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Anonymous-Aktivismus
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„Operation Tunesien“ gestartet |
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| Im Zuge der Proteste in Tunesien gegen die Politik der Regierung um Präsident Zine el-Abidine ben Ali wurden vor einigen Tagen Internetverbindungen zu aufständischen Orten und diverse Webseiten gesperrt. Gestern startete mit „Operation Tunesien“ der Gegenschlag der Hacker. |
| Geschrieben von: Nadia Shehadeh |
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Der Cyber-Bürgerkrieg ist längst Realität © Philibuster
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Um anscheinend eine weitere Verbreitung von Protestvideos über das Internet zu verhindern, in denen das harsche Vorgehen der Ordnungshüter gegen Demonstrierende gezeigt wird, sind seit Tagen in Tunesien unter anderem die Plattformen YouTube, vimeo, flickr, Dailymotion und Wordpress blockiert. Silvester wurde ein junger Mann bei einer Demonstration in Sfax in den Rücken geschossen und erlag seinen Verletzungen; zwei Tage später wurde ein weiterer Jugendlicher bei Auseinandersetzungen mit der Polizei getötet. Die Proteste haben sich mittlerweile auf weite Teile des Landes ausgeweitet. Aufmärsche gab es unter anderem in Siliana, Jeudouba, Mahdia und Maktar – in anderen Städten wie Maktar oder Sousse wurden Demonstrationen durch Behörden vor Ort verhindert. Was der Guardian vor einigen Tagen als „größte Story des Mittleren Ostens der Woche“ bezeichnete und sich dann doch noch korrigierte - die „wichtigste und inspirierendste Geschichte des Mittleren Ostens“ des letzten Jahres - juckt in unseren Breitengraden immer noch niemanden großartig. Das Desinteresse der westlichen Medien und die tunesische Zensur erschweren jedoch den Informationsfluss. Und nochmal zum Mitschreiben: Zum ersten Mal erlebt man eine Volksbewegung in einem arabischen Land, die sich nicht gegen Besatzer oder Kolonialmächte richtet, sondern gegen das eigene repressive Regime – aber keiner guckt so richtig drauf. Geht ja im Moment auch schlecht – gerade jetzt, wo in Bezug auf das Internet noch mal ordentlich an der Daumenschraube gezogen wurde. „Operation Tunesien“ Gestern, genau einen Tag vor dem heutigen Ende der tunesischen Universitätspause, der mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Protestorganisation der Studenten führen wird, startete die für mehrere Tage angesetzte „Operation Tunesien“ der Hackergruppe „Anonymous“. Dieses mit WikiLeaks sympathisierende Aktivisten-Netzwerk, das sich durch eine dezentrale und lockere Struktur auszeichnet, organisiert DDoS-Angriffe auf Webseiten – zuletzt zum Beispiel Mitte Dezember im Rahmen der spektakulären Aktion „Operation Payback“, die unter anderem die PayPal- und Mastercard-Seiten lahm legte. Getreu dem Motto „Wer den Bürgern keine Freiheit gönnt, verdient sie selbst nicht“ bündeln die Anonymous-Hacker ihre Kräfte – und setzen dabei auf Hack-Methoden, die kein versiertes technisches Wissen, sondern schlicht schiere Masse erfordern: Eine Webseite wird mit sinnlosen Anfragen überflutet, bis sie auch legitime Anfragen nicht mehr verarbeiten kann und abschmiert - so geschehen gestern Abend im Fall der Webseite der tunesischen Regierung, der offiziellen Webseite des Präsidenten ben Ali, der Regierungszeitung und der offiziellen Tourismus-Seite Tunesiens. Zensur im Visier „Die Zeit der Wahrheit“ sei angebrochen, so die Anonymous-Aktivisten auf ihrer Webseite. Und weiter: „Die tunesische Regierung will die Gegenwart mit Lügen und Fehlinformationen kontrollieren, um die Zukunft zu schreiben, die den Bürgern die Wahrheit vorenthält. Wir werden das nicht stillschweigend hinnehmen! Anonymous hat den Ruf nach Freiheit der tunesischen Bürger gehört. Anonymous ist bereit die tunesische Bevölkerung von der Unterdrückung zu befreien. Und wir werden es auch tun! Jede an der Zensur beteiligte Organisation wird ins Visier genommen! Wir geben solange nicht Ruhe, bis die Redefreiheit in Tunesien gesichert ist!“ Alteingesessene Hacker übten bereits harsche Kritik am Anonymous-System: Die internationale Ansammlung von politisierten und aufmüpfigen Berufsjugendlichen im Netz, die sich unter einem Schlagwort wie „Anonymous“ zusammenraufen und ohne detailliertes Technikwissen Hack-Angriffe starteten, seien unprofessionell und zudem wirkungslos. Und dennoch, im Fall Tunesiens haben die Aktionen der Anonymous zumindest drei wirksame Effekte: Aufmerksamkeit für die aktuelle Presse- und Meinungsunfreiheit Tunesiens und das Bekunden von Solidarität mit den Protestierenden. Und das Gewähren eines anschaulichen Blicks darauf, wie eine Generation mit dem Netz aufgewachsener Krisenkinder gegen Netzsperren, Zensur, Urheberrechtsklagen und Staaten, die kritischen Veröffentlichungen mit politischem oder juristischem Druck begegnen, aufmuckt – auch über die eigenen Landesgrenzen hinaus. Kommentare zu diesem Artikel:
geschrieben von Anonymous,
Januar 03, 2011
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"...und setzen dabei auf Hack-Methoden, die kein versiertes technisches Wissen, sondern schlicht schiere Masse erfordern" - Das mag für LOIC/HOIC/Slowloris/pyLOIC zutreffen. Zum Defacing der Seiten (wie heute Nacht geschehen) ist sehr wohl ein tieferes technisches Wissen erforderlich.
geschrieben von Carsten,
Januar 03, 2011
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"#optunisia" so far seems to have taken the same kind of disruptive strategy that Anonymous hackers used in December against PayPal and MasterCard when those companies announced they wouldn't do business with Wikileaks anymore. But while in those cases the "hacking" was limited to DDoS attacks that took down the sites temporarily, there is some evidence that the hackers involved in #optunisia have been a little more sophisticated—specifically, this screenshot taken of the Tunisian Prime Minister's website (courtesy WL Central)..."
http://gawker.com/5723104/anonymous-attacks-tunisian-government-over-wikileaks-censorship (Leider kann man das dazugehörige Bild nicht posten.)
geschrieben von Hannibal,
Januar 03, 2011
Auch Philibuster ist von der Zensur betroffen
Der Vorherige Artikel "Tunesien steht auf" ist bereits zensiert. In Tunesien ist es nicht mehr erreichbar. Es wird auch nicht mehr lange dauern bis dieser Artikel hier blokiert wird.
Youtube ist schon seit Jahren blockiert. Ich konnte zwar die Zensur bei den meisten Seiten umgehen. Youtube bleibt jedoch unerreichbar für mich. Leider werden die absolut meisten Videos bei Youtube gehostet. Kommentar schreiben:
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