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Deck +++ Glanz & Gloria +++ Kein Sex ist auch keine Lösung
Freitag, 10.06.2011
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Kommentare (2) Drucken
 
30 Jahre AIDS
 

Kein Sex ist auch keine Lösung

AIDS wird 30 und das ist kein Grund zum Feiern. Schon gar nicht, wenn man mit der Ignoranz Russisch Roulette spielt. Aber kein Sex ist auch keine Lösung.
Geschrieben von:   
30 Jahre und kein Ende in Sicht: AIDS ist immer noch tödlich © Flickr Raúl


Nicht nur wir knacken einer nach dem anderen die magische Dreißig, in diesen Tagen gehört auch die gefährlichste Krankheit der Neuzeit zu den Geburtstagskindern. AIDS wird dreißig, hurra! AIDS? Ist das nicht wahnsinnig retro? Tja, liebe Kids da draußen, lasst euch gesagt sein, die Achtziger sind nicht nur modisch und musikalisch top aktuell. AIDS hat nach wie vor Hochkonjunktur, auch wenn man dem einen oder anderen wieder beim Buchstabieren behilflich sein muss.

Vor genau dreißig Jahren wurde zum ersten Mal über die gefährliche Immunschwächekrankheit berichtet. Da die Zahl der Homosexuellen unter den Erkrankten auffällig hoch war, wurde die Krankheit schnell als "Schwulenseuche" stigmatisiert, bis klar wurde, dass es die Heteros genauso trifft. Während ab Ende der Achtziger in jeder nur erdenklichen Form vor AIDS gewarnt wurde und die Auseinandersetzung mit dem Thema auch seinen Weg in die Schulen fand, hört man heute recht wenig auf allen Kanälen. Ab und zu findet man noch ein halbherziges "mach's mit" auf einer Plakatwand, idealerweise in abstrakt-lächerlicher Form, die sich dem Problem in Gestalt von Gemüse in Lümmeltüten nähert. Muss man sich ja nicht wundern, wenn die Jugend das Thema nicht mehr ernst nimmt. Hauptsache, nicht schwanger werden, der Rest ist Nebensache. AIDS ist doch inzwischen so gut wie heilbar, denken viele. Nein, AIDS ist mitnichten heilbar und es gibt auch bis heute keinen wirksamen Impfschutz. Zwar gibt es inzwischen Medikamente, die den Erkrankten eine hohe Lebenserwartung und -qualität ermöglichen. Das macht die Immunschwäche aber nicht zu einer Kinderkrankheit, im Gegenteil: Die Krankheit kann noch immer tödlich verlaufen.

Kulturgut Sex?


Die sexuelle Revolution der Sechziger- und Siebzigerjahre fand ein jähes Ende mit der Entdeckung des HI-Virus. Die freie Liebe wurde, kaum von einer Generation entdeckt, von der nächsten gleich wieder eingemottet, weil die ungezügelte Paarung einfach zu riskant wurde. Und heute stellen wir fest, dass wiederum die nächste Generation nichts daraus gelernt hat und häufig sogar mit dem Begriff AIDS kaum mehr etwas anfangen kann.

AIDS hat den riesengroßen Nachteil unsere Gesellschaft in einer ihrer freiheitlichen Grundfesten zu treffen. Diskret oder freizügig: Sex ist ein Kulturgut. Heute gehen nur noch religiös Überzeugte und Spätentwickler jungfräulich in die Ehe. Wir werden geradezu misstrauisch, wenn unser Partner kaum sexuelle Erfahrung aufzuweisen hat und vermuten dahinter ein ernstzunehmendes körperliches oder seelisches Problem. Doch die Gedankenlosigkeit beim Thema Verhütung kann eigentlich nur damit erklärt werden, dass sich niemand betroffen fühlt und die potentielle Gefahr einfach ausgeblendet wird. One-Night-Stands sind für viele Singles an der Tagesordnung (und auch für einige Nicht-Singles).

Oder ist es unsere heutige Zeit, die dieses verantwortungslose Handeln fördert? Die Rente ist unsicher und Krankenversicherungsbeiträge steigen immer weiter, während gleichzeitig in vielen Bereichen die Löhne stagnieren und sich Arbeitslosigkeit breit macht. Für viele ist der beste Weg mit der Perspektivlosigkeit umzugehen die reine Konzentration auf das Hier und Jetzt, wen kümmern schon die Rollstuhljahre? Feiern bis der Arzt kommt heißt die Devise. Und wenn im Eifer des Gefechts kein Gummi zur Hand ist, geht es eben auch ohne. Der Kerl oder die Tussi sieht ja nicht gerade krank aus, sonst wäre man ja nicht gemeinsam feucht und fröhlich.

Meilensteine der Werbung

Die größten Aufreger, die mit dem Thema AIDS in den letzten 20 Jahren einhergingen, waren die besseren und teils äußerst kontroversen Anti-AIDS Kampagnen. Man denke an die Benetton-Werbung mit einem sterbenden AIDS-Kranken auf dem Plakat Anfang der Neunziger. Die Presse echauffierte sich darüber, dass eine Modefirma derart geschmacklos für ihre Marke wirbt. In jüngerer Zeit sorgte die Kampagne "AIDS ist ein Massenmörder" für großes Aufsehen, in der Hitler, Stalin oder Saddam Hussein beim Sex mit einer knackigen Schönheit dargestellt wurden. Und wieder ging ein Raunen durch den Blätterwald der deutschen Presse - das, von der Zielgruppe ungehört, verhallt ist. Dabei erinnerte die Kampagne in ihrer Aufmachung ein bisschen an Computerspiele härterer Couleur und hätte doch allein dadurch die Aufmerksamkeit des Publikums erreichen sollen. Die Frage des Jahrzehnts ist, wie man die Jugendlichen zeitgerecht aufklären kann, ohne sie mit langweiligen Belehrungen vor den Kopf zu stoßen. Vielleicht sollten sich Kultus- und Gesundheitsministerium mal zusammentun und dazu ein Konzept erarbeiten. Nur hoffentlich läuft das dann nicht auf ein Lehrvideo heraus, in dem Annette Schavan und Daniel Bahr das Abrollen von Kondomen über Bananen üben.

Themen: AIDS Sex Sexualität
Kommentare zu diesem Artikel:
geschrieben von Louis, Juni 10, 2011

...
"Und wenn im Eifer des Gefechts kein Gummi zur Hand ist, geht es eben auch ohne. Der Kerl oder die Tussi sieht ja nicht gerade krank aus, sonst wäre man ja nicht gemeinsam feucht und fröhlich."

Da bleibt mir zur zu sagen: WORD!
geschrieben von EuroTanic, Juni 11, 2011

HIV und AIDS?
MIr konnte bis heute niemand einen Beweis vorlegen wie HIV AIDS verursachen soll. Es wird immer nur behauptet, aber keine wissenschaftlichen Studien vorgelegt. Bis heute.
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