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Mein Philibuster
Deck +++ Neue Welten +++ Und plötzlich war da Facebook eMail
Freitag, 20.05.2011
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Kommentare (4) Drucken
 
Facebook Messaging
 

Und plötzlich war da Facebook eMail

Facebook stellt in diesen Tagen immer mehr Profile auf das neue Nachrichtensystem um. Jetzt hat es auch mein eigenes erwischt und das, was ich da neben Facebook eMail erblicke, erscheint nicht nur datenschutzrechtlich höchst bedenklich.
Geschrieben von:   
Wenn Marc Zuckerberg dreimal klingelt, dann ist es Zeit für Facebook eMail © Gerhard Palnstorfer / Philibuster


So recht wollte ich meinen Augen nicht trauen, als mein Facebook-Nachrichtensystem gestern im neuen Gewand daherkam. Facebook eMail, Facebook SMS und alle neuen Features, die Marc Zuckerberg in den letzten Monaten so groß angekündigt hatte, waren auf einen Schlag in meinem Profil verfügbar.  Und – um das gleich vorwegzunehmen – sie lassen sich auch gar nicht mehr abschalten, geschweige denn in ihren Urzustand versetzen. Während viele meiner Freunde aber noch gar nicht von dieser Umstellung betroffen sind, macht sich in den Facebook-Foren bereits großer Unmut breit.

Kommunikations-Chaos im Social Network

Nicht, dass mich die neue Funktion Facebook eMail stören würde, so weit – dem weißblauen Kraken auch noch meinen Mailverkehr offenzulegen - würde ich dann bei aller Datenschutz-Naivität doch niemals gehen. Was sich Zuckerberg und Konsorten aber beim Umbau des Nachrichtensystems gedacht haben, weiß der Teufel. Nicht nur gibt es ab jetzt keine einzelnen Unterhaltungen mehr sondern Unterhaltungsstränge. Das heißt: alle Unterhaltungen, die ich je in der Vergangenheit mit einer Person geführt habe, sammeln sich nun in einer einzigen – teilweise undendlich langen –Nachricht. Nicht gerade praktisch, wenn man Unterhaltungen zu einem bestimmten Thema geführt hat. Da es aber keine Einzelunterhaltungen mehr gibt, darf ich mich nun in einer Scrollorgie durch seitenlange Nachrichtenschläuche hangeln, um einzelne Antworten herauszupicken. Facebook mag es nun vielleicht leichter fallen, meine Nachrichten zu crawlen und mein Nutzerprofil peu à peu zu komplettieren, für mich aber wird durch diese Umstellung die Kommunikation mit meinen Freunden zu einem unüberschaubaren Wust an Information.

Auch in Sachen Facebook Chat sollte wohl nichts mehr dem Zufall überlassen werden. Anstatt der losgelösten Chatfunktion werden nun Chat und Nachrichten zu einer Einheit verschmolzen. Verschwanden Chatnachrichten bisher mit dem Auslogg-Vorgang, legt Facebook nun feinstsäuberlich Chatprotokolle an, die sich dann im großen Nachrichtenstrang wiederfinden. Auch hatte ich bislang die Möglichkeit, einem Freund, der den Chat verlassen hat, auf Wunsch aus dem Chat eine Nachricht zukommen zu lassen. Dies geht nun automatisch. Der Übersichtlichkeit und der Usability (das Durchsuchen der Nachrichten hat bisher nicht wirklich funktioniert) schadet das weiter, aber die Kommunikationsdaten, die Facebook dadurch zur Verfügung stehen, steigen gewaltig an. Wie bei so vielen Updates hat Facebook wieder einmal zahlreiche Hürden in das Bedienkonzept eingebaut, die das Löschen von Inhalten für den Nutzer deutlich erschweren (Nachrichten in Facebook eMail können daher auf den ersten Blick auch nur archiviert und nicht direkt gelöscht werden). So bleiben die Inhalte erst einmal bei Facebook und dem Nutzer wird ein überschaubarer Posteingang vorgegaukelt, weil er ja nun auf den ersten Blick mit deutlich weniger Nachrichten hantieren muss.  Dabei sind die Nachrichten ja immer noch vorhanden, nur verschwinden diese eben dauerhaft in den neuen Unterhaltungssträngen.

