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Robyn
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Heldin in Strumpfhosen |
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| Schwedische Sängerinnen und Songwriterinnen wie Robyn verzichten auf ein Puffmutter-Image à la Lady Gaga und zeigen, dass radikale Sexualisierung im Musik-Business kein Lebensziel sein muss. |
| Geschrieben von: Nadia Shehadeh |
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Schwedisches Frauenzimmer Robyn © Rankin/Ministry of Sound Recordings
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Dabei hätte es die gute Robyn auch ganz anders treffen können: In den Neunzigern wurde sie sechzehnjährig Schwedens R'n'B-Queen, inklusive Majorlabel-Vertrag und Britney Spears-Produzent. Der Rosa-Zuckerwatte-Style wäre fast noch durch eine gemeinsame Tour mit den Backstreet Boys geadelt worden, die Robyn jedoch krankheitsbedingt canceln musste. Es folgten weitere durchaus charmante Platten, und in Ami-Land hätte eine derartige Vorgeschichte durchaus für eine fulminante Anschlusskarriere als drogensüchtige Whitetrash-Mom (Britney) oder rumzickende Kolleginnen-Imitatorin (Christina Aguilera) gereicht. Doch in Schweden geben sich Frauen mit derartigen Errungenschaften nicht zufrieden – hier handelt es sich um einen Landstrich, in dem progressive Gesellschaftsvorstellungen quasi mit der Muttersprache in Form der ersten Begegnung mit Astrid Lindgrens Gesamtwerk aufgesogen werden und jede zweite Frau erwerbsfähigen Alters arbeitet – und zwar selbstredend außerhalb ihres Heims. Schluss mit schnuckelig Anfang des neuen Jahrtausends war also bei dem jungen Fräulein Schluss mit schnuckelig: Inspiriert von den maskierten Schweden-Trombadouren von „The Knife“ entschied sich Robyn für einen radikalen musikalischen Paradigmenwechsel und kaufte sich mit ihren Tantiemen-Ersparnissen aus ihrem alten Plattenvertrag frei. Alle übrig gebliebenen Kronen investierte sie dann in Gründung und Aufbau ihres Labels „Konichiwa Records“, um dann 2005 das Paukenschlag-Album „Robyn“ auf den Markt zu schmeißen. Der Erfolg ließ zunächst jedoch auf sich warten – die Welt schien noch nicht bereit für ehrlichen, harten und eingängigen Elektro-Pop. Und vor allem nicht bereit für eine Interpretin, die in ihren teilweise befremdlichen Videos auf radikal entsexualisierte Optik und den Arsch-Wackel-Komplettverzicht setzte. Und so mischten sich in die Kommentare zu ihren Videos auf YouTube exorbitant häufig die Anmerkungen „ugly“ und „lesbian?“. 2007 jedoch gelang international der große Durchburch, und seitdem ist Robyn aus der Elektro-Pop-Szene nicht mehr wegzudenken. Spiel mit dem Konzept „Frau“ Ob Burka-Auftritte mit Sänger-Kollegin Lykke Li oder Glatzenimplantat- und Transvestiten-Styles in Musikvideos: Omnipräsent ist in der optischen Darstellung ihrer Musik die Auflösung heterosexuell-weiblicher Hegemonie. Selbst ihr neuer Track, „Dancing On My Own“ den sie als klare Referenz an „traurige, schwule Disco-Hymnen“ positioniert, verweigert sich der 08/15-Frauen-Popwelt. Es ist also glücklicherweise nicht viel übrig geblieben von der alten Robyn. Außer dem asymmetrische Haarschnitt. Den hat nämlich nicht, wie fälschlicherweise immer behauptet wird, Agyness Deyn salonfähig gemacht, sondern Robyn. Und zwar schon 1995. Kommentare zu diesem Artikel:
geschrieben von Svenska,
Juli 28, 2010
Großartig
Schwedische Songwriterinnen wie Lykke Li oder Robin sind einfach nur toll. Vielleicht liegt es am Selbstverständnis schwedischer Frauen, für die Emanzipation etwas volkommen natürliches ist oder einfach an den langen, dunklen Monaten, die die Stimmung für wundervolle Songs vorgeben. Weiter so, Ihr Schweden-Pop-Damen!
geschrieben von Frike,
September 29, 2010
eine ode an robyn
ich liebe robyns musik. sie ist ehrlich und trifft immer den grund.
vor allem aber muss sie nicht versuchen zwanghaft sexy zu wirken um im gespräch zu bleiben, was ihr song "who's that girl" unter beweis stellt. großartig!!!!!!!!!!!!!
geschrieben von Schock,
Oktober 11, 2010
...
btw: ihr label keist Konichiwa RECORDS.... Bitches ist das lied -.-
Hammer Auftritt heute in Hamburg. mir klingeln jetzt noch die Ohren. WAHNSINN!
geschrieben von Michael Stepper,
Oktober 13, 2010 ...
Herzlichen Dank für den Hinweis, natürlich heißt der Song so und nicht das Label. Haben wir umgehend korrigiert!
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