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Twitter-Oma
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Mrs. Bean zwitschert |
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Ivy Bean, die 104-jährige Britin ist das wohl älteste Mitglied der Microblogging-Plattform mit bereits 48.494 Followern. Ihre Lieblingsthemen: Fish and Chips, Nintendo Wii und der Alltag im Seniorenheim. |
| Geschrieben von: Mimi Ansorge |
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Ivy Bean wie sie leibt und twittert © Screenshot twitter.com
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Hallo und schönes Wochenende, twittert Ivy Bean von ihrem Laptop. Recht ungewöhnlich für eine 104-Jährige. Doch bei Mrs. Bean ist vieles anders. Als „IvyBean104“ informiert die Britin ihre 48.494 Follower regelmäßig über ihren Alltag im Seniorenheim Hillside Manor.
„Freitags gibt es Fish and Chips.“ Aber hoffentlich ohne Erbsen, denn die mag Ivy Bean gar nicht. Dann schon lieber eine Tasse Tee. Zum Nachtisch ein leckeres Eis mit Erdbeeren und Sahne. Am besten bei Sonnenschein im Garten. Danach ein Nickerchen, Mrs. Bean muss sich ausruhen. „Lovely“. Auf ihrem Facebook-Foto prostet sie ihren 4.961 Kontakten mit einer Flasche Champagner zu. Doch seit Mai twittert sie viel lieber, „da muss man einfach nur Updates schreiben.“ Ivy Bean ist leidenschaftliche Social-Networkerin und das älteste bekannte Mitglied bei Twitter. Mit jeweils 140 Zeichen lässt sie die Welt an ihrem Offline-Leben teilhaben. Erst letztes Jahr hat sie die Goldmedaille im Frisbee bei dem Senioren-Wettstreit „Bradford Over 75 Olympics“ gewonnen. Sie spielt gerne Bowling. Bei schönem Wetter im Garten, bei schlechtem auf der Nintendo Wii. Für eine Partie „Vier Gewinnt“ mit ihrer Freundin Mabel ist sie auch immer zu haben. „Ich hab ein bisschen geschummelt, denn Mabel sieht nicht mehr so gut.“ Rummel um Ivy Seit Ivy Bean Webstar ist, hat sie viel zu tun. Ständig rufen Journalisten an. Von Kanada bis Israel. „Die haben mir viele Fragen gestellt – die haben gar nicht mehr aufgehört zu reden“, twittert sie. Für ein Interview ist Ivy auch schon mal verreist, nach Blackpool, an die Ostküste Englands. Ihre Freundinnen aus dem Seniorenheim waren dabei. Gemeinsam verbrachten sie dort ein Wochenende. Autoscooter fahren, Bingo spielen und an der Küstenpromenade sitzen. Ivy wurde sogar von ein paar Fans erkannt. Fünf Seniorinnen mit pinkfarbenen Cowboy-Hüten fallen auf in Blackpool. Die Bilder hat sie bei Twitter eingestellt. „Die Mitarbeiter helfen mir dabei“, gibt sie zu. Ivy hat viele technische Neuerungen miterlebt. Als sie 1905 geboren wurde, steckte das Telefon noch in den Kinderschuhen und der Erfinder des Internets war noch lange nicht geboren. Die schnellste Möglichkeit, eine Nachricht los zu werden, war das Telegramm. Das funktioniert so ähnlich wie Twitter: möglichst viel Information mit möglichst wenigen Zeichen. Die Queen schwört heute noch drauf. Ivy überlebt sie alle Mit 14 verließ Ivy die Schule, um in einer Fabrik zu arbeiten. Nach dem Krieg heiratete sie Harold Bean. Ivy und Harold waren später bei Lord und Lady Guiness in Northampton angestellt. Sie als Haushälterin, er als Koch und Butler. Als Ivy 43 war, kam Tochter Sandra zur Welt. Die kleine Familie kehrte nach Bradford zurück, wo Ivy in der Fabrik von Arthur Crossland arbeitete. Als er starb, beschloss sie, in Rente zu gehen. Schnell wurde ihr langweilig und sie fing bei Crosslands Tochter an. Mit 73 ging sie zum zweiten Mal in Rente. Das war vor 30 Jahren. Etwa zur gleichen Zeit starb Harold. Seit ihr erstes Seniorenheim vor zwei Jahren schließen musste, lebt Ivy in Hillside Manor. Ihre zwei Enkel und drei Urenkel besuchen sie oft. Tochter Sandra natürlich auch. Die bringt dann selbstgebackenen Parkin Cake mit, eine nordenglische Spezialität aus Ivys Heimat. „Hallo Sandra, danke für den leckeren Kuchen. Ich liebe dich und bis bald“, twittert sie. Ivy Bean gefällt es in Hillside Manor. Kein Wunder, denn es wird dort viel für die Bewohner getan. Viele haben einen Internet-Kurs gemacht. Einige twittern. „Ich dachte, Computer zu nutzen ist interessanter als Stricken“, schreibt die Leiterin Patricia Wright bei Twitter. Wo sonst. Doch es gibt auch traurige Momente im Cyber-Seniorenheim. Ende August schreibt Ivy vom plötzlichen Tod ihrer Freundin Norma. Die Follower sind bestürzt und drücken ihr Beileid aus. „Ich danke euch allen für die lieben Tweets, die letzen Tage waren sehr traurig für uns.“ Der Alltag kehrt zurück. Ein Highlight ist der sonntägliche Fernsehabend. Da ist Ivy im Internet immer kurz angebunden. „Deal or No Deal läuft.“ Das müssen die Follower verstehen. Die Show lässt sie höchstens für Peter Andre sausen. Ivy ist ein großer Fan des Sängers und bekommt auch regelmäßig seine Twitter-Updates. „Ich denke, ich bin ein bisschen zu alt für ihn“, räumt sie ein. Nächstes Jahr will Ivy ihren Usernamen in „IvyBean105“ ändern und sie freut sich schon auf das Geburtstags-Telegramm der Queen. Denn die ist ja noch nicht bei Twitter. Kommentare zu diesem Artikel:
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