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Informationsüberflutung
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Breitband, Sein und Zeit |
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Während der Cyberspace in der Theorie unendlich ist, so brachte es der Medientheoretiker Franco Berardi auf den Punkt, bleibt unsere Cyberzeit begrenzt. Das hindert aber die Menschheit nicht daran, für ihre virtuelle Knechtschaft zu kämpfen, als ginge es um ihr Heil. |
| Geschrieben von: Nadia Shehadeh |
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Facebook und Twitter, die Grauen Herren unserer Zeit © Flickr Rosaura Ochoa
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Im Jahr 1973 erschien Michael Ende´s Roman „Momo“. Grob umrissen ging es in dem Werk um eine Phantasiewelt, in der es bekannterweise grauen Herren mit Erfolg gelang, die Menschen zu verarschen, indem sie ihnen den unsäglich bescheuerten Tipp gaben, Zeit zu sparen, um eigentlich jedoch darauf hinzuarbeiten, den Menschen die Zeit zu klauen. Denn Zeit – so schnallte man es schon als kindlicher Rezipient – kann man nicht sparen. Im Gegenteil.
Das Subjekt als Datenopfer Ende ging es vor allem darum, das Geldsystem zu kritisieren. Seine These lautete darum auch, dass unsere Kulturfrage nicht gelöst werden könne, ohne dass zugleich oder vorher sogar die Geldfrage gelöst wird. Knapp vierzig Jahre später ist man mit der Geldfrage kein Stück vorangekommen. Stattdessen kam es noch dicker: Die grauen Herren sind, personifiziert in der massiven Datenüberflutung des Netzes, inzwischen Realität. Das World Wibe Web zeigt uns, dass die Unterwerfung des Subjekts unter die Struktur der Kultur vor allem eins ist: Machbar. Falls man sich an die Theorie des grandiosen Michel Foucaults dranhängen möchte, kann man noch eins draufsetzen: Vielleicht war das Subjekt noch nie so sehr wie heute nur das Gefäß, in dem die Diskurse Wirklichkeit gewinnen. Wenn man das nun in Verhältnis setzt mit dem Überfluss an Datenmüll, den wir im Netz durchscrollen können, sollte dem ein oder anderem von uns also durchaus der Arsch auf Grundeis liegen. Vor allem, da uns kein weiser Meister Hora zur Hilfe kommen wird, um Strubbeltante Momo und Schildkröte Kassiopeia in den Kampf gegen die Zeitfresser zu schicken. "Es frisst, es scheißt, es surft" Und es kommt noch dicker: Während wir bei Facebook, Youtube, Wikipedia und Co. unsere wertvolle Lebenszeit verdaddeln sprechen Forscher mittlerweile von soziokommunikativen Epidemien und daraus resultierenden psychopathischen Störungen – Begrifflichkeiten, die man als intellektueller User diverser Netzwerke am liebsten mit dem „Gefällt mir“-Button honorieren möchte. Was macht das Netz also mit uns? Treibt es an zu narzisstischer und hyperaktiver Selbstdarstellung, gaukelt es uns das Feeling der freien Wahl und des Total-Zugriffs auf Informationen vor, macht es uns gar noch zur schizophrenen „Wunschmaschine“ (Gilles Deleuze), die frisst, scheißt, schläft und im Netz surft? Fragen, die im Rahmen dieses Beitrags kaum beantwortet werden können. Er wurde im Übrigen unter Durchsicht diverser Netzquellen erstellt. In diesem Sinne: Danke für ihre Aufmerksamkeit. Gefällt mir. Kommentare zu diesem Artikel:
geschrieben von Serafina,
September 20, 2010
Twitter ...
Stimme der Autorin voll zu. Gerade der Sinn von Twitter hat sich mir bis heute nicht erschlossen. Ein weiterer Kanal, auf dem man präsent sein soll/darf, der aber im Grunde nur nervt. Was interessiert mich das Gesabbel von irgendwelchen PR-Heinis, die mir ihre "Dienste" oder Produkte andrehen wollen? Das erinnert mich an rot erleuchtete Schaufenster, in denen leichte Mädchen ihre schweren Hintern anpreisen ...
geschrieben von Tom,
September 25, 2010
Generation FarmVille
Jawohl, wer braucht schon Twitter außer Sascha Lobo & Co., die geil nach Followern alles tun, um zu gefallen? Völlige Zeitverschwendung, wenn meine bescheidene Meinung erlaubt sei.
Verstehe auch nicht, wie es eine komplette Generation schafft, so viel Zeit im Web zu verdaddeln, ohne auch nur irgendetwas sinnvolles zu schaffen. Anstatt über - eigentlich brandaktuelle - Themen zu debattieren, werden dämliche Facebook-Spiele gezockt, an denen sich Studios wie Zynga eine goldene Nase verdienen. Eigentlich eine Schande, dass man dieses Social Media Potenzial so ungenutzt verpufft. Schäm Dich, Generation FarmVille!
geschrieben von Niko,
November 14, 2010
Es gibt so viele Alternativen zum reinen Konsum
Es gibt auch andere Nutzungen des Webs, wie die Seite Philibuster oder unser gemeinütziges Projekt http://www.memoro.org/de-de/, welches ja ein Archiv für den Generationendialog darstellt, insbesondere, wenn Kids ihre Großeltern filmen und dies uploaden. Für die PR brauchen wir auch Twitter und FB. Aber es stimmt, es wird auch viel Zeit und Energie mit Sinnlosem verplempert....
geschrieben von Niko,
November 14, 2010 PS: Es gibt so viele Alternativen zum reinen Konsum
Noch ein Anlauf ohne Komma hinter dem Link, sorry http://www.memoro.org/de-de/
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