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Mein Philibuster
Deck +++ Glanz & Gloria +++ Shit non-tattoed people say
Montag, 23.04.2012
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Kommentare (4) Drucken
 
Vorurteile gegenüber Tattoos
 

Shit non-tattoed people say

Semi hat die Schnauze voll von Leuten, die sie mit den immer gleichen Vorurteilen auf ihre Tattoos anquatschen - oder diesen Quark gleich auch noch medial aufbereiten. Ihr habt selbst Tattoos? Dann kommen hier zehn passende Antworten auf die gängigsten Totschlagargumente.
Geschrieben von: Semia Belhadj   
© 2012 Semia Belhadj / Philibuster


Tätowierte trinken mehr Alkohol, haben mehr Sex und neigen überdies zu risikobehaftetem Verhalten. Dies wollen „Wissenschaftler“ in einer französischen „Studie“ herausgefunden haben, indem sie willkürlich tätowierte Menschen vor diversen Clubs befragten und deren Alkoholpegel maßen. Die Anführungsstriche bei „Studie“ und „Wissenschaftler“  mache ich dabei gerade in der Luft und zwinkere dabei ziemlich auffällig.

Jedes Statistikbuch warnt gleich zu Eingang routinemäßig davor, Korrelation nicht mit Verursachung zu verwechseln und trotzdem werden Bullshitstudien, wie die eben genannte z.B. bei FOCUS Online publik gemacht. Das dies nur ein weiterer Versuch ist, bestehende Annahmen mit pseudowissenschaftlichen Untersuchungsmethoden zu bestätigen, schreibt Tobias Prüwer hier treffend.   

Für FOCUS lag der Zusammenhang klar auf der Hand, schließlich war „Der Gedanke (…) wohl, dass Eltern Tätowierungen als Warnzeichen deuten können, und dann das Gespräch über Alkoholkonsum suchen können.“

Jeder 10. Deutsche ist tätowiert. Hierbei  kann man also nicht mehr von einer Besonderheit sprechen,  oder wie meine 72-jährige Mutter kürzlich sagte: „Kind, das hat doch jetzt jeder, damit bist du nichts spezielles mehr!“  Auch meine Mama weiß, dass ich nicht tätowiert bin, weil ich eigentlich ein Drogenproblem habe und kleine Kinder verprügele wenn niemand hinsieht.

Die Gründe dafür, sich tätowieren zu lassen sind vielfältig: man findet es eben schön, es bedeutet etwas, man will einfach nur total komisch sein oder möchte sich auch an die Namen seiner Kinder oder Ex-Partner  erinnern können,  wenn man high oder stramm wie zehn Matrosen ist.

Das macht vor allem dann Sinn, wenn deine Kinder „Sunny-Jaklin“ oder „Bryan-Denis “ heißen.

Einen Unterschied scheint es allerdings doch zum nicht tätowierten Bevölkerungsanteil zu geben. Die Tätowierten scheinen kein Anrecht mehr auf körperliche und persönliche Distanz zu haben. Sie werden also von Fremden befummelt und begrapscht, ohne Ankündigung werden Kleidungsstücke zur Seite geschoben, sie werden festgehalten und die tätowierten Körperteile, sofern zugänglich, angestarrt. „Aha“ wird dann häufig gesagt. Oder auch „bedeutet das was?“ 

Und während der/die Tätowierte noch damit beschäftigt ist, die Verwirrung des körperlichen Übergriffs zu verarbeiten, beginnt die andere Person im Falle echten Interesses, in unterschiedlicher Art und Weise ihren Standpunkt über das Tätowieren zu vertreten. Abgesehen von den ohnehin schon bestehenden Vorurteilen über tätowierte Menschen und pseudowissenschaftlichen Statistiken, die diese bestätigen sollen, scheinen sie also auch noch öffentliches Eigentum zu sein.

An dieser Stelle folgt nun eine Zusammentragung verschiedener Kommentare und Fragen, die sich tätowierte Menschen häufig anhören müssen. Dazu gibt es auch gleich Antworten, damit unsereins beim nächsten Mal wieder ungesehen zur Bar verschwinden kann, um von einem weiteren Unbekannten angegrapscht zu werden. 

Deswegen haben wir uns schließlich tätowieren lassen. ENDLICH KÖRPERKONTAKT!

„Tat bestimmt voll weh, oder?“
Das Erträglichkeitslevel ist sehr unterschiedlich. Die einen halten es kaum aus, die anderen unterhalten sich weiter mit ihrem Tätowierer. Wenn du allerdings der Typ Mensch bist, der sich bei einer Blase am Fuß krankmeldet, solltest du das vielleicht lassen und lieber mit Aquarellmalerei anfangen.



"Ich überleg auch schon seit Jahren mir hier (Körperstelle andeutend) ‘nen Stern hinzutätowieren, aber da muss ich nochmal drüber nachdenken!"

