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Mein Philibuster
Deck +++ Breitseite +++ "Sex ist wie Minigolf"
Donnerstag, 17.12.2009
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Tiger Woods
 

"Sex ist wie Minigolf"

Tom Kummer, Vertreter des Borderline-Journalismus wurde kürzlich auf Facebook gefragt, ob er nicht ein fiktives Interview mit Tiger Woods führen möchte - dem besten Golfspieler der Welt, dem zahlreiche Frauengeschichten kürzlich das Image-Genick brachen. Philibuster hat sich schon einmal Gedanken gemacht, wie dieses Interview aussehen könnte.
Geschrieben von:   
Tiger Woods - mehr als Golfmaschine und Superhengst © Flickr / Keith Allison


Philibuster: Mr. Woods, warum haben Sie so lange zu den Vorwürfen geschwiegen?

Woods: Ist das nicht offensichtlich? Sie sind das erste europäische Medium, das mich fragt. Bei amerikanischen Medien hat es keinen Sinn, etwas erklären zu wollen, da läufst Du automatisch in die Clinton-Falle. So eine Geschichte weckt die Urprüderie der Amerikaner. Da zählen keine Fakten mehr, nur noch ihre verdrängten Phantasien.

Philibuster: Sie sind also nicht der …

Woods: … der schwarze Superhengst, der reihenweise weiße Blondinen flachlegt? Können Sie sich eigentlich vorstellen, wie es ist, jahrelang das Leben eines Golfprofi zu führen?

Philibuster: Das fällt tatsächlich schwer.

Woods: Schon meine Familie hatte nichts als den Golfsport. Meine zwei Halbbrüder und ich schufteten von Früh bis Spät auf unserem Minigolfplatz. Und wenn wir nur mal kurz verschnaufen wollten, war unser Vater sofort mit dem Gürtel zur Stelle.

Philibuster: Sie haben sich dann schnell in eine Traumwelt verzogen?

Woods: Ich wollte geliebt werden. Und das wurde ich nur, wenn ich diese Leistungen erbrachte. Und das ist bis heute so. Das hat mir nie gereicht.

Philibuster: Und die Liebe ihrer Frau reicht da auch nicht?

Woods: Natürlich gibt sich meine Frau jede Mühe. Sie liebt mich und das nicht wenig. Aber solche Liebe hat Grenzen, die mir schon als dieser kleine Junge zu schaffen machten. Ich wollte mehr …

Philibuster: Und sie hofften, dass sie als bester Golfspieler diese Liebe bekommen würden?

Woods: Ja, das habe ich gehofft. Aber wie ist die Wirklichkeit? Die meiste Zeit verbringe ich irgendwo auf der Welt zwischen Hotelzimmern und den Golfplätzen mit meinen Managern und Sportlerkollegen. Das ist zwar auch aufregend, aber doch eine einsame Sache. Ich brauche mehr. Die einzigen Menschen, denen ich da begegne und die zumindest vorgeben, etwas mit Liebe zu tun zu haben, sind meist schöne Frauen, die Sportstars lieben. Aber was ist das für eine Liebe? Sie denken Sex, klar. Mir geht es aber um etwas Anderes.

Philibuster: Aber der Teufel ist ständig im Angebot?

Woods: Der Teufel? Sie haben komische Vorstellungen. Selbst als etwas weniger eng denkender Europäer …

Philibuster: Es gibt vermutlich sehr wohl auch bei Ihnen ein Versprechen, ihrer Frau treu zu sein …

Woods: Ja und nein. Ich wollte immer auch berühmt sein, um von den Menschen geliebt zu werden, auch von Frauen. Heute bin ich alt genug, um gerade als Amerikaner aus dem Bible-Belt zu wissen, ab wann Sex wirklich Sex ist.

Philbuster: Das erinnert verdammt an Clinton. Sex ist nicht immer Sex?

Woods: Ja, wir Amerikaner hatten von Polanski über Jackson bis Clinton einige Beispiele. Und bei Ihnen gab es Boris Becker. Für die meisten Menschen gilt, wenn man mit jemandem intimer wird, ist es Sex oder "nur Sex". Na gut, in Beckers Fall hat er den Beweis ja neun Monate später selbst erbracht. In meinem Fall habe ich Sex höchstens mit meiner Frau - und das aus einer bestimmten Liebe heraus.

Philibuster: Die reicht Ihnen aber nicht, sagen Sie …

Woods: Sie sind doch ein bisschen langsam im Kopf, oder? Ich bin ein Star. Manche sagen, ein Mega-Star. Ich lebe in einem goldenen Käfig und lege goldene Eier, auf die sich meine Fans wie von Sinnen stürzen. Gerade Frauen tun das. Wie geht man mit einer solchen Liebe um? Natürlich möchte man sie erleben …

Philibuster: Geht das denn anders als über Sex?

Woods: Ich weiß schon; das sind alles Nutten, heißt es. Aber die Liebe dieser Frauen auf meiner Tour ist eine Form von Liebe, die oft über die familiäre Liebe einer Ehefrau hinaus geht. Die Biologie ist nicht mehr im Spiel, man tauscht sich auf ganz anderen Ebenen aus, auch in Gesprächen. Ich bin ja nicht der einzige Star, der auf diese Weise ständig ein Doppelleben führt. Ein erweitertes Liebesleben, wenn Sie so wollen.

Philibuster: Es geht also nicht um irgendwelche Bettgeschichten?

Woods: Der Medien-Boulevard bedient meist alte Bilder. Dort sind freie Frauen eben Prostituierte, gerade im puritanischen Amerika. So wie sie keine Sexmaschinen sind, bin ich keine Golfmaschine. Mit Frauen, die sich nicht nur Ehemänner in ihrem Leben zutrauen und daher erweiterte Erfahrungen machen wollen, kann ich mich daher gut austauschen. Sowas ist in unserer noch immer in Beziehungsfragen meist engen Welt offenbar ein gut gehütetes Geheimnis.

Philibuster: Mr. Woods, Sie wollen doch nicht ernsthaft behaupten, dass Sie mit all diesen Frauen, die den Medien intime Einzelheiten ihrer Nächte mit Ihnen schildern, nur geredet haben?

Woods: Ich weiß, es hat keinen Sinn. Offenbar ist ein komplexeres Geschehen zwischen Menschen selbst für Sie als Europäer schwer zu verstehen. Sie wollen eine billige Schlagzeile? Die liefere ich Ihnen: „Tiger Woods – Sex ist nur wie Minigolf“. Nehmen Sie die, die verstehen alle. Und manche vielleicht auch die Frage darin: Was ist Golf?

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