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Bloggen in Deutschland
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Das Comeback der "German Angst" |
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Die Besorgnis vor rechtlichen Konsequenzen beherrscht zunehmend das deutsche Internet und unterdrückt jeden Ansatz, eine neue Art von Diskurs zu etablieren. Erfordert das Netz eine Neudefinition der Presse- und Meinungsfreiheit? |
| Geschrieben von: Michael Stepper |
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R obert Basic, ehemals Basic Thinking, jetzt eifriger Bastler in Sachen Buzzriders hat gerade mal wieder ein Thema angestoßen, das Blogger in Deutschland seit den Anfangstagen des Web 2.0 umtreibt: Warum bloß traut sich der deutsche Teil des Internets so wenig zu? Warum fällt das (Selbst-)Marketing so brav aus, warum werden heikle Themen immer mit Samthandschuhen angefasst, verpassen sich Blogger selbst Maulkörbe und unterdrücken dadurch den zündenden Funken, der nötig wäre, um auch hierzulande ein diskursives Feuer zu entfachen - wie beispielsweise in den USA?Die Mär vom rechtsfreien Raum Basic beruft sich auf die Angst um das eigene Image, ein Trend der sich vor allem auf Facebook beobachten lässt - kein Wunder, wenn Marc Zuckerberg neuerdings über die Abschaffung der Privatsphäre orakelt. Lieber angepasst, wenig authentisch und daher zumindest ein wenig erfolgreich, als unangepasst, innovativ, authentisch und vielleicht noch viel erfolgreicher. Doch welches Image ist gemeint? Das, dass noch gar nicht vorhanden ist? Das es erst noch aufzubauen gilt? Oder doch dieses Idealbild von dem wir träumen, das wir aber auf diese Weise niemals erreichen werden? Bei Bloggern scheint die Zurückhaltung weniger eine Frage des Images zu sein, sondern schlicht die Angst vor rechtlichen Konsequenzen. Nur zu gerne behaupten Politiker, das Internet sei ein rechtsfreier Raum. Dabei ist doch gerade das (deutsche) Internet ein Raum, der vor lauter Rechtsansprüchen kaum Luft zum Atmen lässt. Vielleicht erkennen das Politiker nicht, weil sie das Netz nicht verstehen. Oder weil es ihrer Meinung noch viel zu viele von diesen „Raubkopierern“ gibt, die mit ihrer Kostenloskultur einst erfolgreiche Geschäftsmodelle demontieren. Sich vielleicht sogar erdreisten, ein Wiedererstarken der vierten Macht im Staate zu fordern, was wiederum das Geschäftsmodell der Politiker in Frage stellen würde. Doch wer als Blogger Post vom Anwalt bekommt, weil er sich ermutigt sah, ob der neuen publizistischen Möglichkeiten seine Meinung gegenüber Fernsehsender, Politiker oder Firma XY kundzutun, wird in Zukunft mit ziemlicher Sicherheit vorsichtiger agieren und seine Kritik an weniger brisanten Objekten üben. Traumberuf Sozialblogger Es war Stefan Niggemeier, der kürzlich darauf hingewiesen hat, dass in Deutschland rechtlich immer mehr mit zweierlei Maß gemessen wird. Kritik, ein frei verfügbares Kontrollwerkzeug jeder demokratischen Gesellschaft, wird schleichend zum Luxusgut erhoben. Längst ist es zur Auslegungssache von Anwälten geworden, über die im Grundgesetz verankterte Presse- und Meinungsfreiheit zu entscheiden. Erfordert nicht zuletzt das Netz eine Reform gerade dieser Rechte? Besonders in Zeiten, in denen die Meinungshoheit nicht länger allein in den Händen solventer Verlage liegt, die sich Rechtsstreits mitunter bis hinauf zum Bundesgerichtshof leisten können? Muss denn ein Blogger erst zum Sozialfall werden, der, weil er nicht über ein Vermögen verfügt, rechtlich nicht belangt werden kann, weil ohnehin nichts zu holen ist? In diesem Fall müsste man dann auch, frei nach Werner Kroll, keine Angst mehr um das eigene Image haben: "Ist der Ruf erst ruiniert ..." Diesen Artikel mit anderen teilen:
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