Überlegen ist prima. Sollte man in Anbetracht einer lebenslangen Anschaffung auch gründlich tun. Vielleicht ist es aber nicht falsch, sich nach zehn Jahren die Frage zu stellen, warum du schon so lange überlegst. Das Problem bei einigen der „Ich überleg ‘nen Stern am Handgelenk-Personen“ ist, dass sie tätowiert sein für eine Clubkarte halten. Es macht dich aber nicht cooler, tätowiert zu sein, und es macht dich noch weniger cool zehn Jahre darüber zu reden, vielleicht irgendwann mal tätowiert zu sein. 
Mein Tipp: Lass es einfach. Wir haben dich trotzdem Liep.
 
„Vielleicht sollte ich mit was kleinem Anfangen, vielleicht meinen Namen in arabisch auf dem Knöchel? Naja, auf jeden Fall irgendwas, das man nicht sofort sehen kann!“
*Gähn* Ja, Prima. Fang mit was Kleinem an, irgendwas das keiner sieht. Es ist nachvollziehbar, dass Tätowierungen häufig sehr persönlich sind, und man sie daher lieber vor der Öffentlichkeit zurück hält, aber deinen Namen in Arabisch auf dem Knöchel? Damit du neuen Bekannten deinen Fuß ins Gesicht halten kannst, wenn sie dich fragen, wie du heißt?

„Ich find Tattoos scheiße, hat doch jeder Asi!“
Passt schon! Tattoos sind genau so weit verbreitet, wie schlechte Umgangsformen. Zum Glück gibt es neben den tätowierten Asis auch noch die tätowierten Nicht-Asis. Abgesehen von den Asis ohne Tätowierungen, auf die ich an dieser Stelle gerne hinweisen möchte.  Argumentationskette geschlossen.

„Was wenn du schwanger/alt wirst und deine Haut hängt/reißt?“ 
Im Falle des Schwanger-Seins muss ich mir wohl nur dann Gedanken machen, wenn ich mir eine Sonne oder ein Stoppschild um den Bauchnabel habe tätowieren lassen, und das sieht auch ohne Schwangerschaft beschissen aus. Was das Altwerden angeht: die meisten Tätowierten, die ich kenne, haben dieses Risiko durchaus bedacht. Haut wird faltig und runzlig wenn man alt wird, an diesem Umstand ändern Tätowierungen auch nichts. Abgesehen davon sehen sie dann nicht schlechter aus, sondern einfach nur anders. Und was ist an diesen Bro’s bitte auszusetzen?

„Ich find ja Tribals ganz cool!“
Ja, ok. Wenn du musst.

„Du wirst das irgendwann bereuen!“
Ja, die Möglichkeit besteht. Zum tätowieren gehört aber häufig auch die Bereitschaft, mit seinen „Fehlern“ auch leben zu wollen; das Wissen, dass es sich dabei um eine lebenslange Angelegenheit handelt, ist vorhanden.  Sollte ich dennoch irgendwann auf die Idee kommen, dass es völlig hirnverbrannt  war, sich einen Oktopus auf den Arm zu tätowieren, dann ist das eben so. - Ich werde mit den Konsequenzen leben müssen, und die Konsequenzen werden aushaltbar sein. Hierbei ist natürlich wichtig, sich vor dem Tätowieren schon gut zu überlegen, was und vor allem bei wem man sich stechen lassen will. Hier zum Beispiel ein erstklassiges Portrait von Anil Gupta ...

Du kannst dir deinen Nachwuchs natürlich auch einfach auf den Rücken tätowieren lassen, dann kannst du ignorieren, dass sie aussehen wie die Statisten von Return of the Living Dead (Tätowierer unbekannt, da hat er aber Glück gehabt!).

„Das war jetzt aber das Letzte, oder?“
Nein, Mama. 

„Wie willst du das deinen Kindern erklären?“
Ich muss denen gar nichts erklären. Zum Glück werden Kinder nämlich erst zu ignoranten Vollpfosten, wenn man sie dazu macht.

„Was sagen denn deine Vorgesetzten dazu?“
In etwa so etwas: „Was hast du denn da? (*grabsch*) Ach das ist ja hübsch. Hat das weh getan?“

Themen: Gesellschaft Medien Tattoos Tätowierung
Kommentare zu diesem Artikel:
geschrieben von Dani, April 24, 2012

...
"Das war bestimmt teuer oder?"
- Ja, aber zum Glück hält das auch für immer.

Sorgt direkt doppelt für Irritationen, wunderbar!
geschrieben von Bubu, Mai 09, 2012

...
Schade, dass Tattoos trotzdem tatsächlich zu 90 % eher verschandeln als verschönern...
geschrieben von Vladislav, Dezember 12, 2014

...
Meine Mutter z.B. ist einfach ein Arschloch!

Nein, das schreibe ich jetzt nicht weil ich wütend bin oder so, das hab ich auch so gemeint.
Also das vernünftigste ist sich das ganze genau zu überlegen, und sich dann einfach trotzdem tätowieren zu lassen, egal was die Eltern davon halten.

Das ist ja das gute daran, es hält für immer, kann einem keine wegnehmen...
geschrieben von Prashant Talreja, März 18, 2015

Get a Tattoo to show it to the world
I just love tattoos very much. They are used to symbolize the personality and nature of a person. I have got a Raven tattoo on my right forearm and i think that one should have to get a tattoo on that part of a body which is visible.
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