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Vogue vs. Fashionblogs
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Der Teufel trägt schwer |
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Anna Wintour, Chefin der amerikanischen Vogue, hat neue Hassobjekte entdeckt: Netz-Schreiber mit Mode-Verständnis. Über das Geschrei der obersten Fashionista kann die Blog-Welt aber nur hohl kichern, ebenso die Stilexpertin Wäis Kiani. |
| Geschrieben von: Nadia Shehadeh |
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Adieu Elite: Die Modewelt steht längst auch dem gemeinen Blogger offen © Flickr movimente
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Ein Gespenst geht um in der amerikanischen Redaktion des Hochglanz-Magazins Vogue. Es ist die Angst vor Fashion-Bloggern, die dem Exklusiv-Blatt Leser und Meinungshoheit in Sachen Mode streitig machen. Dass einige dieser Blogger noch in der Pubertät stecken – Netz-Jungstar Tavi Gevinson ist gerade mal 14 Jahre alt – macht die Sache für Wintour nicht leichter. Besonders dann, wenn diese so erfolgreich sind, dass sie bei wichtigen Modenschauen auf den vordersten Sitzplätzen sitzen und in der Nase bohren dürfen. Das kann eine Mode-Tyrannin natürlich nicht auf sich sitzen lassen. So schimpfte die Chefredakteurin unter anderem, dass diese Mode-Blogger „weniger Verständnis und Erfahrung“ haben als die Mitarbeiter der Vogue und deswegen hübsch still sein sollten. Verliert die Instanz etwa an Glanz? Offensichtlich ist Anna Wintour erst jetzt in 2010 aufgewacht und hatte bisher darauf gesetzt, dass die Dynamik des World Wide Web so elegant und effektlos an ihrer Vogue vorbeirauscht wie ein Chiffon-Kleid. Da nützt es auch nichts, beim Zurückrudern verlauten zu lassen, dass dieses neue Phänomen, dass "jedermann ein Mode-Redakteur und Mode-Autor" sein will, „in der Tat Vogue hilft“. Schließlich gelingt es vielen „Jedermanns“ anscheinend mühelos, das Vogue-Mode-Diktat ohne große Kraftanstrengungen außer Kraft zu setzen. Ein Teil der Blogger wird sogar inzwischen auch finanziell satt von den Kuchenstücken, die er der eisernen Regentin dreist und unter lautem Gejohle der restlichen Untertanen vom Teller mopst. Wäis Kiani: Vogue als Werbefläche für Unrat Überhaupt sei das Hochglanzmagazin Vogue auch was das Geschäftsmodell betrifft von gestern, bemerkt Wäis Kiani, eine der berühmtesten Mode-Kolumnistinnen Deutschlands, im Gespräch mit Philibuster. „Die amerikanische Vogue ist als Stil-Instanz in keiner Weise mehr geeignet und höchstens als Werbefläche für Unrat, den die Welt nicht braucht, zu gebrauchen.“ Und natürlich nutzt die scharfzüngige Mode-Expertin Anna Wintours peinliche Schimpftirade auch, um sich selbst ins rechte Licht zu rücken. Auf die Frage, wen nun verwirrte Fashion-Victims in Mode- und Stilfragen denn überhaupt noch konsultieren können, gibt Kiani die Antwort: „Mich!“ Kommentare zu diesem Artikel:
geschrieben von GalaGirl,
April 28, 2010
The WinTour is over ...
Frau Wintour wird auch so langsam einsehen müssen, dass der Betonboden ihrer Branche bröckelt. Diesen Umstand kann man mit noch so viel Glamour vertuschen, am Ende werden die wendigen Blogger die Nase vorne haben und die Dickschiffe müssen mit iPad-Apps und allerlei teurem Brimborium dagegenhalten ...
geschrieben von Glamourama,
April 28, 2010
...
... wären die VOGUE-Leute einigermaßen clever, würden sie die Blogger einfach einkaufen und für sich arbeiten lassen. Haben andere Magazine/Verlage ja auch gemacht. Ob das am Ende für eine "freie" Blogosphäre so gut ist, sei dahingestellt. Aber was ist in Zeiten von Apple schon "frei"? ;-)
geschrieben von Glamourama,
April 28, 2010
Generation Blogtikum
... das würde ich so nicht unterschreiben. Wer seine fachliche Kompetenz mit einem erfolgreichen Blog unter Beweis gestellt hat, sollte eigentlich auch einen Job ergattern können, wie das Beispiel "Les Mads" zeigt. Soviel Arroganz kann sich die Vogue dann doch nicht leisten ...
geschrieben von Flitze Feuerzahn,
April 30, 2010
Blogger
Dieser künstlich erzeugte Streit zwischen "Journalisten" und "Bloggern" hat also auch die Modebranche erreicht. Lächerlich! Am Ende lesen die Leute, was ihnen gefällt, egal, wer das geschrieben hat. Man sollte generell wohl besser von "Autoren" sprechen. Fachliche Kompetenz definiert sich doch nicht über eine Berufsbezeichnung. Aber in Deutschland fetzen sich die ehemaligen "Alphablogger" schon immer lieber untereinander, anstatt gemeinsam gegen Missstände (Abmahnwahn, Urheberrecht etc.) vorzugehen. Meine Hoffnung liegt auf den nachkommenden Generationen. Die entspringen dann hoffentlich nur noch einem Lager ...
geschrieben von Helena,
April 30, 2010
Hehe...
... deswegen lesen die Leute ja auch so gerne extravagante Titel wie "Feuchtgebiete". oder "Axolotl Roadkill". Und nicht weil Prominenz oder einflussreiche Verwandtschaft eine Marketing-Maschinerie in Gang setzen könnten!
Aaaach ja, Qualität als Selektionskriterium wäre toll... Wünsche ich mir auch... Hmmm...
geschrieben von Patricia,
Mai 01, 2010
...
Wenn ich mir manchmal das einschläfernde Blabla in vielen Modemagazinen durchlese, denke ich mir, sie sollten sich ein bisschen frisches Hirn gönnen und neue Autoren engagieren. Denn oft übersteigt die Qualität der Fotos die des Textes. Da könnte sicher der ein oder andere Blogger helfen.
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