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Die Rückkehr des YPS-Heftes
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In Zukunft ohne mich |
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| Zwei Tage nach dem Hype um die Rückkehr des YPS-Heftes kann ich heute sagen: Dass das Magazin jetzt als Männermagazin daher kommt, macht den Braten nicht fett - denn YPS war eigentlich immer schon scheiße. |
| Geschrieben von: Nadia Shehadeh |
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Pimp my YPS-Heft - nicht immer eine gute Idee © Philibuster
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Eigentlich ist dieser Text das Abrechnen mit einer Lebenslüge. Ich war damals nämlich sozusagen eine der finanziellen Generalsupporterinnen des Verlages Gruner + Jahr (später Egmont-Ehapa-Verlag, danke Orry). Fast mein komplettes Taschengeld floss damals regelmäßig auf das Konto der Print-Hajos, und zwar immer dann, wenn mir beim Kiosk nebenan die neueste Ausgabe YPS in die Double-Dip- oder Magic-Gum-verklebten Hände gelang. Es waren die mittleren und späten 80er-Jahre, und als treuherzige YPS-Leserin zeichnete man sich zum Beispiel durch folgende Eigenschaften aus: Man hatte gute Noten, vor allem in Sachkunde und Mathe, man trug eine Brille, deren rechtes Glas komplett mit einem Pflastersticker abgeklebt war, und wenn man freundliche Brüder hatte, durfte man mit ihnen komplette Wochenenden „Oil Imperium“ am Amiga verzocken. So sah es aus. Also, man war irgendwie ein Opfer, aber irgendwie auch nicht - quasi der Vorläufer von der Arschbacke die man heute ist, die Hipster blöd findet aber wahrscheinlich irgendwie selber einer ist. YPS, Revell und Amiga: Das Jutebeutel-Substitut Das YPS-Heft wurde im Rahmen von Plankäufen erworben, da man alle Erscheinungstermine abgespeichert hatte, und ich bevorzugte als Anschaffungsort ein Etablissement, das in zwei Hälften geteilt war: Vorne Fachgeschäft für Revell-Modellbau und Märklin-Modelleisenbahnen, hinten Haribo- und Zeitschriftenlager. Ich wusste halt schon damals, was cool ist. Und wahrscheinlich genau deswegen habe ich mich auch über Jahre erfolgreich verarschen lassen, denn: Seien wir ehrlich, die Gimmicks im YPS waren immer Schrott, aber vielleicht gerade deswegen genau das richtige für Konsumzivilversager wie mich. Die Urzeitkrebse hat Mutter irgendwann stets im Klo entsorgen müssen, das legendäre Survival-Zelt oder auch der Solarzeppelin (Video: siehe unten) hatten die Konsistenz von Mülleimerbeuteln, und die Comics waren auch immer scheiße. Bis heute weiß ich nicht, wie dieses grüne Dino-Ding vorne drauf heißt, obwohl ich seit zweieinhalb Jahrzehnten Tick, Trick und Track ohne große Probleme auseinanderhalten kann. Außerdem haben sich die Gimmicks mindestens gefühlt einmal im Quartal wiederholt, und nur deswegen ist bis heute die Welt dem Irrtum verfallen, dass der Schrott, den das YPS-Zeitalter uns bescherte, irgendwie „legendär“ gewesen ist: Eierbaum, Schimmelpilzweihnachtstanne oder die verhexte Brieftasche – alles Quatsch, nichts von Bestand, und die Erinnerung bescheißt uns, wenn wir glauben dass wir damals vortreffliche Gadgets in den Händen hielten, denn eigentlich hat sich bei uns nur die Schallplattenspur des sich wiederholenden YPS-Mülls festgesetzt. Urzeitkrebse my Ass. Gimmicks, oder: Accessoires wie für den Müll Deswegen ist mir nach euphorischer Freude hier und gefolgter Enttäuschung da heute auch eher so nach: mir doch scheißegal. Ob als Männermagazin oder nicht, es wird alles wieder derselbe Quatsch in grün. Unser Philibuster-Chef Michael ist auf jeden Fall auf die Gimmicks des neuen Männermagazins gespannt: „Was das wohl wird? Potenzpillen? Wunderbäume mit weiblichem Genitalduft? Ein Grillset samt lebendem Tier zum Selberschlachten?