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Geschäftsmodell Selbstverstümmelung
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Der Eine-Million-Dollar-Finger |
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| Um die College-Ausbildung seiner vier Kinder zu finanzieren, will ein Amerikaner seinen kleinen Finger opfern. Auf seiner Webseite milliondollardigit.com soll kräftig eingezahlt werden: sind eine Million Dollar auf dem Konto, holt er das Hackebeil raus. |
| Geschrieben von: Mimi Ansorge |
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Gebe Finger für Bildung - bei einer Million macht Jesse Ernst © Flickr timtak
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Die Startseite von milliondollardigit.com ist schlicht gehalten: Links ein Teufelchen, rechts ein Engelchen. Darunter jeweils ein „Spenden“-Button. Die Seite, die als erstes die Eine-Million-Grenze überschreitet, gewinnt. Mindesteinsatz sind zwei Dollar. Mitmachen kann jeder, der über einen Paypal-Account verfügt. Jetzt muss sich der Besucher nur noch entscheiden für was er einzahlen will: „Finger abhacken“ oder „Finger behalten“.
Die Idee zu diesem eventuell schmerzhaften Spendengeschäft hatte ein gewisser Jesse . Ein 35-jährige Amerikaner, der Geld braucht. Nicht etwa für sich, sondern zur Zukunftsabsicherung seiner Kinder. Gute Universitäten sind teuer in den USA und seine Kinder sollen es einmal leichter haben, als der Papa. „Ich möchte das Geld für die Ausbildung meiner Kinder anlegen. Sie sollen einmal studieren, um beruflich das machen können, was sie sich wünschen.“, sagt er gegenüber Philibuster. Dafür will er nun einen Teil seiner Hand opfern, denn wenn die „Finger abhacken“-Seite gewinnt, wird er dies auch live im Internet tun. Das Geschäftsmodell Selbstverstümmelung Was ist das für ein Mensch, der auf solche Ideen kommt? Jesse arbeitete schon mit 20 für ein internationales Unternehmen im Sales-Marketing. Wo sagt er nicht. Nur, dass es er viel gereist ist und Motorsport-Events auf der ganzen Welt begleitet hat. Neben dem Berufsalltag wollte er mal etwas anderes ausprobieren und meldete sich 2002 bei der US-Nationalgarde. Aus dem Spaß wurde allerdings Ernst, als Jesse 2004 – obwohl er nicht der Armee angehörte - in den Irak geschickt wurde. Für ein Jahr. Dort hat er mit Kindern gearbeitet, denen der Krieg die Hoffnung auf eine Zukunft nahm, und viel über sein eigenes Leben nachgedacht. Er wollte nicht mehr weg von Zuhause sein, getrennt von seiner Frau Amy, mit der er seit 14 Jahren verheiratet ist, und den Kindern. Für die war es besonders schwer. Vor allem für den ältesten Sohn. „Er hängt sehr an seinem Vater.“, steht im Blog von Jesses Frau. 2008 hat sich der Veteran selbstständig gemacht. Er berät Firmen bei der Gestaltung ihres Online-Auftritts. Er hatte schon immer ein Faible für das Internet und die Geschäftsmöglichkeiten die es bietet – auch wenn man dazu manchmal drastische Schritte gehen muss. Man kann spekulieren, ob es einem Menschen, der das Leid im Irak gesehen hat, leichter fällt, sich von einem Finger zu trennen. Jesse jedoch hat am eigenen Leib erlebt, dass viele Leute für eine gute Ausbildung durchaus mehr opfern würden. Schnipp Schnapp, Finger ab Jesse glaubt an das Gute im Menschen. Trotzdem ist er sich sicher, dass die „Finger abhacken“-Seite gewinnen wird. „Die Leute sind fasziniert vom Leid und Schmerz der anderen.“ Deshalb hat er schon mit einem Arzt gesprochen und sich einen Notfallplan zurechtgelegt: Ist der Finger erstmal ab, wird Jesse selbigen auf Eis legen und die nächste Notaufnahme aufsuchen. „Wenn es ein sauberer Schnitt ist habe ich immerhin eine 20-prozentige Chance, dass der Finger wieder angenäht werden kann.“, sagt er. Einen Rückzieher wird er nicht machen. „Ich werde mich dann damit arrangieren müssen, dass mir ein Finger fehlt.“ Um seinen Verlustschmerz zu lindern, will er 100.000 Dollar des Geldes in sein Traumauto investieren, eine Corvette ZR1. Die lässt sich auch mit neun Fingern problemlos steuern. Kommentare zu diesem Artikel:
geschrieben von Patricia,
November 21, 2009
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Warum versucht er es nicht auf klassische Art und Weise und spart das Geld für die Ausbildung seiner Kinder? Es macht nicht den Eindruck, als würde er wenig verdienen. Wenn arme Menschen auf solch eine Idee kommen, kann das noch nachvollziehbar sein, aber jemand, der Arbeit hat?
geschrieben von Michael Stepper,
November 24, 2009
Motivation
Na ja, so gesehen ist das ja keine verkehrte Idee und auch moralisch nicht verwerflich. Wenn Jesse klassisch sparen würde, wäre er wohl einige Jahre beschäftigt. Und ob dann noch die Corvette drin wäre, ist fraglich. Letztendlich geht es ihm um das Geld und daraus macht er - wenn man seine Tweets verfolgt - auch keinen Hehl.
geschrieben von yanyuanzhang,
Mai 21, 2011 yanyuanzhang
Some of these have pre-programmable buttons so the child can keep in touch with their parents or call for help if necessary.
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