - zum Beispiel, wenn das Essen im Restaurant mal wieder versalzen war. Mürrisch gibt der Deutsche weniger Trinkgeld und murmelt sich den Gram in den Bart, anstatt etwas mehr Temperament an den Tag zu legen. Es ist inzwischen alles so bequem geworden, da vergisst man glatt, dass man sich manchmal auch noch anstrengen muss, um Dinge zu verändern.
geschrieben von Patricia, Juli 01, 2010

Lieber ein befreiender Tobsuchtsanfall
Ja, das stimmt. Austoben kann viel befreiender sein, als seine Probleme vor sich hinzujammern.
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