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Haushaltsabgabe
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Ja GEZ noch? |
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Die stetig wachsende Zahl an jungen Singlehaushalten finanziert ab 2013 den Weg zu noch mehr Volksmusik und Fernsehgarten-Idylle im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Doch wo bleibt die Gegenleistung? |
| Geschrieben von: Michael Stepper |
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Lesen oder Glotzen? Die Frage stellt sich erst gar nicht. Zahlen muss man trotzdem © Flickr Lubs Mary.
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Der Trend geht zum Singlehaushalt. Was nach jeder Menge Freiheit und Entbindung von lästigen Familienpflichten klingt, spielt ab 2013 dem öffentlichen-rechtlichen Rundfunk in die Hände. Denn dann fällt, so haben es die Länderchefs beschlossen, die aktuell gültige Geräteabgabe zur Finanzierung der Rundfunkgebühren. An ihre Stelle tritt eine steuerähnliche Abgabe, die pro Haushalt erhoben wird und auch dann gezahlt werden muss, wenn überhaupt kein Rundfunkgerät vorhanden ist. Für die öffentlich-rechtlichen Sender bedeutet das einen wahren Geldsegen aus bisher nicht zugänglichen Quellen. Es bleibt allerdings die Frage, ob sich dieser auch in einem entsprechend vielfältigen Programm niederschlägt. Gerechtigkeit sieht anders aus Was zunächst nach fairer Lösung des von der GEZ hochgejazzten Schwarzseher-Problems klingt, stellt sich nach kurzem Studium der Eckdaten als gut verkaufte Gebührenerhöhung heraus. Denn zukünftig zahlt jeder (junge) Erwachsene, der über einen eigenen Haushalt verfügt den Höchstsatz von 17,98 Euro. Dieser wurde bislang nur dann fällig, wenn tatsächlich ein TV-Gerät nachgewiesen werden konnte. Wer lediglich über einen PC mit Zugang zum Internet, wahlweise ein Smartphone oder ein schlichtes Radio verfügt, kommt momentan mit reduzierten Sätzen davon. Gegner des bürokratisch aufgeblasenen Systems hofften noch vor dem Beschluss der Ministerpräsidentenrunde darauf, dass mit der Geräteabgabe auch die GEZ verschwindet. Doch die Inkasso-Behörde, deren Einzugspraxis auf wenig Gegenliebe bei den Gebührenzahlern stößt, soll weiter beibehalten werden. Das erscheint völlig unverständlich, ließe sich mit dem gesparten Geld durch die Abschaffung der GEZ doch die Abgabe deutlich nach unten korrigieren. Miserables Preis-/Leistungs-Verhältnis Was allerdings viel schwerer wiegt, ist die Tatsache, dass junge Gebührenzahler ab 2013 als Melkkühe für ein Fernsehprogramm stehen, das gänzlich an ihren Interessen vorbeigeplant wird. Von einem System, das den Großteil der Bürger finanziell in die Pflicht nimmt, sollte ein gewisses Maß an Mitbestimmung erwartet werden können. Gerade das junge Publikum schüttelt nämlich über die Programmplanung der öffentlich-rechtlichen Sender nur noch den Kopf. Von Fernsehgarten über drögen Kasperle-Talk bis hin zur Volksmusik werden vornehmlich ältere Semester angesprochen und bedient. Lohnenswertes wie Zeitgeist-Dokumentationen oder kaum vorhandene Musiksendungen wie „Inas Nacht“ laufen zu unmenschlichen Zeiten, in denen das arbeitende Volk längst zu Bett gegangen ist. Und selbst wenn es doch einmal zielgruppengerechte Formate wie etwa „Polylux“ auf einen vernünftigen Sendeplatz schaffen, werden sie unter fadenscheinigen Gründen abgesetzt. Wie will der öffentlich-rechtliche Rundfunk den jungen Leuten erklären, dass sie zwar einerseits einen Haufen Geld berappen müssen, im Gegenzug aber - außer Nachrichtenformaten – so gut wie keine Gegenleistung erhalten? Das Argument, für junges Programm seien keine finanziellen Mittel vorhanden, lässt sich ab 2013 nicht mehr ins Feld führen. Doch die Sorge scheint berechtigt, dass selbst mit deutlich mehr Geld in den Kassen der Sender die Programmvielfalt