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Mein Philibuster
Deck +++ Neue Welten +++ Modern Stalking
Donnerstag, 03.12.2009
(88 Bewertungen)
Kommentare (11) Drucken
 
Psycho-Terror
 

Modern Stalking

Wir sind ergooglebar, vernetzt und jederzeit auffindbar. Genau das müssen wir auch sein, wollen wir mit den Entwicklungen der Netzwelt Schritt halten. Problematisch wird es, wenn Kommunikation in Psycho-Terror ausartet.
Geschrieben von:   
Wenn die digitale Freiheit auf den Geist geht © Flickr alvaro tapia hidalgo


Mein Postfach quillt über. Schon wieder. Zum dritten Mal in dieser Woche, zum zwanzigsten Mal in diesem Monat, zum x-ten Mal in diesem Jahr. Sie hatte wohl wieder einen schlimmen Abend. Den dürfte ich nun in vollen Zügen auskosten, wenn ich nicht vor langer Zeit schon beschlossen hätte, all das zu ignorieren. Nicht einmal mein angeborener menschlicher Voyeurismus veranlasst mich, auch nur eine dieser Nachrichten zu öffnen. Stichproben haben mir klar gemacht, dass sich von Mail zu Mail, von Woche zu Woche, von Monat zu Monat nichts, aber auch gar nichts an der Abfolge ihrer Tiraden ändert. Ich mutiere vom charmantesten, tollsten, sexiest man alive zum Arsch vor dem Herrn. Innerhalb eines Abends, zwischen Mail Nummer zwei und Nachricht Nummer zehn, muss es passiert sein. Ein Meinungsumschwung, der sich in einer Flut digitaler Post über mich ergießt, mir einen Einblick in eine menschliche Seele offenbart, den ich niemals wollte.

Digitale Spuren schlagen zurück

Verwirrung? Entschuldigung! Ich werde bestalkt. Seit sehr langer Zeit, in äußerst abstrusen Ausmaßen, auf allen Kanälen der realen wie digitalen Welt. Kein Erwehren, sinnlos es mit guten Worten zu versuchen, mit drohenden schon gleich gar nicht. Ich scheine zum Sinnbild eines Seelenlebens geworden sein, zum Ersatz-Therapeuten, zur Mülldeponie eines Daseins, das mich niemals interessiert hat. Es ist die mediale Freiheit, die mir zum Verhängnis wurde und die mir nun mitten ins Gesicht schlägt. Eine Freiheit, in der ich meine Spuren hinterlassen habe – die Spuren eines modernen, vernetzten, welt- und medienoffenen Menschen. Spuren, die ich an manchen Tagen gerne ausgelöscht hätte, sogar ausgelöscht habe, um von diesem Tsunami an Seelenergüssen nicht weggespült zu werden.

Social Media unsozial?

Ich habe mich abgemeldet aus diversen Netzwerken, bin unter anderen Identitäten wieder aufgetaucht, immer hat sie mich ausfindig gemacht – wie eine Suchmaschine mir mein Netzdasein vor Augen geführt. Teilweise war ich auch komplett von der digitalen Bildfläche verschwunden. Habe sogar darüber nachgedacht, ihr einen virtuellen Kummerkasten einzurichten, eine Plattform auf der sie mich beschimpfen, hassen, lieben kann. Woher ich diese unliebsame Begleiterin habe? Wie sollte es in Zeiten von Social Media anders sein: aus einem dieser Freundesnetzwerke. Das schwarze Schaf unter den vielen liebgewonnen Menschen, die ich in der digitalen Welt getroffen habe, die mein Leben bereichert und meinen Horizont erweitert haben. Doch nun lässt mich die soziale Netzwelt ratlos zurück. Sich als Journalist aus der Gemeinschaft zu entfernen, gleicht einem Berufsverbot. Scheint also, als müsse ich erdulden oder rechtliche Schritte in der realen Welt in Angriff nehmen.

Fortsetzung folgt ...


Kommentare zu diesem Artikel:
geschrieben von Mareen Oelker, Dezember 17, 2009

...
Hallo Timm,

erschreckende Story, wo sind die Zeiten, wo man sich beim gemeinsamen Kaffee trinken kennenlernt.
Bin aber natürlich trotzdem neugierig, wie es dir weiter ergeht oder ergangen ist.

Lg
Mareen Oelker
geschrieben von Ich, Dezember 19, 2009

Was für ein Albtraum!
Ein Artikel, der nachdenklich stimmt. Darf man fragen, warum 7 Kommentare angezeigt werden, aber nur einer davon erscheint? Ich hätte da so eine Vermutung - und die bestätigt, was Herr Saalbach schildert ...

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