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Me Too
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Eine verstümmelte Gesellschaft |
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| Der Trugschluss der Integration: Die spanischen Regisseure Álvaro Pastor und Antonio Naharro zeigen mit ihrem Film "Me Too", dass Ausgrenzung im 21. Jahrhundert noch immer auf der Tagesordnung steht. |
| Geschrieben von: Nadia Shehadeh |
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Daniel kämpft einsam, dafür an allen Fronten © Movienet Film
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Es gibt Menschen, die sind anders. Und diese Andersartigkeit werden sie nie abschütteln: Dabei ist es ganz egal, was oder wen sie erreichen: Sie werden nie ganz Teil der Welt sein, sondern in der bitteren Beschaulichkeit der Exklusion verharren müssen.
Normal mit Abstrich Daniel (Pablo Pineda) ist 34 Jahre alt und hat sein Psychopädagogik-Studium mit Auszeichnung bestanden. Er tritt seinen ersten Job an, steckt viele seiner Kollegen intellektuell in die Tasche und verliebt sich. Alles ganz normal, mit folgendem Abstrich: Daniel hat das Downsyndrom. Der Schauspieler Pablo Pineda selbst ist der erste Europäer mit Downsyndrom, der ein Universitätsstudium abschloss. Doch in diesem Film geht es nicht um seine Biographie, auch wenn die Geschichte stark durch seinen Werdegang inspiriert ist. Dieser Film ist eine Anklage, der die Folgen der sozialen Ausgrenzung von Minderheiten thematisiert. Denn obschon Daniel alles erreicht hat, was ihn „formal“ zu einem vollwertigen Mitglied der Gesellschaft macht, wird er immer nur Zaungast bleiben in einer Welt, die mitleidig auf ihn herabblickt. Das Regie-Duo Álvaro Pastor und Antonio Naharro legt mit „Me Too“ einen kleinen, aber absolut wichtigen Film vor. An keiner Stelle wird sentimental geheuchelt, es wird nicht auf die Tränendrüse gedrückt und die Betroffenheitsmaschinerie steht für die Dauer der Handlung still. Kampf an allen Fronten Das Einzige, was betroffen macht, ist der Nährboden, auf den dieser Film fällt: Es geht um eine Geschichte mit Anspruch, um Ware für das „aufgeklärte“ Bildungsbürgertum, dass sich mit dem Konsum derartiger Geschichten das Gewissen rein wäscht. „Me Too“ erscheint in einer Zeit, in der große Aufregung um soziale Gerechtigkeit einfach bei teurem Rotwein wegdiskutiert wird. Pineda, der im echten Leben bis zur Erschöpfung Aktivist ist gegen die Ausgrenzung von Minderheiten, spielt seine Rolle nuanciert und mit dramatischer Wucht. Den Film, so sagt er, habe er nur gemacht, um Menschen mit Downsyndrom eine Stimme zu geben. Insofern bleibt „Me Too“ vor allem eins: Zeugnis eines Kampfes, der einsam, dafür aber an allen Fronten geführt wird. Der Gegner ist in diesem Fall eine aufgeklärte Zivilgesellschaft, die sich noch immer in dem falschen Bewusstsein wiegt, offen zu sein für neue Gesellschaftsverhandlungen – und sich mit dieser Haltung die Chance auf Veränderung massiv verbaut. Kommentare zu diesem Artikel:
geschrieben von Ilja,
September 26, 2010 Die Lanze brechen
Habe mir den Film gestern angesehen und muss sagen, dass ich froh bin, dieses Werk den aktuellen Action-Schmonzetten wie "Salt" etc. vorgezogen zu haben. Sind wir denn inzwischen wirklich ein Volk von Verdummten, die sich die tausendste Bond-Kopie für knapp 10 Euro andrehen lassen, ohne auch nur den Hauch von Unterhaltung zu erfahren? Da lasse ich mich lieber für 5 Euro im Kleinkino berühren und habe auch noch länger etwas davon ...
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