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DSDS
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Weichspüler bevorzugt |
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| Menowin Fröhlich hatte alles, was ein Superstar braucht: Er war streitbar, ungeschliffen und talentiert. Im Finale der aktuellen DSDS-Staffel musste er sich dann aber deutschen Tugenden geschlagen geben. |
| Geschrieben von: Michael Stepper |
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Deutschland sucht keinen Superstar © Ferdinand Haschner / Philibuster
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Wie bei jedem Finale von Deutschland sucht den Superstar waren die letzten Sekunden von Call-In-Show-Dramaturgen inszeniert - panisch wurde Zeit geschunden, wurden Sekunden zu Minuten. Die beiden verbliebenen Kandidaten, ausgewählt aus tausenden Glücksrittern, standen wie Rivalen nebeneinander im Scheinwerferlicht. Beide schweißnass, der eine im grünen Anzug, der andere im blauen. Beide mit der Hoffnung auf eine Zukunftsperspektive, auf ein Leben in der „Kategorie Fünf-Sterne-Plus“, so das Versprechen von RTL.
Medienopfer Menowin Unterschiedlicher konnten die Finalisten allerdings nicht sein: Mehrzad Marashi, der gebürtige Iraner, der finanziell ruinierte aber treusorgende Familienvater und Menowin Fröhlich, ein in Darmstadt geborener Sinti mit Knastvergangenheit, dessen musikalisches Talent bei DSDS neue Maßstäbe setzte. Reichlich Futter für die Boulevardpresse, deren Beißreflex in den letzten Wochen bei jeder Neuigkeit um die beiden ehemaligen „Freunde“ zuverlässig auslöste. Menowin Fröhlich war einer regelrechten Hetzkampagne der BILD-Zeitung ausgesetzt, die jeden noch so kleinen Patzer des Kandidaten zur Sünde erhob, seine Aussagen „kritisch gegenprüfte“ und wenig objektiv immer wieder mit dem Prädikat „glatte Lüge“ versah. Zwangsläufig kommt da die Frage auf, warum ein „Volksmedium“ in diesem Fall einen solchen Bohei veranstaltet, aber bei einem prügelnden Pinocchio wie Bischof Mixa gerne mal ein Auge zudrückt, anstatt ihm medienwirksam die Nase langzuziehen. Mehrzad Marashi hingegen wusste das Springer-Blatt stets hinter sich, barg sein persönlicher Background doch mehr Herzschmerz-Potenzial, entsprach sein konstruiertes Familienglück eher den Bildern, mit denen Zuschauer seit Jahren im Privatfernsehen berieselt werden. Auf ein unspektakuläres Liebesgeständnis wie man es aus Kai Pflaumes „Nur die Liebe zählt“ kennt, folgten Treueschwüre - so herzerweichend, aber auch so haltbar wie die Ehe von Sarah Connor und Marc Terenzi. Alles nur keinen Troublemaker Das Rennen machte am Ende Marashi, mit dem Prädikat „Der Sanfte“ betitelt, weil er sich keine Eskapaden leistete, weil er Songs von Xavier Naidoo ebenso fromm dahin trällert, wie der moralpredigende Mannheimer. Weil er sich stromlinienförmig gibt, laut Dieter Bohlen für deutsche Tugenden steht (Ehrgeiz, Arbeit und noch mal Arbeit) und keine Angriffsfläche für medialen Luftwiderstand bietet. Damit outete sich Mehrzad als makelloser, aber langweiliger Karrierist. Menowin Fröhlich hingegen wirkt wie ein Auslaufmodell aus einer vergangenen Epoche. Ein ulkiger Widerborst, personifizierter Rock ’n’ Roll-Lifestyle von der Statur eines Boy George, der sich einen Dreck um seine Außenwirkung schert, weil er es sich qua seines Talents erlauben kann und: weil er ein Superstar ist. Deutschland aber scheint keinen Superstar zu suchen. Deutschland will keinen strauchelnden Sinnsucher mit kokaingezuckertem Herzblut, keinen moppeligen Robbie Williams, keinen immer wieder absenten Pete Doherty und schon gar keinen laut krakeelenden Troublemaker à la Amy Winehouse. Die BILD-Zeitung titelt nach dem Finale „Polizei holt Menowin von der DSDS-Bühne“ und bekräftigt damit Volkes Willen. Deutschland will das, was als salonfähig gilt: seichte Unterhaltung mit belanglosen Texten und einen Werbeträger der eben diese Botschaft verkörpert. Kommentare zu diesem Artikel:
geschrieben von Ilah,
April 19, 2010
Endlich mal fairer Artikel - danke
Endlich schreibt jemand hier mal die Wahrheit. Wenn man die "normale" Presse (die uns unsere Meinung bild-en will!!!!) liest, kommt echt Übelkeit auf. Danke für diesen Artikel hier. Ich hoffe, dass Menowin jetzt erst recht seine Stärke behält und weiter seinen Weg geht. Er ist ein absolutes Ausnahmetalent.
geschrieben von Heinz Hönig,
April 19, 2010
Wenn es Stimmt ab in den Knast
abwarten was die fakten bringen evt sind es ja nicht nur Anschuldigungen und dann gehört er echt wieder in den Knast und kann da weiter in der Sporthalle singen !!!!!!!!!!!!!!!
geschrieben von delicious,
April 19, 2010
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Super formulierter Artikel! Alle Achtung. Da könnten sich einige eine (große!) Scheibe abschneiden. Von Anfang an haben mir beide Künstler gefallen da sie eindeutig die BESTEN waren; ABER schon nach den ersten paar Mottoshows war für mich Menowin der Sieger. Seine Interpretation von Change und Billie Jean .. GRANDIOS!
geschrieben von Susannah,
April 20, 2010
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Naja. Menowin mit Robbie Williams oder Amy Winehouse zu vergleichen, finde ich etwas weit hergeholt und wird ihm auch nicht gerecht. Er hat ohne Zweifel Talent, aber er muss erst noch beweisen, ob er mehr kann als Liedchen, zugegenermaßen ganz gut, nachzuträllern.
Das Format zur großen Künstlerkarriere sehe ich noch nicht. Die Kampagne der BILD-Zeitung war allerdings sehr durchsichtig bzw. vordergründig. Ich glaub allerdings nicht, dass es darum ging, Menowin schlecht zu machen, er war nur das Bauernopfer. Sondern es ging eher darum, um die Massen zu emotionalisieren und für Quote zu sorgen. Ist ihnen ja bestens gelungen.
geschrieben von Tina,
April 20, 2010
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hi,... ich finde Dich in Deinen Aüsserungen etwas verwirrt und widersprüchlich... lies Dir nochmal den Text aus Februar durch, da hast Du die Gesellschaft noch auf der anderen Seite gesehen! In dem Sinne: Zeiten ändern Dich :-D
geschrieben von Ivyscamm,
April 28, 2010
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Schon seit Beginn war mir Mehrzad sympathischer. Aber Talent hatten alle beide. Jedoch hatte Menowin mangelnde Disziplin und deswegen ist Mehrzad berechtigt Sieger. Meiner Meinung nach ;)
lg
geschrieben von Stefan Pohl,
Mai 16, 2010 Die Zeit zeigt's ...
Man kann bereits jetzt absehen, dass auf lange Sicht Menowin das Rennen macht. Mehrzad ist nach seinem Videodreh schon wieder völlig in der Versenkung verschwunden, während Menowin Chance für Chance an Land zieht. Ich sage nur Timbaland. Es ist also nicht immer von Vorteil, einen Wettbewerb wie DSDS zu gewinnen. Just my two cents.
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