weiterhin nicht gegeben sein wird. Bestes Beispiel für die wenig jugendfreundliche Politik der Anstalten ist der jungen Sender „ZDFneo“. Höchstwahrscheinlich ist der Name des Versuchsballons nicht nur zufällig an das ähnlich klingende Print-Magazin angelehnt. Gemeinsam ist den beiden Mediengattungen ansonsten aber recht wenig. Denn obwohl der Sender durchaus gute Ansätze verfolgt, indem er unbekanntere US-Serienhits ausstrahlt und mit - auf den ersten Blick – ungewöhnlichen Formaten experimentiert, bleibt bei längerer Einschaltzeit auch stets ein bitterer Nachgeschmack. Im Grunde ist nämlich auch „ZDFneo“ nur ein fauler Kompromiss. Zwar werden die wenigen Eigenproduktionen mit teilweise guten Zukäufen ergänzt, ebenso findet aber aus Geldmangel Zweitverwertung von qualitativ fragwürdigen Inhalten statt. Wer braucht denn bei einem Jugendsender die Wiederholungen von Telenovelas, die den gebührenfinanzierten Sendern - ob ihres immer wieder hochgehaltenen intellektuellen Anspruchs - ohnehin die Schamesröte ins Gesicht treiben sollte? Wer braucht – an die Privatsender angelehnte – Lebensberatungs-Formate, die eher die Zielgruppe 40+ ansprechen? Grundverständnis und Grundversorgung Hinzu kommt, dass der gebührenfinanzierte Rundfunk noch an viel schlimmeren Krankheiten leidet. Wirtschaftliche und politische Interessen durchziehen den Apparat und sorgen für wenig Transparenz. Gerade öffentlich-rechtliche Sender haben nach wie vor einen Grundversorgungsauftrag zu erfüllen, der bis heute die Existenz der gebührenfinanzierten Sender erst legitimiert. Wie kann es da also sein, dass dieser unterwandert wird, indem man sich einen offenen Quotenschlagabtausch mit den Privatsendern liefert? Auch die zunehmenden Werbehinweise haben nach diesem Grundverständnis nichts im Programm verloren. Warum sollten die Bürger dermaßen viel Geld in einzelne Sendungen investieren, die dann zusätzlich von Werbepartnern präsentiert werden? Da ist der Schritt zum subventionierten Privatfernsehen nicht weit. Noch hält sich die Empörung über die Haushaltsabgabe in Grenzen, tritt sie doch taktisch klug geplant, erst in rund drei Jahren in Kraft. Dann wird sich zeigen, ob die Generationenfrage im vielbeschworenen Konflikt mündet und inwieweit die junge Generation endlich die ausstehende Gegenleistung einfordert. Kommentare zu diesem Artikel:
geschrieben von Michael Mayers,
Juni 15, 2010
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Hallo zusammen,
es gibt immer eine Lösung! Es ist genau die richtige Zeit um ungerechtes mit "ungerechtem" abzugelten. Man unterschreibe einfach eine eidesstattliche Versicherung dass man keine Rundfunkgeräte besitzt und Ruhe kehrt ein. Bis 2013 kann man sich immer noch abmelden, wenn man im Abmeldeformular der GEZ als Grund reinschreibt: "Geräte sind defekt und wurden entsorgt". Anstatt das Elterngeld zu streichen oder bei den Hartz-4 Empfängern rumzuschrauben, sollte der der Überschuß der GEZ zum stopfen der Finanz- und Steuerlöcher herangezogen werden! Das deutsche Volk muss aufwachen und sich nicht alles vorschreiben und von irgendwelchen korrupten "Politikern" gefallen lassen.
geschrieben von Patricia,
Juli 21, 2010 Rundfunkgebühren haben auch Vorteile
Ich habe viele Jahre glücklich ohne Fernseher gelebt. Die Zwangsabgabe halte ich auch für falsch, aber Rundfunkgebühren für öffentlich rechtliches Fernsehen ist eine gute Sache: Bei keinem Medium bekommen Journalisten Recherchearbeit so gut bezahlt, wie bei den öffentlich rechtlichen Sendeanstalten. Verglichen mit der Arbeit bei Privatsendern steigert das die Qualität der Arbeit erheblich.
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Abgesehen davon habe ich die Überzeugung, dass das Fernsehen die Menschen verblödet ... Für Kinder ist es besonders gefährlich, weil es Schäden produziert, die irreversibel sind.