Von der Dreistigkeit des Markführers

Facebook weiß ganz genau, warum es diese drastischen Änderungen nur sukzessive einführt. Viele Leute – und dazu zähle ich mich leider auch – kommunizieren inzwischen recht rege über das Social Network, weil eine persönliche Nachricht oft schneller geschrieben ist, als eine eMail (auch wenn Facebook eMail da ja Abhilfe schaffen will). Facebooks Gebahren allerdings, mir mit aller Macht noch mehr Daten abzupressen, hat meine Einstellung zur Kommunikation über Facebook rapide geändert. Anstatt eine freiwillige Testphase des Systems anzubieten, werden mir die Funktionen ohne Mitteilung aufs Auge gedrückt ohne – wieder einmal – Rücksicht auf den Schutz meiner Daten zu nehmen. Und das in einer Dreistigkeit, die sich nur ein Marktführer leisten kann.

Ich halte es für bedenklich wie naiv wir doch noch immer einen Teil unserer Kommunikation über Facebook abwickeln, ohne überhaupt zu wissen, welche Wege unsere Nachrichten gehen. Gerne probiere ich alternative Kommunikationswege aus, da auch das System eMail heutzutage durch die ansteigende Flut an digitaler Post zuweilen an seine Grenzen stößt. Während aber ein Google Wave (dessen Datensammelwut ebenso bedenklich war) beispielsweise als  eigenständiges System daherkam, das ich benutzen konnte, wenn ich wollte, macht Facebook in diesem Fall von seiner Marktmacht  und seinem geschlossenen System gnadenlos Gebrauch. Ganz nach dem Motto „friss oder stirb“ bleibt mir nichts anderes übrig, als mich dieser Umstellung zu fügen oder - was ich in meinem Fall tun werde - in Zukunft konsequent auf alternative Kommunikationswege setzen.

Viel zu leichtfertig höre ich immer wieder das Argument: „Ist doch egal, was Facebook und auch Google mit meinen Daten anstellen. Welchen Wert haben schon meine belanglosen Unterhaltungen und eMails für diese Unternehmen?“ Und da muss ich jetzt wohl entgegnen: „Einen unschätzbaren, denn sonst würde wohl niemand alleine Facebook an der Börse einen Wert von 50 Millarden Dollar einräumen!“ Würde mich nicht wundern, wenn bald im Footer der Facebook eMails die passende Werbung zum Inhalt zu finden wäre. Denkt mal drüber nach!

Kommentare zu diesem Artikel:
geschrieben von Mella, Mai 20, 2011

Facebook
Solange es keine Alternative zu Facebook gibt, werden die Leute wohl weiter munter draufloskommunizieren und den "weißblauen Kraken", wie der Autor schreibt, weiterhin füttern. Facebook mag einerseits kostenlos erscheinen, doch mit jedem Like bezahlt der User mit seiner Meinung, seinen Daten und seinen Vorlieben. Und das ist für Facebook mehr wert als Geld durch Mitgliedsbeiträge ...
geschrieben von horst, Mai 21, 2011

...
einfach mal hiermit versuchen:
http://retroshare.sourceforge.net/index_de.html
facebook wird auch irgendwann verschwinden. da bin ich mir sicher.

[...]RetroShare ist eine betriebssystemunabhängige Open Source Platform, die eine private und sichere, dezentralisierte Kommunikation ermöglicht.
Diese läßt Sie sicher chatten oder Daten austauschen mit Freunden oder der Familie, indem ein vertrauenswürdiger Bereich des Netzes erzeugt wird durch die Authentifizierung von Partnern und der OpenSSL Verschlüsselung jeglicher Kommunikation.
RetroShare ermöglicht gemeinsame Datennutzung, Chats, Nachrichten, Foren oder andere Nachrichtenkanäle.[...]
geschrieben von Stefan, Mai 23, 2011

...
es gibt auch noch Diaspora.
geschrieben von FelixB, Mai 26, 2011

...
Retroshare ist viel zu kompliziert, das wird doch nie jemand geschweige denn die breite Masse nutzen. Dagegen ein "Programm" im Browser zu öffnen, kommt von der Einfachheit her nichts mit...
Ich denke Facebook wird genauso wenig verschwinden wie Google ;)
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