“, und auch Semi hatte direkt optimale Tipps: "Echte Urzeitfrauen, Möpse, die in Wasser auf Orignalgröße aufquellen, Röntgenbrillen, die lustigsten Fremdgeh-Ausreden oder aber auch ein Spannerset mit Fernglas und Geheimschriftblock." Daniel von Kotzendes Einhorn und ich hingegen probten den Aufstand, indem wir über das Entwickeln ernstzunehmender YPS-Konkurrenzprodukte mit Zauberstaub und Glitzerhörnern sinnierten. Das Kotzende Einhorn mit Gimmick hatte sich dann aber bald erledigt, da wir entdeckten, da es ähnlichen Mist schon beim Filly-Magazin gab. Ich bewertete die Aktivitäten des berühmten Pony-Magazins als „voll scheiße und Satan“. Daniel freute sich, da er glaubte, damit einen wunderbaren neuen Werbespruch entdeckt zu haben. Und ansonsten möge man mir verzeihen, dass ich mir hier ellenlang um die Schlechtigkeit des YPS-Heftes einen Roman abgerungen habe, aber ich versichere hiermit: Ab sofort ist das YPS-Thema für mich erledigt, legendär hin oder her, in Zukunft ohne mich. Kommentare zu diesem Artikel:
geschrieben von Grischa,
Mai 02, 2012
Letzte Seite
Was'n mit'm Frankfurter los!?
Es stimmt, das YPS war nicht so dolle, aber irgendwie habe ich es (zur Verwunderung meiner Eltern) trotzdem geliebt. Wahrscheinlich die erste Sucht im Leben vieler, die in den Achtzigern zur Grundschule gingen. Denn eigentlich hat man sich null für den Inhalt des Heftes interessiert und nur ein ganz kleines bisschen für das aktuelle Gimmick. Meine Schulfreunde und ich haben nach dem Erwerb sofort die Plastikhülle aufgerissen und die letzte Seite aufgeschlgen, um zu sehen, was nächste Woche drin ist. Aber der Re-Launch wird bestimmt ein Flop. Da würden wohl auch keine Erotik-Gimmicks helfen.
geschrieben von MP,
Mai 06, 2012
Ressortleiter
Für semi-coole Sprache ist unsere Autorin Semi zuständig. Bitte nicht die Fachbereiche durcheinander bringen, Frankfurter.
geschrieben von Orry,
Mai 10, 2012
Verlegte Verlage
Sicher, dass Du Yps damals wirklich gelesen hast? Denn dann müsste Dir klar sein, dass in den 80er Jahren Yps noch von Gruner + Jahr herausgegeben wurde. Egmont Ehapa übernahmen das Heft und die Marke erst, als es schon im Niedergang begriffen war - das war 1999.
Auch wie der ganze Artikel geschrieben ist, mit solchen Formulierungen wie "war doch schon immer Scheiße" und "Lebenslüge"... das klingt eher so, als wärst Du damals dafür gemobbt* worden, weil Du Yps liest - und heute stellst Du Dich in die Reihen der "Mobber". Vom Opfer zum Täter, was für ne Karriere. Insofern hat Frankfurter ganz recht - das ist Selbsthass in Reinkultur. * ich weiß, den Begriff "mobben" hat man damals noch nicht verwendet, mir fiel aber nichts anderes ein Kommentar schreiben:
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1 Wort: arm. (das Adjektiv, nicht der Körperteil).
Schon mal über eine Karriere als Emo nachgedacht? Das passen dann Dein Selbstbild, Selbstgefühl und die Aussenwirkung zusammen.