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Mein Philibuster
Deck +++ Neue Welten +++ Drama, Baby!
Donnerstag, 22.04.2010
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Social Networks
 

Drama, Baby!

Das war’s dann wohl: Stars und Sternchen melden ihre Trennungen seit neustem via Facebook oder Twitter direkt bei der Zielgruppe. Für die Fans dramatisch zugespitzter Boulevard-Geschichten eine herbe Enttäuschung.
Geschrieben von:   
Digitaler Beziehungsstatus © Flickr yonmacklein / Philibuster


Tara Reid hat ihren Beziehungsstatus geändert. - „Tara Reid ist jetzt Single.“ Bei Facebook vermeldete die Schauspielerin neulich das Liebes-Aus mit dem deutschen Unternehmer Michael Axtmann. Reid kennt man unter anderem, weil sie als „Vicky“ in der High-School-Sex-Komödie „American Pie“ so schön über das erste Mal sagt: „Es muss absolut perfekt sein. Ich möchte, dass es zur richtigen Zeit am richtigen Ort passiert.“ Und der Typ so: "Vicky, es geht hier um Sex, nicht um den Start einer Rakete."

Tara Reid hat –privat – jetzt keinen Typen mehr. Aber Tara Reid  ist nicht allein. Auch Chelsy Davy, Ex-Freundin von Prinz Harry (ja, der Ex-Krawall-Bruder) und das Ex-US-Model Shawne Borer-Fielding, Ex des Schweizer Ex-Botschafter Thomas Borer, machten ihre Trennung via Facebook publik. Borer-Fielding wurde sogar episch: „Ich fühle mich wie in einem Film! Mein Mann hat mir zum Valentinstag die Scheidungspapiere serviert.“  Viel artiger haben sich US-Komiker Jim Carrey und MTV-Kult-Badenixe Jenny McCarthy getrennt. Man sei dankbar für die gemeinsam verbrachte Zeit, twitterte das Ex-Paar Anfang April. Und Carrey wünschte seiner elf Jahre jüngeren Ex-Freundin nur "das Allerbeste".

Und warum interessiert uns das?

Wenn heute von Facebook und Twitter die Rede ist, geht es oft um die unbedachte Preisgabe privater Informationen. Selbsternannte Datenschützer und Ilse Aigner („Privates muss privat bleiben“) werfen den Betreibern sozialer Netzwerke vor, sie würden die Nutzerdaten nicht ausreichend schützen und an Dritte verhökern. Sicherlich zum großen Entsetzen der Betreiber drohte sie Facebook gar, ihr Profil zu löschen.

So genannte Kommunikations- und Medienexperten zitieren dann gerne den US-Soziologen Richard Sennett. Der prophezeite unserer Gesellschaft eine „Tyrannei der Intimität“ und meinte damit einen Trend, in dem das Private immer stärker das Öffentliche überlagert. Bei vielen Prominenten droht aber keine Gefahr. Denn sie haben der Öffentlichkeit nichts mitzuteilen als: ihr Privates. Sennetts Theorie ist übrigens aus den 70ern.

Bitte füttern Sie den Pawlowschen Hund!

Wir lesen solche Beziehungskisten gerne. Deshalb gibt es Journalisten, die sie recherchieren. Sie pflegen Kontakte zu Prominenten, damit diese ihnen die neue Liebe, das erste Kind oder das letzte Date zuerst verraten. Was passiert nun, wenn Tara Ried ihre Trennung einfach selbst vermeldet?

Egal ob die Blondine die News selbst bei Facebook postet oder nur posten lässt: Sie erreicht über ihr Profil genau und unmittelbar ihre Fans und braucht dafür weder Journalisten noch eine Zeitung oder einen Verlag. Facebook gibt Tara Reid eine Möglichkeit, die Berichterstattung über sich selbst zu kontrollieren. Und es steht die Frage im Raum, ob der Journalist demnächst abgeschafft wird. Es liegt natürlich nahe, wie der Pawlowsche Hund schnell die Neue-Kommunikationsformen-im Netz- Karte zu zücken, aber das ist nur die halbe Wahrheit.

Wir werden um jede Menge Spaß gebracht

Wahrer ist: Solche Trennungen auf digitalem Wege sind: langweilig. „Tara Reid hat ihren Beziehungsstatus geändert.“ „Tara Reid ist jetzt Single.“ Das hat weder die Shakespearesche Wut (Othello: „Weg mit Dir, Schandhure!“) noch den Gout jener Schlammschlachten, die sich B- und C-Prominente in den Boulevard-Medien liefern („Modedesignerin“ Sarah Kern in BILD: „Ich habe noch nie Kokain genommen.“ Noch-Ehemann Goran im gleichen Blatt: „Sarah muss eine Therapie machen.“)

Die Öffentlichkeit wird um ihr Entertainment in Wort und Bild gebracht. Dabei brauchen wir – wenn wir ehrlich sind – dringend den Start einer Rakete und jede Menge Drama, Baby!

Kommentare zu diesem Artikel:
geschrieben von Tom , April 23, 2010

Bi Ba Boulevard
Lustig, ähnliches habe ich mir gedacht, als Ashton Kutcher den Hintern seiner Herzensdame präsentiert hat. Das alleine mag vielleicht für einen kurzen Moment erheiternd sein, am Ende will ich aber bei einer längeren Geschichte doch meiner Fantasie freien Lauf lassen dürfen. So sehr man die Boulevardpresse auch verteufeln mag, am Ende erfüllt sie doch ein Grundbedürfnis eines jeden Menschen: die Flucht in eine fiktive Realität ...
geschrieben von Chris Schwartz, April 23, 2010

Aufmerksamkeit um jeden Preis
Na ja, ob die Stars und Sternchen auch immer selbst twittern und facebooken ist ja nicht bewiesen. Meistens werden wohl Ghostwriter diesen Job erledigen. Am Ende ist das dann auch nicht allzu spannend - vorallem: wer hat überhaupt Zeit, diesen ganzen Krimskrams zu lesen? Herr Kutcher hat das ja ad absurdum geführt mit seinem Follower-Rennen gegen CNN ... das grenzt an SPAM-Methoden. Die Prominenz scheint vor allem Angst vor der Vorstellung zu haben, ihre Accounts könnten irgendwann stillstehen ...
geschrieben von Ronald, April 24, 2010

...
Naja, ihr Journalisten werdet schon nicht gleich arbeitslos werden. Die Frage nach dem bedeutenden und wichtigen und spannenden Warum ist mit einer simplen Statusmeldung "„Tara Reid ist jetzt Single.“ ja noch nicht geklärt, nein, vielmehr stellt sie sich dadurch erst!
geschrieben von Patricia, Mai 11, 2010

Wo bliebe das Drama?
Da fehlt mir ja völlig das Drama, wenn ich mich durch zahlreiche uninteressante Tweets klicken muss à la "hatte gerade Fisch zu Mittag", um endlich an die spannende News zum Ex-Lover zu kommen. Und man kann sagen, was man will, kaum jemand erfindet so schöne Substantive wie die Krawall-Medien. Das macht ihnen so schnell kein Promi nach.
geschrieben von Il Massimo, Mai 16, 2010

Twitter. What?
Ich denke auch nicht, dass Twitter und Co. die Yellow-Press so schnell ersetzen können. Dazu fehlt in der Tat das ganze Drama. Und wer kann in 140 Zeichen schon groß Emotionen wecken. Nach wie vor frage ich mich, wer außer PR-Agenten und Promis kann überhaupt von diesen öffentlichen Kurznachrichtendiensten profitieren?
geschrieben von day trading 101, Oktober 06, 2015

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